Jetzt war ich eben oben im Bad und habe mir die Zähne geputzt, wollte mir die Hände waschen – als ich plötzlich völlig verwirrt nach unten schaue, und versuche, via drücken Seife aus meinem Kontaktlinsenmittelfläschchen zu bekommen. Das hat mich mal dazu gebracht, etwas zu schreiben.

Dabei habe ich mir überlegt, was ich sagen könnte, wenn jemand wissen will, was ich mir zum Geburtstag wünschen würde. Wird mich eh keiner fragen, aber nur so, rein präventiv. Dabei ist mir folgendes eingefallen:

Viele Paare neue Socken. Ich bekomme zwar immer wieder welche geschenkt, aber ich verliere die im Laufe des Jahres irgendwie immer. Mein momentaner Sockenpaarvorrat (jeweils zwei gleiche Socken) beschränkt sich momentan auf sieben Paare. Dazu viele, die keinen Sockenpartner mehr haben. Ich könnte glatt eine Sockenpartnervermittlung aufmachen.

Neues Kontaktlinsenmittel. Ich benutze meines schon ein halbes Jahr. Und das, obwohl das nur drei Monate haltbar ist.

So Haarklammern. Damit mir meine Haare beim Zähneputzen nicht immer in der Fresse hängen.

Das Buch: ‚Wie ich es lerne, mich ordentlich auszudrücken‘.

Ein oder zwei Paar wasserdichte Schuhe. Keine Ahnung warum, aber meine werden nach einer Zeit immer wasserdurchlässig. Am besten Gummistiefel, pink, mit rosa-weiß gestreiften Schleifchen. Das wäre fein. Oder passend zur Jahreszeit Winterstiefel. Matschresistent aber.

Unterwäsche. BHs habe ich erst letztens drei Stück auf einmal kaputt gemacht. So viele innerhalb kürzerster Zeit kaputt zu machen schafft sonst eigentlich nur eine.

Einen mechanischen Schreibarm. Damit ich nach zehn Minuten Aufsatz schreiben nicht schon die ersten Krämpfe beim Schreiben bekomme.

Ja. Ansonsten bin ich ja mit meinem materiellen Eigentum ganz zufrieden. Ich bin so bescheiden.

Marina und ich haben demnächst – und vor allem – am selben Tag Geburtstag. Das ist nicht nur ein lustiger Zufall, sondern auch noch total praktisch, schließlich muss man den ganzen Kram für eine Feier nicht alleine planen. (Faule Sau! Ich weiß.) Wir dachten uns nämlich, dass wir wieder zusammen feiern, und ganz traditionell Einladungen schreiben. So wie in der Grundschule damals.

Wir haben beschlossen, dass ich mit dem Bus zu ihr fahre, ein Dörflein weiter, und sie mich dann abholt. Ich steige also kurz vor drei Uhr in den Bus, komme an der ausgemachten Bushaltestelle an, und sehe keine Marina. Das ist echt seltsam, weil Marina (eigentlich) immer pünktlich ist. Ich bin also dann allein zu ihr gelaufen. Und was macht die Alte?
Ich klingel‘, ihre Mutter öffnet erstaunt die Tür. „Oh, ich glaube Marina schläft.“ Ich trotte also hinter ihr her, und ich musste entsetzt feststellen: Marina ist auf ihrem Sofa eingeschlafen, während Zwei bei Kalwass. Völlig verpeilt schielt sie mich an, murmelt unverständliches Zeug, hebt ihre Hand, krempelt ihren Ärmel zurück, starrt auf die Uhr und meint: „Oh. Scheiße!“

Dann haben wir angefangen, unsere Einladungen zu schreiben. Dreiundzwanzig Einladungen an etwa vierzig Leute. Und jeder hat einen eigenen Einladungstext bekommen, die ich mir ausdenken musste, schließlich bin ich die Kreativere hier. Macht aber auch nix, Marina hat dann schließlich die Einladungen geschrieben, die an Leute gingen, zu denen uns nicht sooo viel Lustiges einfiel.

Das Ganze hat dann fast zweieinhalb Stunden gedauert. Ich dachte, mir fällt mein Arm ab. (Wie mache ich das morgen nur mit dem Schreiben während der vierstündigen Deutschklausur?) Aber nun sind sie endlich fertig, und wir – ähm – waren es auch. Zumindest geistig, so dass wir uns zum Schluss beim Warten auf meinen Bus nur noch daran erfreuen konnten, wie die Leute am Ortseingang geblitzt wurden. Zu mehr hat’s nun echt nicht mehr gereicht.

Jetzt sind wir in Besitz von dreiundzwanzig rosaroten (schnuffig, ne?) Einladungen, die morgen verteilt werden.

Nov

29

 

Morgen schreiben wir Ethik. Und da dachte ich, lese ich mir mal komplett die sechsundvierzig Blätter in meinem Ordner durch: En masse Artikel über die Philosophien von Aristoteles, Schopenhauer oder Kant, dazu noch sehr viel zum Thema Utilitarismus. Mal um Längen interessanter als die Klausurthemen für die Leute aus dem Religionsunterricht, die auch morgen schreiben. Kirchengeschichte und Soandereähnlicheuninteressantethemen. :roll:

Schopenhauer und Kant habe ich eigentlich ganz gut verarbeiten können. Schopenhauer ist mir dennoch etwas suspekt. Irgendwie zu pessimistisch, der Bub‘. Und was mir Aristoteles mit seiner theoretischen und praktischen Philosophie mitteilen will, weiß ich bis jetzt nicht so recht. Liegt vielleicht daran, dass das die letzten paar Blätter waren, die ich durchgelesen habe, und die Lust zum Lesen und Nachdenken nachließ. Wollte auch in meinem Buch Sophies Welt nachlesen, aber irgendwie habe ich das verliehen, an wen auch immer. Alles, was man gerade braucht, ist nicht da.

Jedenfalls habe ich jetzt den Grundkurs Philosophie durch. Jetzt könnte ich glatt auch Philosophin werden. Und auch irgendwas Tolles erfinden und dadurch hunderte Jahre nach meinem Tod berühmt werden. Nur die Idee fehlt mir noch.

Ich dachte mir heute, dass ich mal für meine Familie koche, nachdem meine Schwester vor ungefähr einer Woche mit ihrer Lasagne geglänzt hat. Bei mir gibt’s dafür etwas Schwäbisches – Kässpätzle.

So eine Familienportion ist schon eine Menge. Jeder Kalorienzähler würde fünfzig Meter Sicherheitsabstand zur Backform einhalten. Der Käse allein hat schon rund 2100 Kalorien (das waren drei Packungen). Den Speck da drin rechne ich mal gar nicht mit drauf.

Stichwort…

Auf die Ausdehnung meines Hüftspecks!

Heute mal einen schmuddeligen Ausschnitt aus einem Gespräch; entstanden während unserer Mittagspause:

Natalia: „Joni, was ist denn Deine Lieblingsstellung?“
Joni: „Huh?“
Natalia: „Die Militärsstellung?“
Anne: „Militärsstellung?“
Marina: „Du meinst wahrscheinlich die Missionarsstellung?“
Natalia: „Oh. Ähm – ja!“


Jede Art zu schreiben ist erlaubt, nur nicht die langweilige.

Voltaire

Jenny, 22 Jahre jung. Schon immer in Baden-Württemberg lebend. (Ist froh, dass sie nicht genauso schreibt wie sie spricht.) Hat seit Sommer 2007 das Abi in der Tasche beginnt nun eine Ausbildung zur Mediengestalterin.

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