
… auf Arbeit auf dem Balkon sitzend, aus gutem Grund ohne Kopf und Zitronen-T in der Hand, passend zu Schuhe und Rock.
Gedenktag des Tages: Peter und Paul.
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an könnte denken, nach der Ausbildung sei man darauf vorbereitet, alles handhaben zu können. Mal abgesehen von der fehlenden Berufserfahrung. Was aber, wenn man eigentlich gar nicht so viel kann, wie man können sollte?
Wenn man Mediengestalter als Ausbildungsberuf wählt, sollte man eine gewisse Affinität zu den Medien selbst haben – natürlich, ein Auge für das Schöne (oder auch: ein wenig Talent) und Erfahrung mit den gängigsten Programmen. Das sind die besten Voraussetzungen, die man selbst mitbringen kann.
Um eine optimale Ausbildung zu erhalten, sollte man sich einen Betrieb suchen, der einen mit allem vertraut machen soll. Ich kann für meine Fachrichtung sprechen: Mediengestalter, Schwerpunkt Digital, Fachrichtung Gestaltung und Technik. Das heißt im Klartext, man sollte den Umgang mit Flash lernen, HTML und CSS, programmieren, bisschen Druckvorstufe, Screendesign für Webseiten und andere digitalen Anwendungen. Ein Mediengestalter ist nicht nur ein Grafiker, wie viele denken. Oder „nur ein Webdesigner“. Ein Mediengestalter ist im besten Falle jemand, der von allem etwas kann. Oder böse gesagt: jemand, der eigentlich von nichts richtig gut kann. Daher ist es wichtig, sich auf etwas zu spezialisieren.
Meine Fachrichtung ist die, die am meisten ausgebildet wird.
Die praktische Prüfung besteht darin, dass man im ersten Schritt eine Webseite entwirft nach gewissen Vorgaben, und diese schließlich umsetzt. Bei meiner Fachrichtung ist es dann noch so, dass man etwas programmieren muss. In meinem Fall war das ein Konfigurator, im Fall meiner Mit-Kollegen war das jetzt ein Gewinnspiel.
Die theoretische Prüfung ist jetzt nicht wirklich erwähnenswert, weil man schließlich alles auswendig lernen kann. Und was den fachtheoretischen Teil betrifft: Wer da nun wirklich keine Ahnung hat, kann sich das Mediengestalter-Kompendium durchlesen. Alles nur eine Frage der Zeit, nicht des Könnens.
Zugegeben ist es auch nicht ganz einfach, alles zu wissen und zu meistern. Es ist keine Schande, einen Bereich weniger zu beherrschen und sich Hilfe zu holen oder sich beraten zu lassen. Aber jemand, der jetzt im Betrieb das ganze Jahr nur Bildretusche macht, kann weder das Screendesign entwerfen, noch umsetzen, geschweige denn das Gewinnspiel programmieren. Es gibt bei uns auch Fälle, in dem die Leute von ihrem Betrieb komplett für den falschen Ausbildungsberuf angemeldet wurden. Wie ein Mitschülers von mir, der im Grunde nichts mit Web zu tun hatte, sondern nur 3D-Modelle entwickelte, und so gut wie gar nichts in Bezug auf den gewählten Beruf kann. Und solche stehen dann wie die letzten Idioten vor ihren Prüfungsaufgaben. Im Endeffekt heißt das, entweder verkacken oder andere machen lassen. Und so kommt man dann zu einem Wisch, der beweisen soll, dass man alles mit Bravour gemeistert hat. Und eigentlich gar nichts aussagt.
Ich hatte das Glück, dass mich mein Betrieb angemessen ausgebildet hat, und ich alles gelernt habe, was man so lernen sollte. Aber ganz ehrlich, welcher Azubi schaut sich seinen Betrieb von vorne herein so genau an, dass er mit Sicherheit wissen kann, es ist der richtige? Die meisten sind froh, endlich einen Ausbildungsplatz bekommen zu haben und haben sonst auch keine richtige Ahnung, wie alles ablaufen muss, damit man perfekt ausgebildet wird.
Eine Ausbildung garantiert kein profundes Grundwissen. Nur die Erkenntnis, dass man das, was man lernen und sein will, selber in die Hand nehmen muss, wenn einem Steine in den „Ausbildungsweg“ gelegt werden. Eigentlich eine traurige Sache. Nicht, dass man Dinge selber in die Hand nehmen muss, sondern dass man zwei bis drei Jahre in etwas investiert, mit dem man so verdammt viel Pech haben kann – und auch noch Einfluss auf die Zukunft nimmt.
Gedenktag des Tages: Staatsfeiertag in Kroatien.
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Gedanken zur (Mediengestalter-)Ausbildung
25. Juni 2010 um 11:28 Uhr

ach „Some People Have Real Problems“ – erschienen 2008 – war ich jetzt natürlich sehr gespannt auf das nächste Album von Sia. Seit der Entdeckung vor ein, zwei Jahren bin ich ein großer Fan der blonden Australierin und freu mich natürlich wie Bolle auf neue Musik.
Es gab vor Veröffentlichung einige Titel der neuen Platte „We Are Born“ (draußen seit dem 18. Juni) zu hören, und man konnte daraus schließen, dass alles ein bisschen mehr auf Pop1 – anstatt Easy Listening/Trip Hop/Soul – basieren würde. Ehrlich gesagt haben mich die Titel nicht so vom Hocker gehauen – abgesehen von „You‘ve Changed“, alles andere war eigentlich gar nicht so mein Geschmack.
Ich kann mir vorstellen, dass Sia nach dem Erfolg von „Breathe Me“ es ziemlich Leid war, immer in diese Balladen-Schublade gesteckt zu werden, und daher auch betonte, dass sie kein weiteres „langsames“ Album mehr produzieren wolle. Somit ist die neue Platte „We Are Born“, nach mehreren balladenlastigen Alben (vor allem „Colour The Small One“), mit vielen Gute-Laune-Songs bestückt. Die logische Konsequenz ist daher auch, dass man nichts mit Tiefgang findet. Witziges, Lustiges, ja. Langsames, durchaus. Etwas, das unter die Haut geht, nein.
Die poppigen Uptempo-Nummern auf „We Are Born“ sind für mich sehr gewöhnungsbedürftig. Eigentlich brauche ich ja recht lange, um mich in ein Album reinzuhören, bei dem ging das jetzt recht schnell, weil sich die Songs – getreu dem Pop-Genre eben – schnell einprägen. Nun, meine Hass-Liebe zum Pop ist immer so ein Ding – dieses Album ist durchaus besser, als alles, das man so gewohnt ist von den gängigen Radiosendern, definitiv. Aber so richtig vom Hocker reißt es mich nun auch nicht.
Und ja, wie gesagt, mit Balladen sieht’s auf dem Album recht mau aus. Es gibt sie zwar, die Balladen, aber es ist nichts dabei, das nun richtig besonders wäre. (Abgesehen von „Oh Father“ – stimmlich ein geniales Stück, das von der Art her gar nicht zu Sia passt. Ich wunderte mich. Bis ich just herausfand, dass es ein Cover ist. Von Madonna.)
Trotz allem sind die Karten für das Konzert in Stuttgart gesichert. Die quirlige und redselige Sia live zu erleben macht das nämlich alles wieder wett. Sag ich mal so, aus Erfahrung. Obgleich ich beim letzten Konzert auch nur ihren Körper sah, auf der Höhe des Kopfes – und meines Blickfeldes – war unglücklicherweise eine überdimensionale Box befestigt.
Gedenktag des Tages: Internationaler Tag der selbstgemachten Musik.
- Produziert wurde die Platte übrigens von Greg Kurstin, der auch schon Lily Allen, Britney Spears und Kylie Minogue produzierte. Gruselig genug, brrr. ↩
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