Wenn Kunden etwas wollen:
„Wir wollen was totals Ausgefallenes, Abstraktes, das jung und dynamisch ist und zu unserem Unternehmen passt. Es sollte nichts Offensichtliches sein, weil das ja schon so viele andere haben. Außerdem soll es nicht zu teuer und in drei Tagen fertig sein, da brauchen wir das nämlich.“
Immer schwer was Passendes zu finden, wenn derjenige im Prinzip überhaupt keine Vorstellungen hat. Und was man selbst unter etwas „Abstraktem, Ausgefallenem“ versteht, muss ja nicht zwingend das sein, was der Kunde will. Da kann man Tage mit verbringen, wirklich. Und dann wird man auch noch angemosert, weil man dem Kunden die Wünsche nicht von den Augen ablesen kann.
Ich mag so was nicht.
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Ich habe mir heute ein Bum Bum gekauft. Ich komme zurück in die Agentur, setze mich hin und esse.
Kollege M.: „Hey, Du isst ja ein Bum Bum!“
Etwas später kommt Chef F. die Treppe runter.
Chef F.: „Ein Bum Bum!“
Noch etwas später kommt Chef S. durch die Tür.
Chef S.: „Hey cool, das ist ja ein Bum Bum!“
… Also wer das Eis nicht kennt, hat echt was verpasst.
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Ich bin gestern in der Agentur mit dem Tretroller herumgefahren und anschließend gegen die Wand. Das hat unheimlich gerumpelt, aber so richtig weh getan hat es nicht, schließlich hab ich den ganzen Schmerz auf den Kopf fokussiert. Deswegen frage ich mich, wo die Prellung in der rechten Schulter herkommt.
Mann, Mann, ich weiß auch nicht, wie ich so was immer mache.
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Am Wochenende war ich mal wieder zu Hause bei meiner Familie. So richtig von Samstag in der Früh (um zehn) bis Sonntagabend. Der Grund, weshalb ich so früh da war am Samstag war der, dass ich schon die ganze Woche davor von Laugengebäck träumte, das nur so einzigartig gut in meinem tollen Heimatdorf schmeckt. Ja. Deswegen hab ich mir morgens ab zehn erst mal sieben Brezeln hineingestopft, um dann ausgiebig ein Mittagschläfchen zu halten.
Mein jüngster Bruder, ihr wisst schon, der Klugscheißer mit dem Einser-Schnitt, hat sich seit neuestem die Stuttgarter Zeitung testweise abonniert. Mein Vater ist deswegen jeden Morgen völlig überfordert, weil er es gar nicht mehr gewohnt ist, Zeitungen im Briefkasten zu haben.
Papa: „Jeden Tag liegt Deine Zeitung im Briefkasten und verschwendet Platz!“
Uwe: „Hm.“![]()
Papa: „Kannst Du die nicht mal rechtzeitig wegräumen?“
Uwe: „Es ist zehn Uhr, ich bin doch gerade erst aufgestanden.“
Papa: „Zeitung holt man sich doch morgens um sechs, damit man sich bis um sieben beschäftigen kann.“
Uwe: „Heute ist aber Samstag.“
Ich: „Wieso eigentlich die Stuttgarter Zeitung nicht die lokale Zeitung?“
Uwe: „Die ist mir zu lokal, ich muss mich über das Weltgeschehen darüber hinaus informieren.“
Ich:![]()
Außerdem hat er sich Unterlagen zuschicken lassen, um eventuell einer Partei beizutreten. Bei der übernächsten Bundestagswahl werde ich seine Partei wählen, damit er Kanzler werden kann.
Mein Dorf hat bei der Wahl übrigens natürlich wieder tiefschwarz gewählt. Mein Papa meint ja, dass die Leute hier sofort alles wählen, wo „christlich“ im Parteinamen steckt (hier sind die meisten ja auch „scheinheilige Katholiken“ und die Evangelischen sind die „Wüstgläubigen“, wie man sich so erzählt). Die Partei bibeltreuer Christen hat aber irgendwie kaum einer gewählt, nun ja.
Samstagabend war dann ein Fest der KJW (wo wir schon wieder bei der Kirche wären, „KJ“ steht hier nämlich für „katholische Jugend“, wobei da eigentlich fast alle nur getarnte Alkoholiker sind). Meine Geschwister sind in diesem fragwürdigen Verein (ha ha, so schafft man sich und anderen ein gutes Image), und weil ich sonst nichts zu tun hatte, habe ich mit Saskia abends sechs Stunden meiner Schwester in der Bar ausgeholfen, während mein Bruder sich um die Würstchen kümmerte.

Teilweise waren wir anfangs die einzigen beiden vereinslosen Menschen, die hinter der Bar standen, während die anderen im Verein, die Schicht hatten, irgendwo dicht unter den Bierbänken lagen. Nun ja, man hat viele ominöse Bekanntschaften hinter der Bar geknüpft, und Saskia ist auf dem Heimweg in den Graben gestürzt. Daher war der Abend ein voller Erfolg – Prost!
Sonntagabend bin ich dann wieder nach Hause gefahren. Der Zug hatte zwanzig Minuten Verspätung, weshalb ich mich meinem Buch widmete1, das ich an diesem Tag auch endlich beendete. Neben mir saß ein komischer Mensch, der sich als Franzose entpuppte, und sich riesig freute, als ein TGV den Bahnhof durchfuhr. Irgendwie habe ich mich auch mit ihm unterhalten, als er mich fragte, ob der „train“ denn „tarde“ dran wäre. Die Antworten meinerseits bestanden meistens aus „Oui!“. Der Zug hatte zwar nur zwanzig Minuten Verspätung, und der Franzose dachte, es seien dreißig – ich sagte trotzdem „Oui“, schließlich weiß ich doch nicht mehr, was zwanzig auf Französisch heißt. Außerdem hat er sich anschließend gefreut, dass er zehn Minuten weniger warten musste.
Ach ja, was ich unbedingt loswerden wollte: Mein Vater hat eine Rotwein-Flasche, die „Günni“ heißt. „Günni – Le Rouge“ – das klingt unglaublich historisch.
- „Der Medicus“. ↩
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Letzte Woche habe ich meine Zwischenprüfungsergebnisse bekommen. Wie erwartet waren die Ergebnisse nicht wirklich hervorragend – teilweise habe ich dann aber erfahren, dass es tatsächlich Leute gibt, die noch wesentlich schlechter abgeschnitten haben als ich sonst, teilweise sogar mit Fünfen. Man könnte jetzt natürlich meinen, dass wir alle nichts in der Birne haben und total unqualifiziert für den Beruf „Mediengestalter“ sind.
Was ich sehr kritisch finde, ist, dass die Inhalte, die die Berufsschule vermittelt1, nicht viel mit den Inhalten der Prüfungen zu tun hat, die die ZFA stellt. Die beiden Organe arbeiten nicht gemeinsam auf ein Ziel hin: den Mediengestaltern von morgen die Inhalte sinnvoll zu vermitteln und abzuprüfen.
Ich hatte in der Zwischenprüfung Aufgaben, die Dinge abgefragt haben, die ich noch nie in meinem ganzen Leben gehört habe. Des Weiteren fand ich die Formulierungen in den Aufgabenstellungen zur praktischen Zwischenprüfung sehr irreführend und ungenau – und da war ich nicht die Einzige. Wie man da etwas nach Vorstellungen der ZFA erschaffen soll, ist fraglich.
Wenn man dann noch einen Betrieb hat, der Entscheidungen wie Verkürzungen des Lehrjahres von den Noten der Zwischenprüfung abhängig macht (die ja nicht mal etwas zählt), kann man schon gratulieren. Schließlich ist man auf die Prüfung nicht genügend vorbereitet – dass das ein Problem eben dieser Schulausbildung ist und nicht immer nur am Auszubildenden selbst liegt, kommt den wenigsten Chefs in den Sinn.
Manchmal frage ich mich überhaupt, warum ich in die Schule gehen sollte. Ich bekomme eine halbe Stunde Zeit, um Arbeitsblätter wie diese auszufüllen, Vierecke in Kästen zu zeichnen und jede Deutsch-Stunde eine Inhaltsangabe zum gleichen Text zu schreiben. Und wieso habe ich eigentlich Religion? Mandalas hab ich zuletzt im Kindergarten ausgemalt und was über Dinosaurier kann ich auch in meinem Was-ist-was-Buch nachlesen, wenn mir todeslangweilig ist.
Viele Lehrer haben theoretisch einiges auf dem Kasten. Manchmal fragt man sich aber doch, ob die mit ihren Ansichten nicht im Jahre 1998 stehen geblieben sind. Und bei manchen fragt man sich, ob die überhaupt was in der Birne haben.
Und die Praxis erst, wohoo. Ich schneide einen Film, und wenn ich eine Frage habe und einen Effekt hinzufügen möchte, muss der Lehrer erst mal selbst suchen. Ich bekomme drei Schulstunden Zeit, um in PHP Zählerschleifen zu programmieren, die von eins bis zehn auf einer Webseite ausgegeben werden. Leider sieht der „computergestützte Unterricht“ überwiegend so aus. Dass da die Motivation sinkt, ist selbsterklärend.
Im Endeffekt ist man völlig auf den Betrieb angewiesen und eben auf sich selbst, wie viel man aus sich selbst und der Ausbildung herausholt. Und das schimpft sich dann „duale Ausbildung“. Ich hab da ehrlich gesagt viel mehr von der Schule erwartet, und kann über die Ergebnisse der Zwischenprüfung nur müde lächeln.
- Ich kann natürlich nur von meiner Ausbildung in der Schule sprechen. ↩
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