ir haben festgestellt: In fünf Tagen kann man sich viel ansehen. Als wir aus der Métro ausstiegen, und unser Hotel suchten, fiel mir als erstes auf, wie „unordentlich“ die Stadt eigentlich ist. Für den empfindlichen und sauberen Deutschen sowieso – der Putz blättert teilweise von den Häusern, die Holzrahmen der Fenster splittern, die Gehwege sind nicht eben. Und trotzdem wirkt Paris nicht schmuddelig, sondern irgendwie charmant.
Entgegen unserer Erwartungen, und was man sonst so über Frankreich sagt, spricht man in der Großstadt überall Englisch. Man muss sich darauf einstellen, weil die Franzosen auf Grund ihres eh schnörkeligen Akzents ein sehr lustiges Englisch sprechen, das man unglücklicherweise sehr leicht, trotz guter Englischkenntnisse, trotzdem nicht verstehen kann (oder weil ich sowieso mit Akzent sprechende Menschen grundsätzlich nicht verstehe1).
Im Hotel wurden wir sehr freundlich empfangen – und sowieso, waren alle Menschen, in Paris, die wir getroffen haben, freundlich. Unser Hotelzimmer war sehr klein für zwei Leute, das Bad erst recht und die Dusche erst (!), aber das Hotel eben sauber, relativ zentral und günstig. Das Frühstück, das mit im Hotelpreis inbegriffen war, bestand aus einem Croissant und Baguette, Kaffee/Tee/Orangensaft und Aufstrich.
Für die Métro besorgten mein Bruder und ich uns das „Paris Visite“-Ticket, für zwei Personen und fünf Tage knapp sechzig Euro. Mit der Métro kommt man recht schnell an alle Orte, an die man möchte. Für jede Linie gibt es einen Bahnsteig und Züge fahren etwa alle fünf Minuten (es gibt eigentlich keinen Fahrplan, nur Anzeigetafeln, wann der nächste Zug fährt), so dass man nie lange Wartezeiten hat.
Manche Züge der Métro sind mit Gummireifen ausgestattet, die anderen ganz klassisch. Die Linie vierzehn ist führerlos, und die Stationen mit Glastüren abgesichert, die sich mit den Türen des Zuges öffnen und schließen.
Paris ist gut gefüllt mit Touristen aus allen möglichen Ländern, dementsprechend ist die Métro oft auch echt gut voll. Und egal, wie voll, es geht grundsätzlich voller.
Die Sehenswürdigkeiten waren für EU-Bürger meist kostenlos, bezahlt haben wir lediglich für den Eiffelturm, das auch einstündiges Anstehen erforderte. An den Orten wird fleißig das Anwerben von Touristen betrieben, die einem Eiffelturm-Imitate andrehen wollten, gleichzeitig wurde man überall von so genannten „Pickpockets“ gewarnt.
Paris in der Nacht ist fast noch schöner als Paris bei Tag – überall an den Straßen befinden sich kleine schöne Cafés, in denen sich die Menschen in Scharen tummelten, aßen und tranken. Das Essengehen in Paris ist trotzdem noch eine leicht kostspielige Sache, bezahlt man für eine Mahlzeit meist ab dreizehn und beispielsweise eine Cola ab vier Euro aufwärts.
Das Wetter war die Woche über fantastisch, nie über dreißig Grad und meist angenehm windig, so dass man eigentlich nie groß bei größeren zu Fuß zurückgelegten Wegstrecken schwitze. Nur am 14. Juli, dem Nationalfeiertag der Franzosen, goss es wie aus Kübeln, was aber keinen Pariser abhielt, die Militärparade und spät am Abend das Feuerwerk am Eiffelturm zu sehen.
Die Hin- und Rückfahrt erfolgte mit dem TGV, der auch direkt von Paris Anschluss nach Stuttgart (und umgekehrt) hatte. Bisschen gewöhnungsbedürftig war, dass die Ankunfts- beziehungsweise Abfahrtsgleise in Paris nie von vorne herein festgelegt sind, sondern wenige Minuten vor Abfahrt erst angezeigt werden, wodurch dann auch alle auf einmal sich gen Gleis bewegen. Dadurch fuhren wir auch gleich mal zehn Minuten später los als geplant.
Die fünf Tage haben gut gereicht, um sich alle bekannten Sehenswürdigkeiten anzusehen, und ich kann es auch nur weiterempfehlen, sich diese Stadt mal anzuschauen. Es lohnt sich.
Gedenktag des Tages: Tag der Republik (Tunesien).
- Frau auf der Straße (mit Akzent): „Xdsdffxdgh ggfs eztrnbd hdghf hj?“
Ich: „Wie bitte?“
Meine Begleitung: „Einfach nach oben und dann die zweite rechts!“
Frau auf der Straße: „Danke.“
Ich:
↩
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… angeschnitten, über den Dächern von Paris. Bald mehr dazu.
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as ist mein erster „mobiler“ Eintrag aus dem TGV Richtung Paris. Noch sprechen alle Deutsch, und wir sind somit noch nicht aufgeschmissen (so ohne Wörterbuch).
Auf meinen Ohren herrscht momentan ständiger Druck, und der Hunger nach meinem Salami-Baguette wird langsam unerträglich.
Mal sehen, wie die Internet-Lage die Tage so ist, ansonsten lest ihr mich Samstag in aller Frische – das ist zumindest meine Hoffnung.
Au revoir!
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ie Welt: Die WM ist vorbei. Die erste Hälfte des Deutschland-Spanien-Spiels schaute ich am Stuttgarter Fernsehturm inzwischen lauter Kiddies – in der Halbzeit ging’s nach Hause. Das konnte man sich echt nicht mehr anschauen. Da ich aber zu denen gehöre, die „alle Spiele der WM gucken – und sich sonst sich null für Fußball interessieren“, bin ich darüber jetzt auch nicht allzusehr traurig.1
Ego & I: Am Montag geht’s los nach Paris – mein Bruder hat die Wette mehr als gewonnen, und es sich daher auch wahrlich verdient.

Musik: Dieses Jahr ist richtige Konzertflaute – umso schöner finde ich, dass Wir sind Helden nach mehr als zwei Jahren eine neue Platte auf den Markt werfen und wieder auf Tour gehen. Das neue Album heißt übrigens „Bring mich nach Hause“ und die erste Singleauskopplung „Alles“ kann man sich hier anhören.
Schule: Ein kleiner Rückblick auf den Abiball meines Bruders zeigte, dass es den Schülern auf einem gewerblichen Gymnasium (technisches und informationstechnisches Gymnasium beziehungsweise technisches Management) wohl nicht so einfach zu fallen scheint, ein bisschen Preise und Belobigungen einzusacken: Preise gab es nur zwei, und Belobigungen drei oder vier bei drei Klassen. (Ganz im Gegensatz dazu Monas Abiball am Wirtschaftsgymnasium – zig Belobigungen und paar Preise gingen da weg – aber gut, WG. Ich meine, ich hab’s auch geschafft.
) Und Leute, was da für Gestalten herumliefen! Wie man sich Kellerkinder so vorstellt. Ho ho.

Tierisch: Eine meiner Ratten hatte in der letzten Zeit einen Knoten am Schwanz – oder, wie es der Facharzt ausdrückt: eine Umfangsvermehrung. Bei zwei Tierarztbesuchen habe ich dort nun rund hundertzwanzig Euro liegen lassen. Dafür wird jetzt untersucht, ob man aus der Flüssigkeit, die beim Punktieren austrat, Zellen fischen kann, die auf Bösartigkeit untersucht werden.
Wohnen: Meine Bude sieht aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen, und das liegt nur an den verdammt vielen Klamotten, die überall auf achtundzwanzig Quadratmetern herumfahren. Ich habe so viele Klamotten, wirklich, das ist der Wahnsinn. Und für die Hälfte bin ich zu dick (mit Potential zum irgendwann wieder hineinpassen) und für die andere Hälfte ist alles andere zu spät. Deswegen habe ich alle Klamotten der letzten Sorte aussortiert, und meinen Wäscheständer, der mir bis jetzt wochen-, ach was sag ich, monatelang als Kleiderschrank gedient hat, abgeräumt. Und in den tatsächlichen Kleiderschrank einsortiert. Die Wohnung ist jetzt quasi fast wieder wie neu.
Wortgefecht: Boah, mein Deutsch war auch mal besser als heute.
Gedenktag des Tages: Unabhängigkeitstag in Argentinien.
- Immerhin hält meine Fan-WM-BahnCard bis Oktober. ↩
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eulich stolperte ich über den Trailer des „Facebook-Films“ der da heißt „The Social Network“. Im ersten Moment dachte ich, wer denn auf die Idee käme, einen Film über die Entstehung eines soziales Netzwerk zu drehen (David Fincher, übrigens) – aber wenn man bedenkt, wie viel „Einfluss“ Facebook auf unser Leben nimmt, ist die Überlegung gar nicht mehr so abwegig.
Ich klickte mich, um ein wenig mehr Informationen zu erhalten (sorry, hab mich jetzt echt noch nicht für die Entstehung von Facebook interessiert), auf Wikipedia durch die Links, und las unter anderem den Artikel zu Mark Zuckerberg, Mitgründer von Facebook, in dem Folgendes stand:
Anfang des Jahres 2010 erklärte Zuckerberg in einem Interview mit Mike Arrington von TechCrunch, dass er „Privatsphäre“ nicht mehr zeitgemäß findet. Er begründete seine Ansicht damit, dass die Privatsphäre inzwischen ein überholtes Konzept sei, da mehr und mehr Nutzer immer mehr von sich persönlich im Internet preisgeben.
Ich beschäftige mich, wie den meisten schon aufgefallen sein sollte, immer mehr mit dem Thema – deswegen widert mich diese Aussage auch tierisch an. In erster Linie deshalb, weil sie von einem Mitgründer des momentan größten Social Networks stammt, einem Bereich des Internets, in dem das Thema Privatsphäre eine große Rolle spielen sollte.
Wenig Privatsphäre wäre für mich ein wichtiger Faktor, um mich definitiv nicht anzumelden. Warum? Weil ich die Möglichkeit haben will, mich Freunden/wasauchimmer mitzuteilen, ohne dass die ganze Welt es erfährt. Und Facebook ist dafür recht praktisch, das muss man dem Unternehmen schon lassen. Es gibt nichts Vergleichbares.
Eigentlich waren mir die AGB bei Facebook, als ich dort noch angemeldet war, recht „egal“, sag ich mal. – Okay, die haben meine E-Mail-Adresse. Oh, komisch, Facebook schlägt mir einfach so Freunde vor – die ich auch noch kenne! Wie das denn? Ach, was soll’s … Und die personalisierte Werbung. Wayne! Und überhaupt ständig das Umstellen der Privats- und Anwendungseinstellungen, so dass andere doch plötzlich meine Fotos sehen. Ja, mein Gott, stell ich das halt wieder um. Und überhaupt, sollen die doch die Urheberrechte daran bekommen. Und, äh, die lesen mein Adressbuch aus, wenn ich Facebook fürs Handy installiere?
Inzwischen bin ich nicht unglücklich darüber, da raus zu sein, weil ich echt nichts verpasse im Leben, wenn ich dem Verein fernbleibe. Mal abgesehen von der Datenschutz-Thematik: es raubt Zeit (in meinem Fall definitiv).1
Ich kenne eigentlich keinen Internet-Nutzer (abgesehen von denen, die bewusst ihren Namen ins Netz stellen, um einen größeren Bekanntheitsgrad zu erlangen und, ja, „Internet-Newbies“2), der achtlos mit Daten und Fakten rund um seine Person im Internet um sich wirft. Ich behaupte sogar das Gegenteil, nämlich, dass verstärkt mehr Menschen auf ihre Privatsphäre im Internet achten, weil sie sich bewusst sind, dass das Internet nichts vergisst und es von immer mehr Menschen genutzt wird. Manche mehr, manche weniger.
Klar ist der Mensch seit dem Internet öffentlicher geworden und verbreitet mehr Informationen über sich im Netz. Anfangs noch, in Gästebüchern mit vollem Namen. Ich erinnere mich auch an die Anfangszeit der Blogs, überwiegend privat, die lustig und munter über alles bloggten, was ihnen in den Sinn kam. Das gibt es so auch kaum noch. Weil sich der Blogger über die Konsequenzen bewusst wurde. Auch ich gehöre dazu.
Abschließend bleibt zu sagen, dass für einen Menschen wie Mark Zuckerberg Privatsphäre sowieso etwas anders definiert ist als die Privatsphäre eines Otto-Normalbürgers, da er ständig in der Öffentlichkeit steht. Deswegen darf man das Ganze aber keinesfalls abwerten. Ein Grundrecht als „nicht mehr zeitgemäß“ zu nennen – also, wenn wir mit dem Internet in die Richtung gehen, steige ich aus.
Gedenktag des Tages: Nationalfeiertag in Venezuela. (Ich lese immerzu „Vuvuzela“.)
- Und es hat die Zahl der Blogeinträge beträchtlich gesenkt: Denn was ich auch „kurz“ los wurde: es war gesagt, und bedurfte keiner längeren Ausformulierung. Genau so bei Twitter, das ich primär nutze, um Leute auf neue Blogeinträge aufmerksam zu machen und ab und an auch auf meine Ungeschicklichkeit in allen Bereichen des Lebens. (Meine Twitter-Affinität hält sich aber auch in Grenzen.) Doppelt geposteter Content ist auch etwas Unnötiges. ↩
- Eigentlich ist es schon fies mit den Privatsphäre-Einstellungen. Leute, die mit dem Internet beziehungsweise Social Networks nicht wirklich vertraut sind, sind also von vorne herein „gläsern“, da sie das meiste, was eingesehen werden kann, für alle freigegeben haben. Nicht bewusst meist. Gerade bei Social Networks ist es daher wichtig, zu bestimmen, wer wie viel sehen, und dem User zu vermitteln, wie er was einstellen kann und nicht die Unwissenheit mancher auszunutzen. ↩
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Facebook, Zuckerberg, Privatsphäre. (Schon wieder!)
5. Juli 2010 um 14:00 Uhr


