Heute Gestern war ich auf dem Geburtstag meiner Ex-Oberstufen-Nebensitzerin Lisanne. Dort erfuhr ich dann die neusten Neuigkeiten, nämlich dass die dort ebenfalls Anwesende Ex-Oberstufen-Nebensitzerin Marina (ja ja, ich war quasi die „goldene Mitte“) heiraten wird. Zwar erst nach ihrer Ausbildung im nächsten Jahr, aber trotzdem.
Wir wussten ja alle, dass Marina bestimmt die Erste sein wird, aber dass der Zeitpunkt schon so verdammt nah ist, ist für mich im ersten Augenblick sehr befremdlich gewesen, vor allem, weil Marina ja genau ein Jahr jünger ist als ich. Ich fühl mich gerade etwa wie zwölf und mitten in der Pubertät, mit Pickeln und unregelmäßigen Abständen zwischen den Mentruationsphasen.
Ich weiß, dass ich bestimmt als alte Jungfer sterben muss, aber ich wollte das Gefühl doch nicht jetzt schon haben. Was mich aber natürlich mehr als freut ist der Fakt, dass ich Brautjungfer werde (schon mal dem Schicksal einen Namen geben).
Als ich dann irgendwann gegen ein Uhr nach Hause kam, habe ich meinem Vater die Neuigkeit erzählt. Eigentlich hatte ich ein Kommentar erwartet, das irgendwie klingt wie: „Fürs Heiraten sind die doch noch viel zu jung!“ Stattdessen sagte er nur: „Wieso, die sind doch schon ewig zusammen. Seit zehn Jahren oder so.“ Eigentlich sind es nur fünf, aber ist ja immerhin die Hälfte.
Nun ja, dafür hat er sich halb tot gelacht, als ich ihm gesagt habe, dass ich Brautjungfer sein werde. Wenn ich mich recht erinnere sagte er: „Ich lach mich kugelrund.“ Er hat sich wahrscheinlich gerade vorgestellt, wie ich in einem rosa Kleid aussehe.
***
Wenn Kunden etwas wollen:
„Wir wollen was totals Ausgefallenes, Abstraktes, das jung und dynamisch ist und zu unserem Unternehmen passt. Es sollte nichts Offensichtliches sein, weil das ja schon so viele andere haben. Außerdem soll es nicht zu teuer und in drei Tagen fertig sein, da brauchen wir das nämlich.“
Immer schwer was Passendes zu finden, wenn derjenige im Prinzip überhaupt keine Vorstellungen hat. Und was man selbst unter etwas „Abstraktem, Ausgefallenem“ versteht, muss ja nicht zwingend das sein, was der Kunde will. Da kann man Tage mit verbringen, wirklich. Und dann wird man auch noch angemosert, weil man dem Kunden die Wünsche nicht von den Augen ablesen kann.
Ich mag so was nicht.
***
Ich habe mir heute ein Bum Bum gekauft. Ich komme zurück in die Agentur, setze mich hin und esse.
Kollege M.: „Hey, Du isst ja ein Bum Bum!“
Etwas später kommt Chef F. die Treppe runter.
Chef F.: „Ein Bum Bum!“
Noch etwas später kommt Chef S. durch die Tür.
Chef S.: „Hey cool, das ist ja ein Bum Bum!“
… Also wer das Eis nicht kennt, hat echt was verpasst.
***
Ich bin gestern in der Agentur mit dem Tretroller herumgefahren und anschließend gegen die Wand. Das hat unheimlich gerumpelt, aber so richtig weh getan hat es nicht, schließlich hab ich den ganzen Schmerz auf den Kopf fokussiert. Deswegen frage ich mich, wo die Prellung in der rechten Schulter herkommt.
Mann, Mann, ich weiß auch nicht, wie ich so was immer mache.
***
