Ich denke, die meisten werden das Spiel World of Warcraft kennen. Für alle, die es nicht kennen: WoW ist ein MMORPG (Massen-Mehrspieler-Online-Rollenspiel), man schlüpft in einen bestimmten Charakter und spielt in dem Fall über Internet mit zig anderen Charakteren zusammen.

Es ist ein Spiel mit Suchtfaktor. Schließlich ist es verlockend, einen völlig neuen Charakter in einer völlig neuen (und großen) Welt zu schaffen. Es gibt so viele Möglichkeiten, den Charakter zu beschäftigen, Berufe erlernen, irgendwelche Items sammeln, gegen andere Spieler kämpfen. Und deshalb verlieren sich auch viele in dieser großen WoW-Welt, weil sie den Charakter leben.
Das ist mir aufgefallen, als ich mich heute mal wieder eingeloggt habe. Einige Ziele kann man nur mit viel Zeit erreichen. Und viele investieren diese Zeit. Manchmal mehrere Stunden am Tag, und das täglich. Bei manchen Leuten frage ich mich echt, ob sie denn auch noch etwas anderes tun, als in diesem Spiel abzuhängen, und sich mit anderen Leuten (Spielern) beschäftigen, die sie im Prinzip gar nicht kennen.

Und wenn ich dann Leute höre, die Vater/Mutter sind, die sagen „Ja, ich war heute vierzehn Stunden im Spiel und habe das und das gemacht, war aber zwischendrin auch mal grillen mit der Familie, schließlich geht ‚Real Life‘ vor“, kann ich mir echt nur an den Kopf fassen. Viele wissen gar nicht mehr, dass es da draußen auch noch etwas gibt, wie etwa seine eigenen Kinder, der Partner oder Freunde.

Viele der Personen erreichen mit ihrem WoW-Charakter im Spiel mehr, als im eigenen Leben, fühlen sich dort bestätigt, und kümmern sich schon gar nicht mehr darum, was um sie herum passiert. Im Spiel sind viele davon wichtig, leiten große Gruppen, Zusammenschlüsse, im wirklichen Leben bleibt ein Erfolg wie dieser oft aus.

Man hat Freunde verloren. Oder die Freundin hat Schluss gemacht, weil der Partner keine Zeit mehr für etwas anderes hatte als das Spiel. Auch so sind Freundschaften zerbrochen. Wer will schon mit jemandem etwas unternehmen, der ständig sagt „Ich kann nichts mit Euch machen, ich habe hier im Spiel etwas Wichtiges zu erledigen“?
Viele haben sich rechtzeitig zurückgezogen. Ich habe schon mitbekommen, wie ‚wichtige‘ Spieler auf einmal nicht mehr da waren, und wenn man fragte, warum, es nur hieß ‚der Partner hat ihm ein Ultimatum gestellt, entweder er oder WoW‘.

Und das finde ich doch recht beängstigend. Ja, ich spiele das Spiel gerne, manchmal länger. Aber ich merke doch, wann es reicht, wann es zu viel wird. Hm. Manche andere irgendwie nicht.

Schon traurig, irgendwie.

Sep

01

 

Ich teste meine Seite, wenn ich sie in HTML/CSS umsetze, grundsätzlich mit dem Firefox, dem Opera und dem Internet Explorer. Und in manchen Minuten könnte ich voller Wut gegen die Kiste treten, weil alle drei Browser immer mal wieder denken, sie könnten CSS ja anders interpretieren als der andere (wobei die Darstellung im Opera und Firefox meist gleich ist, im Internet Explorer aber anders).

Wobei mir die Eigenschaft Padding immer Probleme habe. Ich wurschtel gerade schon ewig an etwas herum, und es klappt einfach nicht so, wie ich will. Und ja, das kommt zwar bei mir selten vor, aber diesmal ist es der Internet Explorer, der mir alles korrekt anzeigt, und Opera und Firefox nicht.

Das ist doch zum Aufregen. Da wünscht man sich echt einen Einheitsbrowser. Einen, den alle benutzen und gut ist – nicht zig verschiedene. *grml*

Aug

31

 

Meist kurz vor den Ferien bin ich geradezu optimistisch, was mich und mein Lernverhalten angeht. Da nehme ich mir allerlei vor, in den Ferien zu tun, damit im nächsten Schuljahr alles besser klappt. Meist klappt das alles dann doch nicht so, wie geplant… Zumindest habe ich für diese Ferien mal eine Aufgabe, bin aber noch nicht (wirklich) an diese herangegangen.

In diesen Ferien muss ich einen Essay für Deutsch schreiben. Nun ja, schreiben ist für mich jetzt nichts Anstrengendes. (Zumindest finde ich es wesentlich entspannender, als ein Mathe- oder BWL-Abivorbereitungsbuch aufzuschlagen, nicht weiterkommen, mir die Haare zu raufen, weil ich aus den Lösungen aus dem dazugehörigen Lösungsheft nicht schlau werde. Anschließend das Buch voller Wut in die nächste Ecke zu werfen und festzustellen, wie wenig man eigentlich kann und weiß.)

Jedenfalls: Das Thema meines Essays lautet…

Vaterland ist, wo mich Luise liebt“ -
Vaterland – Muttersprache – Heimat

… und wenn ich ehrlich bin, kann ich persönlich wenig damit anfangen. (Das Zitat stammt übrigens aus Schillers Drama ‚Kabale und Liebe‘.)

Ich habe es in letzter Zeit desöfteren mal versucht, einen guten Einstieg zu finden, aber mir fällt einfach nichts ein. Das Thema ist für mich eigentlich eher ein ernsteres, nichts, womit man mit Witz und Ironie herangehen kann. Und wenn ich ehrlich zu mir selbst bin, hatte ich es noch nie so mit ernstem Schreiben.

Deshalb frage ich einfach mal herum. Ich bräuchte ein paar Ideen, Gedanken zum Thema, wenn einer also Lust hat, ein paar Fragen zu beantworten (die sind auch gewiss nicht schwer), wäre mir schon etwas geholfen. Dabei ist mir Eure Meinung wichtig, nicht die Definition eines Lexikons.

1. Wie definiert ihr Heimat?
Was verbindet ihr damit (Orte, Personen, Landschaften)? Ist ‚Heimat‘ ein fester Ort, oder ist Heimat da, wo die Liebe ist (siehe Zitat)?
2. Wie definiert ihr Vaterland?
3. Sind Vaterland und Heimat das Gleiche? Oder: Was ist der Unterschied?
4. Welche Themen falle Euch noch zum Thema des Essays ein, die angesprochen werden sollten?

Das sind die Fragen, die mir im Kopf herumschwirren. Für Anregungen, Vorschläge und Ideen bin ich also dankbar. Dann kann ich mal etwas Produktives leisten. :/

Als ich klein war, machte ich mir nie irgendwelche Gedanken über unsere Dialekt. Für mich war es normal, schwäbisch zu reden, und die ‚im Fernsehen‘ waren diejenigen, die doch absolut nicht richtig sprechen konnten. Überhaupt klang ‚unsere Sprache‘ doch viel schöner als dieses ‚eingebildete Hochdeutsch‘.

Wenn man dann in die Schule kommt, wird man dann förmlich desillusioniert. „Ihr seid jetzt in der Schule, und da lernt ihr richtiges Deutsch.“

Da heißt es nicht mehr ‚dem Papa sein Fuß‘ sondern ‚der Fuß des Vaters‘ – und der Fuß war auch nicht mehr das, was er einmal war, denn der hieß ab sofort ‚Bein‘. Auch die bösen Dinger, die mich nachts im Sommer stachen, waren ‚Stechmücken‘, und keine ‚Schnacken‘. Und ‚Mucken‘ waren ‚Stubenfliegen‘.
Auch das mit den Zeiten war seltsam, ich verstand damals nicht, warum ich nicht mehr „ich habe das gemacht gehabt“ sagen durfte und stattdessen nun belehrt wurde, dass es „ich hatte das gemacht“ hieß.

Ja, die Umstellung der ‚Sprache‘ ist schon nicht ganz leicht für uns schwäbischen Kinder gewesen. Viele verfielen vor Verwirrung oft ins ‚Schwäbisch-Deutsch‘ und das klang noch schlimmer, als das Urschwäbisch selbst. Auch viele Lehrer hatten es auch bestimmt nicht leicht mit uns gehabt. Schließlich gab es auch einige trotzige Kinder, die voller Wut ihren Dialekt verteidigten und behaupteten: „Des hoißt net ‚Fliegenklatsche‘ des hoißt ‚Muggabatschor‘!

Aber im Großen und Ganzen gabe es doch schon einiges, was sich sprachlich gelohnt hat, zu ‚verlernen‘.

Denn wenn man auch vieles ausrotten konnte, es gibt bis heute noch etwas, das viele Schwaben nie verlernen werden. Das fiel mir auf, als ich letztens einen Schwaben im Fernsehen reden hörte.
Es gibt da bestimmte zwei Wörtchen. Und immer, wenn diese zwei Wörtchen fallen, erleide ich physische und psychische Schmerzen, weil sich das doch selbst in meinen Ohren grauenhaft anhört. Der Übeltäter heißt der wo.

Der wo tritt überall bei uns auf, in der Definitionen verlangt werden. Und das passiert in meinem Klassenzimmer recht oft. Der wo hat so oft seinen Auftritt, dass es meine Deutschlehrerin schon aufgegeben hat, vom der wo-betroffene Schüler die ganze Zeit zu korrigieren. Der wo will berühmt werden. Der wo will gelesen werden. Und deshalb schmuggelt er sich immer wieder in die Köpfe und in das Geschriebene. Der wo ist irgendwie einfach unausrottbar.

Es gibt deshalb einen Wunsch, den ich schon länger hege:
Der Mensch, der wo das erfunden hat, mit dem würde ich gerne mal ein ernstes Wörtchen reden. Ja. Und damit die Welt verbessern.

Für manche World of Warcraft-Namen sollte es echt Preise geben. ;)


Jede Art zu schreiben ist erlaubt, nur nicht die langweilige.

Voltaire

Jenny, 22 Jahre jung. Schon immer in Baden-Württemberg lebend. (Ist froh, dass sie nicht genauso schreibt wie sie spricht.) Hat seit Sommer 2007 das Abi in der Tasche beginnt nun eine Ausbildung zur Mediengestalterin.

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