Erste Erfahrungen
Nachdem ich gestern eigentlich Bewerbungsfotos machen wollte, habe ich meine Schwester gebeten, sie möge mir doch bitte die Haare bügeln und sich an meinem Gesicht vergehen.
Jedenfalls hat sie mir die Wimpern so stark getuscht, dass ich das Zeug gerade eben kaum wegbekommen habe. Irgendwie fühlt sich das an, als ob man Kleber in den Wimpern hätte.
Ich weiß schon, warum ich es lieber natürlich mag. :/
Nachtrag: Die Passfotos sind gemacht, bekomme ich aber erst am nächsten Dienstag. Sie sind grausam. Dann müsst ihr einfach damit vorlieb nehmen (ja, natürlich, der Schatten war so gewollt, und für die vielen Härchen im Gesicht kann ich nichts, war etwas windig, ach ja – übrigens die freundlichste Version der Bilder…).
Tagtägliches
Langeweile?
Langeweile treibt uns manchmal schon dazu, komische Sachen zu machen. In letzter Zeit ist mir echt oftmals langweilig, dann blogge ich meistens. Obwohl ich eigentlich Wichtigeres zu tun hätte, zum Beispiel meinen Essay schreiben.
Es liegt irgendwie in unserer Familie, komische Sachen zu machen, wenn uns langweilig ist. Mein Bruder verfasst Einträge über sich selbst bei Wikipedia. Mein anderer Bruder läuft den ganzen Tag im Haus herum und wiederholt: „Mir ist langweilig.“ Richtig kreativ hingegen war meine Schwester neulich.
Die hat ihren Namen in unserem Garten verewigt (um das zu fotografieren musste ich übrigens da hinaufklettern (bin also gar nicht so unsportlich)). Ich empfand das Rasenmähen ja eher als anstrengend, aber ihr scheint das richtig Spaß zu machen. (?)
Bizarres/Komisches, Tagtägliches
Aufgeräumt
Ich habe heute mal wieder mein Zimmer aufgeräumt. Das tu‘ ich alle zwei Schaltjahre mal oder wenn Besuch kommt. Heute kam Besuch, und dem konnte ich doch mein unaufgeräumtes Zimmer nicht zumuten.
Zimmer aufgeräumt heißt bei mir, man kann im Zimmer laufen kann, ohne sich die Haxen zu brechen oder in einen Reißnagel zu treten. Das heißt so viel wie: Ich räume alles, was auf dem Boden liegt, entweder…
a) in den Müll (weil es Müll ist),
b) in die Waschmaschine (weil es Klamotten sind, die mal in die Wäsche müssen),
c) in einen Plastiksack (weil es Klamotten sind, die ich nicht mehr anziehe und deshalb in die Altkleidersammlung kommen) oder
d) in den Schrank (weil Klamotten da hingehören)…
… und staubsauge dann alles ganz ordentlich.
Man glaubt eigentlich kaum, wie sauber das hier jetzt aussieht, nur weil ich mal alles vom Boden weggeräumt habe.
Mein Schreibtisch sieht immer noch aus (wie Sau) und in meinen Schränken liegt alles kreuz und quer herum. Na ja, guckt ja keiner ‚rein.
Ergo: Ist zwar nicht aufgeräumt. Sieht aber so aus. Und das gibt mir ein gutes Gefühl (ich schau‘ ja schließlich nicht dauernd in den Schrank).
P.S.: Ich habe desöfteren mal hier und da Kleingeld auf dem Boden gefunden. Hm, und da frage ich mich immer, wo das ganze Geld hinfließt. *kopfschüttel*
Tagtägliches
Arschlochtag
Gestern war absolut nicht mein Tag. An solchen Tagen sollte man sich in einen schalldichten Raum einschließen, in dem ein Bett steht, und den ganzen Tag einfach nur schlafen. Da kann man einfach nichts falsch machen.
Bin also gestern Morgen aufgestanden. Und nachdem ich eine E-Mail, einige Kommentare und sonstiges geschrieben hatte, habe ich festgestellt, dass ich a) immer mal irgendwelche Wörter in Sätzen vergessen hatte, b) ich alles so formuliere, dass mich ja keiner verstehen kann und c) ich es für heute lassen sollte.
Dann dachte mir, dass ich kurz in die Stadt fahre, um mir eine neue Jacke für den Winter zu kaufen plus neue Kontaktlinsen und Zubehör. Bin dann gegen zehn Uhr mit dem Bus los.
Ich schlender ganz gemütlich durch die Stadt. Nach einer Weile bemerkte ich, dass mich alle Leute so anstarrten. Also schaute ich ganz automatisch herab, und bemerkte, dass ich meinen Pulli links herum trug. Links herum! (Wie kann man denn das nicht bemerken?) Ich bin daraufhin schnell in das nächste Kleidergeschäft und habe mich dort ‚richtig‘ angezogen.
Als nächstes bin ich in den C&A. Dort habe ich nach meiner Jacke gesucht. Nachdem ich endlich eine Jacke ohne irgendwelchen ‚Puschel‘ dran gefunden hatte, dachte ich mir, probiere ich die mal an. Die Jacke musste man mit einem Stab holen, der vorne eine Art Haken hatte, da sie weit oben hing. Gut, mache ich also, und irgendwie gelingt es mir, drei weitere Jacken mitzuziehen, die dann erstmal alle lustig auf mich draufplumpsten.
Und die Jacke passte dann letzten Endes nicht mal.
Dann bin ich erstmal nach Hause. Frisch fröhlich frech in einen Reisnagel getreten. Mir vorgenommen, endlich (wieder) mal mein Zimmer aufzuräumen. Irgendwann dann bekam ich furchtbare Kopfschmerzen. Gegen zwanzig Uhr bin ich dann schlafen gegangen.
Aber wie das so mit den Arschlochtagen ist, da wird sowieso nicht erfüllt, was Du Dir wünschst. Das heißt, ruhig schlafen war einfach nicht drin. Als ich knapp am Einschlafen war, hat meine Schwester direkt über mir ihre Musik recht laut aufgedreht. Bin dann extra aufgestanden, habe zu ihr hochtelefoniert und gebten, sie möge ihre Musik leise machen. Wieder hingelegt.
Etwas später klopft dann mein Vater an meine Tür. „Was machst Du?“ „Nach was sieht es denn aus?“, grummel ich. „Hm, der PC ist aus – dann kannst Du entweder nur essen oder schlafen. Hm, im Dunkeln kann man nicht essen. Also schläfst Du. Ok. Gute Nacht!“ Hundert Punkte.
Etwas später ging dann der Fernseher laut los. Parallel dazu wieder die Musik meiner Schwester. Ich war nah an einem Nervenzusammenbruch. Habe schließlich wieder gebeten, leise zu machen, und dann ging’s. Ich bin endlich eingeschlafen.
Hm. Und an einem solchen Tag mache ich mich über meinen Vater lustig, dass er aus Versehen die gekaufte Ware an der Kasse eines anderen Kunden einpackt. Ich weiß auch nicht.
Das war einfach nicht mein Tag gestern.
Blogroll, Tagtägliches
Wir können alles. Außer Hochdeutsch.
Als ich klein war, machte ich mir nie irgendwelche Gedanken über unsere Dialekt. Für mich war es normal, schwäbisch zu reden, und die ‚im Fernsehen‘ waren diejenigen, die doch absolut nicht richtig sprechen konnten. Überhaupt klang ‚unsere Sprache‘ doch viel schöner als dieses ‚eingebildete Hochdeutsch‘.
Wenn man dann in die Schule kommt, wird man dann förmlich desillusioniert. „Ihr seid jetzt in der Schule, und da lernt ihr richtiges Deutsch.“
Da heißt es nicht mehr ‚dem Papa sein Fuß‘ sondern ‚der Fuß des Vaters‘ – und der Fuß war auch nicht mehr das, was er einmal war, denn der hieß ab sofort ‚Bein‘. Auch die bösen Dinger, die mich nachts im Sommer stachen, waren ‚Stechmücken‘, und keine ‚Schnacken‘. Und ‚Mucken‘ waren ‚Stubenfliegen‘.
Auch das mit den Zeiten war seltsam, ich verstand damals nicht, warum ich nicht mehr „ich habe das gemacht gehabt“ sagen durfte und stattdessen nun belehrt wurde, dass es „ich hatte das gemacht“ hieß.
Ja, die Umstellung der ‚Sprache‘ ist schon nicht ganz leicht für uns schwäbischen Kinder gewesen. Viele verfielen vor Verwirrung oft ins ‚Schwäbisch-Deutsch‘ und das klang noch schlimmer, als das Urschwäbisch selbst. Auch viele Lehrer hatten es auch bestimmt nicht leicht mit uns gehabt. Schließlich gab es auch einige trotzige Kinder, die voller Wut ihren Dialekt verteidigten und behaupteten: „Des hoißt net ‚Fliegenklatsche‘ des hoißt ‚Muggabatschor‘!„
Aber im Großen und Ganzen gabe es doch schon einiges, was sich sprachlich gelohnt hat, zu ‚verlernen‘.
Denn wenn man auch vieles ausrotten konnte, es gibt bis heute noch etwas, das viele Schwaben nie verlernen werden. Das fiel mir auf, als ich letztens einen Schwaben im Fernsehen reden hörte.
Es gibt da bestimmte zwei Wörtchen. Und immer, wenn diese zwei Wörtchen fallen, erleide ich physische und psychische Schmerzen, weil sich das doch selbst in meinen Ohren grauenhaft anhört. Der Übeltäter heißt der wo.
Der wo tritt überall bei uns auf, in der Definitionen verlangt werden. Und das passiert in meinem Klassenzimmer recht oft. Der wo hat so oft seinen Auftritt, dass es meine Deutschlehrerin schon aufgegeben hat, vom der wo-betroffene Schüler die ganze Zeit zu korrigieren. Der wo will berühmt werden. Der wo will gelesen werden. Und deshalb schmuggelt er sich immer wieder in die Köpfe und in das Geschriebene. Der wo ist irgendwie einfach unausrottbar.
Es gibt deshalb einen Wunsch, den ich schon länger hege:
Der Mensch, der wo das erfunden hat, mit dem würde ich gerne mal ein ernstes Wörtchen reden. Ja. Und damit die Welt verbessern.
Retrospektive, Tagtägliches

