Vorgestern hatte ich meine Schulbücher gesucht. Vor diesem Moment habe ich mich schon jahrelang gefürchtet, weil ich mich immer wieder während diverser Schuljahren gefragt hatte, wo einige Bücher überhaupt verstaut sind. Ich rechnete mal grob mit plus/minus fünf Stunden, insgesamt hatte ich aber alle innerhalb zehn Minuten zusammen, wenn man von einem Buch mal absieht, das ich bis jetzt noch nicht gefunden habe. (Nämlich mein „Words in context“ für Englisch.) Dafür gefunden habe ich das Buch für Französisch, das ich damals bei der Bücherabgabe in der Realschule abgeben hätte sollen, und einige alter Liebesbriefe diverser Ex-Liebschaften, die ich nach einiger Zeit eigentlich immer wegwerfe.
Gestern ging ich dann mit der mindestens hundert Kilo schweren Tasche, voll bepackt mit Büchern (die ich teilweise nie aufgeschlagen hatte), in die Schule, und beschloss nach dem Erklimmen der dritten Etage, in der unser Klassenzimmer liegt, mindestens eine Million Euro Schmerzensgeld verlangen. Nach dem Runtertragen in den Bücherraum in der untersten Etage beschloss ich, das Schmerzensgeld zu verdoppeln.
Übrig geblieben sind übrigens mein Wirtschaftsgesetz, mein „Dauerdepression-Lyrik“-Büchlein „Heimat- und Exillyrik“-Büchlein, mein Abiturvorbereitungsbuch für VBRW und das für Mathe, welches ich kein einziges Mal aufgeschlagen hatte (es aber hätte tun sollen (was mir jetzt kein schlechtes Gewissen bereitet (und eine dritte Klammer mit Inhalt, wenn ich schonmal dabei bin))). Irgendwann schenke ich meinen zukünftigen Kindern die Bücher als Malunterlage.
Jedenfalls bin ich die Bücher nun los und mein Rücken ist reif für das Altersheim.
Fächer: Deutsch, Mathematik, Englisch und VBRW (VWL/BWL/Rechnungswesen).
Punkte: 7 (=3,3), 12 (=1,6), 10 (=2,3) und 4 (=4,3).
Mal sehen, wer herausfindet, welche Note zu welchem Fach gehört.
Auflösung nach Doro:
VBRW: 7 Punkte.
Deutsch: 12 Punkte.
Mathe: 4 Punkte.
Englisch: 10 Punkte.
Hundertzwanzig Euro hat das Ganze gekostet. Teurer Spaß, das Abitur, Part II.
P.S.: Danke nochmal an die Wetterhexe Mitarbeiterin beim Mc Donald’s, die sich an das Geländer der Terrasse gestellt hat, und durch „Wind, komm, Wind!“-Rufe plus Regen herbeirufende Gesten ein jenseits Sauwetter heraufbeschworen hat.
Edit:
Marc: weiß gar nicht warum die Kommentatoren beim Kleid den Kopf vermissen. Kann man doch basteln.
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Da seht ihr mal.
Hundertzwanzig Euro hat das Ganze gekostet. Teurer Spaß, das Abitur.
Es hat ja doch irgendwie Vorteile, dass der Unterricht kein Unterricht mehr ist, sondern ein sinnloses Absitzen sinnloser Stunden. Ich brauche nämlich anstatt einer Tasche mit zig Heften, Büchern und Ordnern nur noch drei Dinge: etwas zu essen, zu trinken und ein Buch, das ich während der ganzen Zeit lesen kann.
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