Ich wollte heute ja echt kein Geld ausgeben. Aber immerhin war es ja für einen guten Zweck. Ich bin heute mit Marina in die Stadt, um dort Schulzeug einkaufen zu gehen. Beziehungsweise – sie wollte, ich ursprünglich nicht.
Aber als wir dann im Müller waren, hatte ich unglaubliche Lust, ordentlich zu werden. In einer Schreibwarenabteilung fühle ich mich einfach richtig wohl, ich würde da am liebsten alles einkaufen. Also überlegte ich spontan, was ich denn brauchen könnte, und da fiel mir als erstes nur ‚Ordner‘ ein.
Ich hatte letztes Jahr auch Ordner (beziehungsweise Schnellhefter), aber nachdem das Einheften die ersten zwei Wochen gut funktionierte, und nach einer längeren Zeit der Rest der Blätter nur noch in meinem College-Block liegen blieb, habe ich meinen Glauben an das Ordentlichsein eigentlich verloren.
… Gut, war mir dann in dem Moment doch egal (schließlich ist man optimistisch), habe mal grob überschlagen, und neun Ordner mitgenommen. Jetzt habe ich tatsächlich für jedes Schulfach einen Ordner (sogar für Ethik, obwohl ich da ja die Blätter nach dem Unterricht gleich wegwerfe), und ich habe beschlossen, dass mein Matheordner lila (fast pink) wird. Beschriftet habe ich sie auch schon.
Außerdem: Ich habe schon seit längerem kein Mäppchen mehr für meine Stifte. Mein Besitz an Schreibmaterial ist recht begrenzt, ein Tipp-Ex, ein Bleistift und drei Kugelschreiber, die irgendwo in meiner Schultasche herum liegen lagen. Wenn ich sonst etwas Extravagantes brauchte (beispielsweise Farbstifte), habe ich mir das immer von meinen Nebensitzern geschnorrt geliehen.
Also habe ich mir eines angeschafft – also ein Mäppchen. Stand ganz groß drauf ‚Schlamperetui‘ – damit konnte ich mich gleich identifizieren. Dann noch Stabilo-Filzstifte, einen Textmarker, einen Radiergummi und einen Spitzer. So Sachen, die man eigentlich so nie wirklich braucht, aber meint, sie besitzen zu müssen (finde ich jedenfalls).
Und eigentlich mein persönlicher Höhepunkt: Eine Schere und Klebstoff. Das nehmen ja eigentlich nur Streber ordentliche Schüler mit in die Schule. Zumindest war das letzte Mal, als ich Schere und Klebstoff für die Schule hatte, in Klasse drei oder vier. Aber ich bin ja auch nicht ordentlich.
Was ich sagen wollte: Ich bin jetzt total gut für nächstes Schuljahr ausgestattet.
P.S.: Jetzt brauche ich nur noch eine neue Schultasche, die, die ich sonst immer hatte, ist nämlich nicht meine.
Meist kurz vor den Ferien bin ich geradezu optimistisch, was mich und mein Lernverhalten angeht. Da nehme ich mir allerlei vor, in den Ferien zu tun, damit im nächsten Schuljahr alles besser klappt. Meist klappt das alles dann doch nicht so, wie geplant… Zumindest habe ich für diese Ferien mal eine Aufgabe, bin aber noch nicht (wirklich) an diese herangegangen.
In diesen Ferien muss ich einen Essay für Deutsch schreiben. Nun ja, schreiben ist für mich jetzt nichts Anstrengendes. (Zumindest finde ich es wesentlich entspannender, als ein Mathe- oder BWL-Abivorbereitungsbuch aufzuschlagen, nicht weiterkommen, mir die Haare zu raufen, weil ich aus den Lösungen aus dem dazugehörigen Lösungsheft nicht schlau werde. Anschließend das Buch voller Wut in die nächste Ecke zu werfen und festzustellen, wie wenig man eigentlich kann und weiß.)
Jedenfalls: Das Thema meines Essays lautet…
„Vaterland ist, wo mich Luise liebt“ -
Vaterland – Muttersprache – Heimat
… und wenn ich ehrlich bin, kann ich persönlich wenig damit anfangen. (Das Zitat stammt übrigens aus Schillers Drama ‚Kabale und Liebe‘.)
Ich habe es in letzter Zeit desöfteren mal versucht, einen guten Einstieg zu finden, aber mir fällt einfach nichts ein. Das Thema ist für mich eigentlich eher ein ernsteres, nichts, womit man mit Witz und Ironie herangehen kann. Und wenn ich ehrlich zu mir selbst bin, hatte ich es noch nie so mit ernstem Schreiben.
Deshalb frage ich einfach mal herum. Ich bräuchte ein paar Ideen, Gedanken zum Thema, wenn einer also Lust hat, ein paar Fragen zu beantworten (die sind auch gewiss nicht schwer), wäre mir schon etwas geholfen. Dabei ist mir Eure Meinung wichtig, nicht die Definition eines Lexikons.
1. Wie definiert ihr Heimat?
Was verbindet ihr damit (Orte, Personen, Landschaften)? Ist ‚Heimat‘ ein fester Ort, oder ist Heimat da, wo die Liebe ist (siehe Zitat)?
2. Wie definiert ihr Vaterland?
3. Sind Vaterland und Heimat das Gleiche? Oder: Was ist der Unterschied?
4. Welche Themen falle Euch noch zum Thema des Essays ein, die angesprochen werden sollten?
Das sind die Fragen, die mir im Kopf herumschwirren. Für Anregungen, Vorschläge und Ideen bin ich also dankbar. Dann kann ich mal etwas Produktives leisten. :/
Ich habe gerade ein bisschen in meinen alten Schulsachen herumgestöbert, und dabei ist mir auch das in die Hand gefallen.
Das waren noch Zeiten Noten…
Abgelegt in







