21. Oktober 2006

Ich ‚lerne‘

Ich schreibe am Montag eine Biologie-Klausur. Eigentlich müsste man ja bei dem Stoff mindestens eine Woche lang davor anfangen zu ‚lernen‘, sonst wird man damit im Prinzip gar nicht fertig. Ich habe das aber nicht getan. Nö. Ich habe erst heute damit angefangen.
Ich habe also mir heute erstmal gedacht, dass ich den Stoff auf den mehr als zwanzig Blättern mal zusammenfasse. Ich kann das nämlich nicht brauchen, wenn da irgendwo zwischen den eigentlich wichtigen Sachen Bildern kleben, die man eigentlich gar nicht braucht. Außerdem war meine Schrift an diversen Stellen leicht wüscht. Ich bin noch nicht fertig, aber jetzt bin ich gerade etwas mehr als sechs DIN A4 Seiten (!), beschriftet vorne und hinten (!!). Wenn ihr Euch das anschaut, kann man sich denken, wie viel Zeug das eigentlich ist.

Na ja. Was heißt eigentlich lernen. Lernen ist das ja nicht. Es ist ein Auswendiglernen und es danach wieder vergessen. So wie bei den meisten Fächern irgendwie. Ja, so richtig sinnfrei eigentlich. Ich erinnere mich dunkel an die ersten zwei Wochen, als ich aufs Gymnaisum kam, und man sagte: „Ach, in der Realschule, das war nur alles auswendig lernen. Das ist hier auf dem Gymnasium nicht so. Das ist nur ein total kleiner Teil auswendig lernen, und viel Transferleistung.“ Damals habe ich das geglaubt. Heute könnte ich mich darüber totlachen. Ha ha.

Da ich aber absolut kein Könner im Auswendiglernen bin, habe ich da ja quasi schon verloren. Leider habe ich echt keine Lust, es so laufen zu lassen wie bei der letzten Bioarbeit: Nix tun und dann null Punkte kassieren. Das war dann zwar ein schönes Wochenende, aber keine schöne Endnote im Zeugnis. Deshalb fasse ich das zusammen. Das hilft mir meist dabei, das Ganze zu verstehen, und es leichter auswendig lernen zu können. Ich meine, ich habe das Wochenende eh nichts Besseres zu tun.

Deshalb sitze ich hier, fasse lustig meine Bioaufschriebe zusammen und habe Spaß dabei. Ja. Das wollte ich nurmal so los werden.


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19. Oktober 2006

Betriebsbesichtigung bei Audi

Heute hatten wir einen Ausflug. Wir haben ja so relativ wenig Ausflüge. Finde ich eigentlich auch gut so, weil ich Ausflüge irgendwie doof finde. Heute aber fand ich das Ganze ausnahmsweise mal interessant.

Wir hatten heute eine Betriebsbesichtigung im Audi-Werk in Neckarsulm und haben mitverfolgen dürfen, wie der A6 entsteht. Am Anfang haben wir so Hörer bekommen, die man sich so ums Ohr pappt (quasi so eine Halterung), und in so ein Empfangsgerät einsteckt, so dass die Frau Führerin alles bequem über Mikrofon erzählen konnte, ohne in lauteren Fertigungsstellen schreien zu müssen. Ich sage Euch, das Ding fürs Ohr war überhaupt nicht tricky, das konnte man nämlich nicht ans Ohr anpassen. Das führte halt dazu, dass ich die ganze Zeit mehr damit beschäftigt war, das Ding an mein Ohr zu halten, damit es nicht herunterfällt, anstatt der guten Dame zuzuhören. Ich glaube, ich habe neben der kleinen Nase auch noch verdammt kleine Ohren.

Ja, die Führung war eigentlich interessant, muss ich sagen. Anfangs haben wir gesehen wie die riesen Rollen Material von so Maschinen zerschnippelt wurden und in den Pressen gepresst (mit 7000 Tonnen Presskraft (o.s.ä) – ich habe mir mal vorgestellt, wie das ist, in so einer Presse zu landen, uah), später hat man dann gesehen, wie Roboter die Teile miteinander verschweißt hatten. In der Endfertigung hat man dann gesehen, wie die Karossierie auf den Motor (und was noch so unters Auto kommt) kommt, was die Leute bei Audi ganz romantisch ‚Hochzeit‘ nennen.
Die Führungsdame war manchmal auch ganz lustig. Als wir gerade an der Stelle waren, an der der Motor unter die Karosserie kommt, erzählt sie lustig, welche Leutchen hier so arbeiten, beispielsweise KFZ-Mechaniker oder Elektroniker. Und dass sie selbst mal Friseuse Friseurin gelernt hat, dann irgendwo im Eletronikbereich gearbeitet hat und aufgestiegen ist (schließlich hat man als Friseurin echt viel Kundenkontakt und kann gut mit Menschen umgehen, man ist also dafür geschaffen Führerin im Audi-Werk zu werden). Also Leute, Hauptschulabschluss? Friseurin gelernt? Auf zu Audi! Da kann man gut aufsteigen.

Wenn man so sieht und hört, dass in jeder Fertigungsstelle mehr als 96 Prozent alles völlig automatisiert abläuft, denkt man ja unweigerlich auch an die Probleme der Substitution in unserer Gesellschaft. Aber nein. So Frau Friseurin-Führerin. So schlimm sei das ja gar nicht. Denn es gibt ja auch noch Leute, die die Roboter programmieren und warten (das reicht doch). Von wegen die Substitution sei so schlimm. Das alles da was die Roboter machen, war früher mal ein „Knochenjob“. Die Leute sind bestimmt froh, dass sie das nicht mehr machen müssen.

Ansonsten war das alles auch echt praktischer BWL-Unterricht. Alles was wir so gelernt hatten im Laufe der letzten zwei Jahre hat man hier gesehen. Es gab Tochtergesellschaften. Die just in time-Produktion. Verschiedene Fertigungsstellen, was mich immer an die Betriebsabrechnungsbögen in Kosten- und Leistungsrechnung erinnerte, wo man die Gemein- von den Einzelkosten trennt.
Ich sehe es einfach schon vor uns: Immer das praktische Beispiel an Audi. „Damals, als wir bei Audi waren, da gab es auch die Lackierei, das ist eine Kostenstelle!“, höre ich jetzt schon, wenn wir das nächste Mal praktische Beispiele für irgendeinen Unfug brauchen.

Trotzdem war ich froh, bald wieder daheim zu sein. Das Laufen war echt nervig, meine Beine waren irgendwie so wackelig. Was mich auch noch richtig gestört hat, war, dass meine linke Kontaktlinse auf einmal nichtmal richtig funktionierte. War irgendwie dreckig, und sah alles vernebelt mit dem einen Auge (habe mir heute dann eine neue Kontaktlinse gekauft, leider -0,25 Dipotrien zu schwach, das fühlt sich jetzt an, als ich beim Sehen schielen würde).

Ja, eigentlich insgesamt ein ganz gelungener Tag. Dafür schreibe ich morgen Mathe. :roll:


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14. Oktober 2006

Abifahrt und Abislogan

Da wir ja schon im April Abi schreiben, kümmert man sich jetzt schon fleißig um die Abifahrt, Abislogans, den Abiball, die Abizeitung und was es sonst noch alles so gibt.

Nachdem wir letzte Woche erfahren haben, dass eine Abifahrt während der Schulzeit nicht gestattet wird (zu viele Termine für Lehrer (Korrekturen, Prüfungen an anderen Schulen), deshalb kein Lehrer verfügbar => keine Abifahrt ist ohne Lehrer gestattet), müssen wir das jetzt in die Pfingstferien verlegen. Seit Freitag ist auch klar, wo es hingeht: Nach Ibiza. Für 360 Euro Flug dorthin und all inclusive.
Ob ich da mitgehe, weiß ich noch nicht so recht. Ich mag meine Klasse wirklich super gerne, und ich würde schon noch gerne ein letztes Mal mit ihnen irgendwohin fahren. Andererseits denke ich da schon auch an die Kosten, die auf meinen Vater zukommen (Abschlussfahrt meines Bruders, Führerschein, Abiball, … ) und daran, dass das wohl eh eine Woche lang nur ein Partyurlaub beziehungsweise ein Saufgelage wird, wofür mein Gemüt nicht ganz gebaut ist.

Auch über die üblichen Abislogans macht man sich schon Gedanken. In jeder Klasse wurden jetzt fünf Slogans vorgeschlagen, unsere hat für „Abikini – knapp, aber passt schon“ und „RentABIlität – nach 13 Jahren abgeschrieben“ gestimmt.
Ich weiß auch nicht warum, aber mit dem Bikinidingens kann ich mich nicht so recht anfreunden. Es wird quasi so mehr oder weniger so dargestellt: ‚Knapp, aber passt schon‘ – also nix gemacht und trotzdem geschafft. Das war bei den meisten mal nicht so, deshalb kann ich mich da mal gar nicht damit identifizieren. Vor allem die Zeit, die ich in VBRW gesteckt habe. Und nix gebracht hat. Ha ha.
Für das zweite habe ich gestimmt. Passt mal zu unserer Schulart und finde ich ganz originell. Auch wenn meine Kenntnisse in Rechnungswesen beziehungsweise Abschreibungen recht gering ist, verstehe ich ihn, und habe ihn für gut befunden. So.

Wegen Abifahrt muss ich mich schon bis Montag entscheiden. Mal sehen.


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12. Oktober 2006

Lustige Bastelstunden in Bio

Es gibt Fächer, die selbst 13er gefühlsmäßig zurück in die erste Klasse versetzen können. Heute: Lustige Bastelstunden in Bio.

Ja, die zwei Stunden waren eigentlich ziemlich überflüssig. Unser Biolehrer meinte, dass es doch total lustig sein würde, wenn wir heute ein paar tolle Versuche machen könnten. Gut, der Vorteil bei so Sachen ist ja, dass man da relativ wenig denken muss, man nebenher ein nettes Schwätzle halten kann und dass die Zeit ganz schnell vorbei geht. Der Nachteil ist, dass das nicht Bestandteil unserer nächsten Klausur ist, deshalb total überflüssig ist.

Der Versuch an sich war echt Arbeit für Doofe. Eine Pflanze, eine Wasserpest, in ein Reagenzglas packen, dann Wasser hinzufügen, mit einer Lampe schön anleuchten, drei Minuten warten, und dann die aufsteigenden Bläschen, die die Pflanze produziert, zählen. Und das zehn Minuten lang. Mit fünf verschiedenen Arten von Wassern. Und dann das Ganze in ein Koordinatensystem übertragen. Das war echt mal eine dämliche Aufgabe, die Marina aus unserer Gruppe ganz klar freiwillig übernommen hat. Die Gute. Ich war immerhin so überaus freundlich, das Reagenzglas mit Wasser aufzufüllen, schließlich möchte man ja den Luftbläschenzähler seelisch unterstützen.
Wenn ich mal kein Wasser geholt habe, habe ich gegessen. Insgesamt habe ich aus Langeweile zwei Haselnuss- und einen überaus widerlichen Cranberries-Müsliriegel verspeist, nicht zu vergessen den Rest meiner Käselaugenstange (die ich schon fast ganz aufgegessen hatte, bevor ich überhaupt an der Schule war). Ja. Diese zwei Stunden waren geprägt von Spannung, großem Interesse an der Wasserpest und einem überaus (sauberen?) Aufschrieb. Der morgen wahrscheinlich irgendwo im Müll landen wird.

Das Ganze hatte dann irgendwas mit Fotosynthesen-Rate zu tun. Ich habe mich ja anfangs echt gefreut, dass wir jetzt endlich mal was anderes in Bio als Genetik machen, aber so Pflanzenzeugs ist auch nicht unbedingt der Burner. Na ja. Was soll man machen. Kann ja nicht alles interessant sein.


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10. Oktober 2006

Das hat man davon

Ich bin einfach schlimm faul. Erst gestern dachte ich mir, dass ich die Mittagschule ausfallen lasse, um BWL/RW zu lernen, da wir morgen eine Klausur schreiben. Was habe ich getan? Ich bin heimgekommen, habe gegessen und danach geschlafen – bis halb sieben, und dann hatte ich keine Lust mehr irgendwas zu tun.

Heute ist aufgrund Lehrerabwesenheit die Mittagschule ausgefallen. Dachte ich mir doch, dass ich dann mittags fein BWL/RW lernen kann. Gegen drei Uhr wollte ich anfangen, dachte mir, ach, jetzt schläfst Du noch ein bisschen, ein Stündchen, und dann bin ich um sechs Uhr abends aufgestanden. (Ich glaube, ich habe eine Schlafsucht.)
Jetzt habe ich so gut wie gar nichts für die Klausur morgen getan, und schlage mich mit dem (überaus sozialen) Zfen mit der Berrechnung des effektiven Jahresszins herum.

Zu allem Überfluss schreiben wir morgen nochmal einen Englisch-Vokabeltest (der letzte ist übrigens ganz gut ausgefallen, und das, obwohl ich mir die Vokabeln nur in der Mittagspause vor Englisch voll gegeben habe. Es lebe mein (sonst so nicht merkfähiges) Kurzzeitgedächtnis!).

Na ja, ich werde mich jetzt noch ein wenig intensiver als zuvor mit der Thematik beschäftigen und hoffe morgen mal auf das Beste. Wer lustig ist, darf gerne zwischen 9.45 Uhr und 11.20 Uhr die Daumen drücken, vielleicht hilft das ja, obwohl ich es ja nicht verdient hätte, ich faules Stück. :no:


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