Osterferien. Heute vor einem Jahr habe ich also angefangen, aufs Abi zu lernen. Beziehungsweise nur auf das VBRW-Abi. (Reichte auch.) War absolut fleißig, wie ich halt so bin („Ich habe gerade fünf Minuten BWL/RW gelernt, und beschlossen, dass das für heute reicht.“). Hab mich total gestresst („Ich glaube, ich fange jetzt mal an, aufs Abi zu lernen. Bis jetzt bin ich auf stolze drei Stunden Gesamt-Lernzeit gekommen. Aber ich denke, dass das noch nicht so ganz reicht.“), um gute Ergebnisse zu erreichen („Aber ihr könnt das in der nächsten Arbeit so machen wie Jenny immer – ihr schreibt einfach so gut wie gar nix auf Euer Aufgabenblatt. Ich habe weniger zu korrigieren und dazu noch ein schönes Wochenende!“).

Ich habe der Schule immer höchste Priorität eingeräumt („Kurz vor sieben Uhr am Morgen in Deutschland: Ich habe gerade meine Schultasche für einen achtstündigen Schultag gepackt und festgestellt, dass ich mehr Essen und Trinken verstaut habe als Schulzeug.“), die belohnt wurde („Im Kosten- und Leistungsrechnung-Teil (machte circa die Hälfte der gesamt zu erreichenden Punkte in der Klausur aus) hatte ich von vierzehn Verrechnungspunkten stolze 2,5 erreicht.“). Es war einfach schön („Schonmal sechzehn Gedichte aus dem Heimat- und Exil-Lyrik-Büchlein in eineinhalb Stunden gelesen? Wenn nicht, dann Glückwunsch, ich war heute nach den zwei Stunden mehr oder weniger geistig am Ende.“).

Danke für diese schöne Schulzeit. Es war die schönste. (Echt jetzt!)

Um die fleißig lernenden Schüler vor allem in Baden-Württemberg aufzumuntern, hier meine kleine Rückblende auf mein Abitur von letztem Jahr:

Englisch … Kein Eintrag vorhanden. War zu langweilig. :nixwiss

BWL/VWL/Rechungswesen

Heute ist der schönste Schultag meines Lebens, denn heute habe ich mein VBRW-Abitur hinter mir. (…) … ja, ich hätte ich drei Wahlaufgaben voll mit Kostenrechnung verdient. Hätte ich. War aber nicht so. Ätsch! (…) Und last but not least (and definitely not chosen) – „Vollkosten- und Deckungsbeitragsrechnung“. Pfui, pfui.

Mathe

Mein Mathe-Abi war ungefähr so interessant, wie Kühen beim Grasen zuzusehen. Glücklicherweise bin ich gestern früher ins Bett, sonst wäre ich heute irgendwann mal über der Stochastik-Aufgabe eingeschlafen, und direkt mit dem Kopf auf mein Käse-Brötchen geknallt, das ich dabei gegessen habe. (…) Und weil Mathe so langweilig war, war mein persönliches Highlight heute ja, dass sich zwei Busfahrer am Busbahnhof aufs Übelste beleidigt, sich gegenseitig angespuckt und Sachen hinterher geworfen haben.

Deutsch

Deshalb hab ich mal rein präventiv meinem Bruder gesagt, er soll mich notfalls aufwecken, damit ich mein Abi nicht verschlafe. (…) Habe glücklicherweise einen Platz direkt am Fenster bekommen. Somit konnte ich immer den Blätter zusehen, wie sie im Wind schaukelten. Habe nämlich zeitlich gesehen länger gegessen und getrunken als geschrieben. (…) Was ich weiß: ich gehe jetzt erstmal eine Runde schlafen. Gut Nacht!

Datenverarbeitung (mündlich)

Wo ging also die Party die letzten Tage? In allererster Linie im Computerraum unserer Schule. (…) Außerdem lag mir mein Menü vom Mc Donald’s, das ich noch um kurz nach neun am Morgen gegessen hatte, relativ schwer im Magen. (…) Ich habe mich immer wieder tief im Innern gefragt, was die eigentlich von mir wollen. Hab am Anfang an meinem Verständnis gezweifelt, hab dann aber im Endeffekt einfach beschlossen, dass die älteren Herren einfach zu sehr in Schleifen, Arrays und im Binärcode denken. (…) Bevor ich nach der Verkündung der Note wieder ging, bekam ich noch Schimpfe von meinem DV-Lehrer, weil die Fehlzeiten nicht so vertretbar waren.

Ich hab’s hinter mir. IHR OPFER! Ha.

Freunde der Arbeitswelt, bald werde ich Eurem Bund beitreten. Richtig. Ich habe eine Zusage, und werde ab September offiziell ausgebildet zur Mediengestalterin in Fachrichtung Gestaltung und Technik in einer Agentur in Stuttgart. Und verdiene fett Kohle. Und verdiene endlich mal ein klein wenig Geld. Nach ganzen einundzwanzig Jahren.

Natürlich fängt nach so einer Zusage der ganze Bürokratie-Kram erst an. Da kackt der Hahn doch in die Pfanne – was man alles so braucht!

Als erstes habe ich meinen Ordner aus meinem Regal genommen, in dem alle wichtigen Dinge abgeheftet sind, und das, was ich brauche, fein ausgeheftet und säuberlich aufeinandergelegt, damit ich auch alles beisammen habe für die Vertragsunterzeichnung …
Also, so ähnlich. Ehrlich gesagt habe ich erstmal komplett die Schränke geleert, unter dem Bett, in meinem Computer und hinter meiner Stereoanlage geschaut … folglich nach meiner Lohnsteuerkarte gesucht, die ich irgendwann dieses Jahr mal zugeschickt bekommen habe. Zumindest glaube ich das. Lohnsteuerkarte nicht gefunden, eine vom Rathaus geholt, was mich ganze fünf Euro gekostet hat. Aber egal. Ich bin ja bald reich.

Als nächstes habe ich mich um eine Mitgliedsbescheinigung und Sozialversicherungsausweis gekümmert. Musste mich erst einmal informieren, was ein Sozialversicherungsausweis ist, nach eigenständiger Recherche (die meine Freundin übernommen hat) wusste ich nach ein paar Stunden, dass ich beides von der Krankenkasse bekomme, also dort angerufen, die mir daraufhin zwei Tage später einen ihrer Außendienstmitarbeiter geschickt hatten. (Die, die immer so furchtbar viel reden und erklären, was man eigentlich selber schon weiß.) War aber trotzdem sehr freundlich. Blieb auch freundlich, als ich fünf Minuten lang überlegte, ob ich meine neue Krankenkarte mit oder ohne Bild will. Und hat mir zum Schluss noch einen Kinogutschein geschenkt. Ist wohl so üblich, wenn man da ’ne Versicherung für Auszubildende unterschreibt. Tolles Timing, schließlich wollte ich ja mit Verwandtschaft und Anhang die nächsten Tage ins Kino gehen.

Bankverbindung und Adresse habe ich im Kopf – jetzt muss ich nur noch einmal zum Friseur meines Vertrauens, und los kann die Reise zum Ausbildungsvertrag gehen! Ich freu mich wie ein Schnitzel, in Zukunft wieder etwas Produktives tun zu können.

Jun

25

 

Wenn ich etwas überhaupt nicht mag, dann ist es Hektik. Hektik entsteht bei mir eigentlich nur, wenn ich mal verschlafen habe, und ich vom Aufstehen bis zur Busabfahrt nur noch fünf Minuten habe, ich mich anziehen und meine Sehhilfe einsetzen muss, parallel dazu mein Essen mache und es in die Schultasche packe.
weiter…

Jun

20

 

Hallo, Freunde der Sonne! Ich bin wieder hier. Meine alte Muse ist kurzfristig ausgewandert, und ich musste mir erstmal wieder eine neue besorgen. Habe auch extra drauf geachtet, dass sie nicht zu aufmüpfig ist und sie nur für alle Fälle mit Handschellen an meine Heizung gekettet. Das ist gleichzeitig ganz schön praktisch, dann wird’s da nicht mehr so schnell staubig.

Wo ging also die Party die letzten Tage? In allererster Linie im Computerraum unserer Schule. Weil da die Prüfer saßen, die mich auf mein gigantisches Wissen im Fach Datenverarbeitung prüften. Aber erst saß ich im Vorbereitungsraum, um mir mal meine Aufgaben anzuschauen. Hab mich da schon gefreut wie ’n Schnitzel, weil das Ganze zu dreiviertel aus theoretischen Fragen bestand. Außerdem lag mir mein Menü vom Mc Donald’s, das ich noch um kurz nach neun am Morgen gegessen hatte, relativ schwer im Magen. Und die Pommes, die ich nicht schaffte und noch in der Tüte in meiner Schultasche lagen, rochen verdächtig und spornten mich (ausnahmsweise) nicht gerade zu Höchstleistungen an.
Nach zwanzigminütigem Philosophieren über referenzielle Integrität wurde ich in den Prüfungsraum geholt, durfte zwanzig Minuten lang an fünf Zeilen Code herumprogrammieren und wurde höchst theoretisch befragt zum Thema Datenbanken. Ich habe versucht, mein Wissen herauszukramen, das ich mir vor knapp drei Jahren in Klasse 11 zu Datenbanken/Access angeeignet habe (neben tollen wissenswerten Sachen zu Word und Excel), aber es ist mir nicht gelungen.
Ich fand ja, dass die Prüfer dort überhaupt nichts von Fragestellung verstanden. Ich habe mich immer wieder tief im Innern gefragt, was die eigentlich von mir wollen. Hab am Anfang an meinem Verständnis gezweifelt, hab dann aber im Endeffekt einfach beschlossen, dass die älteren Herren einfach zu sehr in Schleifen, Arrays und im Binärcode denken.

Bevor ich nach der Verkündung der Note wieder ging, bekam ich noch Schimpfe von meinem DV-Lehrer, weil die Fehlzeiten nicht so vertretbar waren. In Gedanken empfahl ich ihm, mal eine neue Version von Visual Basic abzuchecken und ’nen Kurs als Update zum heutigen Standard der Programmiersprache zu machen. Mit der Software Visual Basic 6 von 1998 ist das Programmieren meiner Meinung nach nicht wirklich zukunftsnah. :kls

Letztendlich war ich froh, die nächsten Tage nichts mehr programmieren zu müssen. Deshalb habe ich mit größter Euphorie die Kiste einfach mal ausgelassen und den ganzen Nachmittag einfach nur geschlafen, ohne vorher mein Bett als Erholung deklarieren zu wollen.

Jun

15

 

Irgendwie ist das ja schon komisch. Die ganze Zeit hatte ich das Gefühl, den ganzen Stoff nie bis zur mündlichen Datenverarbeitungsprüfung zu schaffen, jetzt bin ich heute schon fertig damit. So richtig vorbereitet fühle ich mich allerdings auch nicht. Deswegen programmiere ich einfach alles nochmal. Hab ja sonst nix zu tun. (Außerdem hat mich mein DV-Lehrer gewarnt, ihn nicht zu blamieren.)

Ich hab auch eine relativ gute Prüfungszeit erwischt, nämlich knapp nach halb elf. Gesegnet sei der erste Buchstabe meines Nachnamens, der ziemlich in der Mitte des Alphabets einsortiert ist. Mann. Würde mich das ankotzen, wenn ich erst um halb sechs abends dran wäre. Ha ha.

Feststellungen der letzten Tage:
- Arrays sind total praktisch und witzig.
- Die Syntax für Visual Basic und unsere Programme kann selbst der dümmste Trottel verstehen.
- Ich mag Zählerschleifen am liebsten.
- Ich kann voll gut Endlosschleifen programmieren.
- Ich vergesse immer die Syntax der fußgesteuerten Schleife.
- Ich muss immer erst einige Sekunden überlegen, bis mir einfällt, wie man eigentlich eine Verbindung zur Datenbank herstellt.
- Wofür SQL können?! Kann man ja im Access zusammenklicken.
- Ich verwende mehr Zeit für die Gestaltung des Designs des Programms, als für die Programmierung selbst.

Brauch ja nur acht Punkte, also eine schöne drei. I’m ready to rumble! :freu