30. Juli 2008

Weg

Bin heute wie gewohnt in die S1 Richtung Plochingen gestiegen, als die Bahn plötzlich an der Haltestelle „Neckarpark“ hielt, was ich mein Leben lang noch nicht gehört habe. Dachte erst, ich bin doch in eine falsche Bahn gestiegen – wäre schließlich nicht das erste Mal – und fahre jetzt gemütlich irgendwo ins Nirgendwo (gemäß Christian Anders). Dabei wurde nur der Name der Haltestelle „Gottlieb-Daimler-Stadion“ durch „Neckarpark“ ersetzt. Frage mich, ob die besoffenen VfB-Fans in Zukunft überhaupt noch ins Stadion finden.

Apropos Bahn – ich hatte vor kurzem noch eine Begegnung der dritten Art. Ich saß kürzlich am Hauptbahnhof, als sich ein Michael-Jackson-Double neben mich setzte. Also, Michael Jackson von damals, als er noch schwarz war. Und weiblich. Ganz unheimlich fand ich das unter anderem, weil ich parallel dazu noch Songs aus dem Dangerous-Album hörte. Und als Michael Jackson noch an meinem Oberschenkel rumfummelte. (Sehr beängstigend nach den ganzen Pädophilen-Stories. Und wir wissen ja alle, dass ich nicht so alt aussehe, wie ich bin.) Dabei hatte Michael einfach nur sehr große Angst vor dem Käfer, der da rumkrabbelte. Er sprang ruckartig auf, lächelte peinlich berührt und verschwand in der Masse.

Meine Eltern waren mal auf einem Michael-Jackson-Konzert. Da war ich noch ziemlich jung. Sie haben gesagt, Michael wäre so klein gewesen wie ein Embryo in den ersten Schwangerschaftswochen, aber es sei super gewesen. Vorgruppe war diese Band, die sich die Jeanshosen grundsätzlich falsch herum angezogen haben.

… Eigentlich wollte ich nur sagen, dass ich weg war, und ab morgen wieder weg sein werde – am Bodensee. Und am Samstag steigt auch schon meine Gammel-Party (eigentlich nach dem Motto „Zwei Wochen Urlaub und nix getan!“ – aber da ja der Bodensee dazwischen kommt geht das ja nicht mehr wirklich), zu der alle kommen, die ich eingeladen habe (was eigentlich zu richtig wichtigen Anlässen nie funktioniert).

Deswegen – frohes Fest und bis bald!


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25. Juli 2008

Jenny plays badminton

Nach jahrelanger Abstinenz vom „freiwilligen Sport“ (bis auf ein paar jämmerliche Ausnahmen wie mein Hundert-Meter-Joggen) und erschummelten Attest für das gesamte dreizehnte Schuljahr habe ich heute mal wieder Sport gemacht – kaum zu glauben. (Das wär eigentlich eine Schlagzeile für die Bild.)

Heute war ich Badminton spielen mit Mr. I. Schon in der Umkleide in meinem Sport-Dress fühlte ich mich wie an Fasching, hab so was ja nicht jeden Tag an. Fühlte mich zurückversetzt an meine Kindheit, und wollte beim Umzug Bonbons fangen! Mit dem Badminton-Schläger.

Aber nein. Das war alles bitterer Ernst.

Also ab auf den Platz. Voller Motivation spielte ich die Bälle gekonnt über das Netz. So nach zehn Minuten ließ die Motivation aber schon ein bisschen nach (Mr. I hüpfte immer noch gekonnt wie ’ne Ballerina über den Platz), und ich lief schon gar nicht mehr dahin, wo die Bälle aufschlugen, weil mir das viel zu anstrengend war. Ich hoffte immer, mit so wenig Körpereinsatz wie möglich möglichst viele Bälle zu bekommen/zu gewinnen (quasi nach dem Minimalprinzip), aber das funktionierte genauso wenig wie damals in Sport im Volleyball („Jenny, das war Dein Ball, renn doch mal hin!“ – „Nö, wieso? Wenn der Ball nicht zu mir kommt renn ich da bestimmt nicht noch hin!“). Deswegen bin ich glaub auch ein guter Verlierer.

Nach einer Stunde spielen (mit nur fünf Minuten Pause) hätte ich mich mit meinem Kopf auch zu den Tomaten legen können (so stelle ich mir übrigens einen Mega-Sonnenbrand im Gesicht vor). Aber wer kauft schon Tomaten, die so aussehen, als ob sie gerade aus der Sauna kommen.
Kurzum: Ich war schon ziemlich durchgeschwitzt. (Ich habe sogar an den Füßen geschwitzt! Dachte erst, dass sind Muster auf meinen Socken, aber nein, es war Schweiß! Kaum zu glauben.) Nicht so sehr wie damals beim Cooper-Test, aber es reicht ja auch schon, wenn ich so aussehe. Dabei habe ich den gerade zur Hälfte geschafft.

Und obwohl ich beim Wort „Sport“ in der Regel schon geistig abschalte (körperlich muss ich ja nicht extra erwähnen), muss ich sagen, dass das Spielen Spaß gemacht hat (kaum zu glauben, das aus meinem Munde). War nicht unbedingt anstrengend (liegt wohl daran, dass ich mit den Bewegungen extrem gespart habe) und der Spaß-Faktor war auch noch dabei (vor allem wenn mir die Bälle voll in die Fresse flogen).

Könnte doch eine Sportart für mein sportartloses Leben werden.


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22. Juli 2008

Urlaubstag 1 und 2: Montag/Dienstag

Eigentlich hatte ich ja die Idee, jeden Tag irgendwas Tolles zu machen. Zum Fernsehturm fahren, das Mercedes-Benz-Museum besuchen oder anderes Kulturelles.

Im Endeffekt lief es aber darauf hinaus, dass ich morgens aufgestanden bin (ja, hey, vor zwölf, kaum zu glauben!), meine Pfandflaschen gepackt habe und einkaufen war. Pommes und Pizza (Mittag- und Abendessen). Ich liebe gesundes Essen. Anschließend habe ich bei Lilivy ausgemistet und danach Besuch von Ina bekommen. Die mit dem Klupo.

Mitbewohner S. hat ab drei Uhr nachmittag dann die Fetz schlechthin veranstaltet (was man am Ausmaß der Sauerei im Wohnzimmer und in der Küche sehen kann), so dass ich mir überlegt habe, dass ich das ja auch kann. Hab dann kurz darauf spontan mal alle möglichen Leute für den zweiten August zu mir bestellt. Quasi die „Fete ohne jeglichen Grund“. Find ich gut. Hab ich am Tag danach wenigstens mal einen Grund, aufzuräumen.

Heute hatte ich kurzfristig Besuch von Arbeitskollegin F. und ihrer komischen Klassenkameradin bekommen. Kollegin F. hat sich dann vor Freude an den Ratten fast in den Rattenkäfig reingesetzt, die Komische saß völlig apathisch auf meinem Bett/Sofa herum und starrte die Wand an. Gut, wenn die Wohnung, in die man kommt, völlig verdunkelt ist, überall leere Bierkisten, Pizzaschachteln und Longpapers herumliegen, prägt das einen für das restliche Leben. Kann ich schon verstehen.

Ansonsten ist der Verlauf meines heutigen Tages noch völlig offen, mal sehen, was mir heute noch bevorsteht. Wahrscheinlich werde ich den ganzen Tag Pro 7 gucken.


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20. Juli 2008

Das Wochenende

Eigentlich hatte ich ja geplant, mit meinen Geschwistern das Wochenende nach München zu gehen. Leider kam uns dann ein Marder dazwischen … also dem Auto.

Ich bin also dann zu meinen Geschwistern gefahren in der Annahme da geht voll die Action. War ja auch geplant – also die Action. Im Endeffekt gammelten (also mit gammeln meinte ich echt gammeln: der eine hing überm Stuhl, der andere unterm Tisch, der nächste im Hamsterkäfig …) wir (also wir (also meine Geschwister und ich) und Mona und Martin und Mr. I (also die Triple-M-Crew)) dann rund sechs Stunden im Zimmer meines Bruders herum und steckten uns Wäscheklammern ins Gesicht. Nebenbei bemerkt habe ich den unglaublichen Ohrwurm vom ultimativen Show-me-your-genitals-Video. Bullshit. Aber vielleicht verdrängt das meinen bisherigen Ohrwurm „I want to break free“ von Queen. Der ist war seit rund drei Monaten auf dem ersten Platz meiner Top-Ohrwürmer-Liste.

Im Übrigen habe ich am Samstag noch einen kleinen Schrank bekommen (also eigentlich zwei, aber mehr als einer passt ja voraussichtlich eh nicht in mein Zimmer). Damit kann ich meinen Fernsehtisch als Kleiderschrank ablösen, die Kleider in den Schrank tun und meinen Fernsehtisch wirklich so nutzen wofür er eigentlich bestimmt ist, nämlich als … Fernsehtisch. Hab nämlich auch noch einen kleinen Fernseher dazu bekommen.
Jetzt muss ich das nur alles richtig anordnen, dass auch alles irgendwohin passt. Ehrlich gesagt dachte ich schon, dass das Zimmer nach dem neuen Bett und dem Rattenkäfig zu voll ist um überhaupt noch laufen zu können. Aber wie ich so merke, passt in so knappe zehn Quadratmeter viel mehr rein, als man ahnt – man muss nur wissen wie. Stapeln. :kls

Und als nächstes streiche ich mein Zimmer irgendwie … Die Idee kam mir gerade eben. Hab ja Urlaub und sonst nichts zu tun. Hab zwar noch nie was gestrichen, aber so schwer kann’s ja nicht sein (wobei das meist so ist, dass es zur totalen Katastrophe ausartet wenn ich das so sage).

Hoffentlich sieht Mitbewohner S. die Kratzer nicht, die ich im Flur in den Laminatboden gemacht habe, als ich den Schrank in mein Zimmer geschoben habe. Und wie ich die im Zimmer wegbekomme, muss ich noch ausklügeln. Notiz an mich … unbedingt die Filz-Böbbl suchen. -.-


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9. Juli 2008

Ein fitter Start in den Tag VI

Das ist echt bitter. Bin ja noch nicht mal auf den Gedanken gekommen, dass mir das je passieren würde, aber Tatsache: Ich bin heute morgen doch glatt eine Stunde früher ins Geschäft gefahren.

Ich wollt’s ja erst auf die paar Malibu-Kirsch von gestern schieben, bis mir einfiel, dass ich den Wecker absolut nüchtern gestellt hatte. Aber anscheinend war ich heute morgen um halb sieben (!) noch so fichte, dass ich gar nicht weiter darüber nachgedacht habe. So stand ich also um halb acht in der Stadtmitte … eigentlich hätte ich um die Zeit ja noch geschlafen. :nixwiss

Bevor ich dann um acht im Geschäft aufkreuze, wo ich eh den Großteil meines Tages verbringe, dachte ich mir, verbringe ich die Zeit voll businessmäßig mit Zeitung, Kaffee heißer Schokolade und Brezel im Bäcker. So ein Frühstück hat ja auch was – irgendwie. War aber irgendwie langweilig, so alleine. Selbst mit der „Welt Kompakt“-Zeitung. Den Großteil des Inhalts kannte ich eh schon aus Spiegel-Online. Echt doof.

Gegen halb neun bin ich dann mal ins Geschäft gelaufen, nachdem ich mir einige Stories der Blonden mit dem russischen Akzent vom Tisch nebenan gelauscht hatte, die ungefähr fünfzig Jahre älter aussah als ihr Mitschülerinnen. Zu viel Schminke, zu viel Solarium, zu viele Zigaretten. Definitiv.

Vor neun ist eigentlich noch fast keiner in der Agentur. Und der Rest dachte sich wohl, ich bin heute total arbeitsgeil. Klar, deswegen bin ich ja auch extra eine Stunde früher aufgestanden.

Dabei hätte ich Schlaf heute doch schon bitter nötig, nur mal so nebenbei.


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