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ch hab mich heute Morgen mit zwei meiner Mit-Abi-Kolleginnen an unserer alten Schule getroffen. Um der alten Zeiten Willen und so was. Total gruselig, sich vor dem Ex-Wirtschaftsgymnasium zu treffen. Dem Ort der dunklen Mächte, an dem ich nach drei, na ja, vier Jahren beschlossen habe, nie mehr in meinem ganzen Leben etwas mit BWL am Hut zu haben. Aus gutem Grund. (Das ist total dämonischer Scheiß. Weiche von mir! Ich muss mich nach dem langen Aufenthalt dort unbedingt waschen.) Die anderen beiden sehen das natürlich nicht so. Die eine ist fast mit ihrem Wirtschaftswissenschaften-Studium durch, die andere hat gerade angefangen. Brr.
Als wir dann schon da waren, haben wir ein paar ausgewählte Lehrer aufgesucht. Als erstes meinen ehemaligen Klassen- und BWL-Lehrer, der sich auch wie ein Schnitzel gefreut hat, uns zu sehen. Komischerweise konnte er sich noch an mich erinnern, obwohl ich so unendlich mies war, und im Unterricht nie was Hilfreiches beitragen konnte außer „ich kann jetzt nicht vorlesen, ich hab noch ein Stück Käsebrötchen im Mund“.
Er hat uns gleich als Muster-Beispiele statuiert, und wohl auch die anderen beiden Mädels gemeint, als er uns als eine der „besten BWL-Schülerinnen“ bezeichnet hat. Na ja, wie das so ist, mussten wir auch gleich mal erzählen, was einem im Studium beziehungsweise Beruf so erwartet. Mensch, die jungen Dinger, die da sitzen, die wissen doch gar nicht, was sie da draußen Schreckliches erwartet. Ein ganzes Stück böse Welt. Und während die anderen so geschildert haben, wie das im Studium so läuft, mit dem Lernen, dem Stress, dem Umfang, den wirtschaftlichen Themen1 – stellte ich mich daneben und gab mein Stück Lebenserfahrung weiter. „Also ich hab mit Wirtschaft nichts am Hut, und das ist auch gut so. Ich bin Mediengestalter. Nutzt die Chance, lernt was Richtiges.“ War jetzt zwar keine „Ermunterung, sich später mal mit Wirtschaft zu befassen“, aber hey, das musste ja auch mal knallhart gesagt sein. Das Leben ist schließlich kein Ponyhof.
Weiter ging es dann von meinem BWL-Lehrer über meine ehemaligen Deutsch-Lehrerin zu meinem alten Bio-Lehrer, der mich so mochte, weil ich ihm beim Korrigieren der Arbeiten nie viel Mühe bereitet habe. Hätte ich damals gewusst, dass Bio ins Abi zählt, hätte ich mich bestimmt mehr angestrengt.2 Nun ja, für seine sechsunddreißig sah er schon ganz schön verbraucht aus. Aber wenn man sich so überlegt: Wer a) unterrichtet auch schon Biologie und b) auch noch in einer kaufmännischen Schule. Kann man sich ja gleich erhängen.
Ah, die gute alte Schulzeit, die beste Zeit. Manchmal vermisse ich das schon noch. Über was man sich damals noch Gedanken gemacht hat. Noten, Lehrer und so ’nen Kram. Wahnsinn. Wie gut, dass ich jetzt richtig arbeite und richtige Probleme habe.
- Scheiße, ich bin so unendlich froh, nie studiert zu haben. ↩
- Ich hab übrigens neulich mal mein altes Zeugnis aus der Grundschule gefunden. So eine richtige Hochphase hatte ich damals nur in der fünften Klasse. Danach wurde es nie mehr besser. ↩
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ab mir Montag und Dienstag frei genommen, und bin ab in die Heimat gefahren. Hier hat es Minusgrade des Todes und mein Zimmer wurde seit meinem letzten Besuch nicht mehr beheizt. Ich glaub ich hol mir nachher den neonfarbenen Schneeanzug aus dem Keller und leg mich dann draußen in den zwanzig Zentimeter hohen Pulverschnee, das hat den gleichen Wohlfühlfaktor wie das Bett.
Und weil ich schon in der Heimat bin, habe ich mir vorgenommen, folgendes zu tun:
- Ich werde morgens um halb sieben zum Bäcker gehen, um mir anständige Backwaren zu besorgen. In Stuttgart kann man das Zeug einfach – bis auf wenige Ausnahmen – nicht essen. Bah, scheiß Massenfertigung.
- Ich werde zur Volksbank im Dorf gehen („im Dorf“ ist hier so was wie „in der Stadt“) und endlich mal meine Bankkarte reparieren lassen. Seit ich aus Versehen meinen PIN zwei Mal falsch an so ’nem doofen DB-Automaten eingegebe habe (warum auch immer), kann ich nicht mehr mit Karte zahlen. Memo an mich selbst: Ich brauch unbedingt ein Konto bei einer Stuttgarter Bank.
- Ich werde morgen eine Freundin besuchen und mit ihr essen gehen.
- Ich werde übermorgen meine alten Abi-Kollegen an der Schule treffen, dort passiv rauchen und mit ihnen etwas essen gehen.
- Eigentlich bin ich ständig am Essen.
- Zwischendurch werde ich anschaffen gehen, um Geld fürs Essengehen zu verdienen.
- Dienstagabend werde ich dann mit meiner besten Freundin bei mir zu Hause kochen. Dann gehen wir zu ihr und trinken Tequila. Denk ich.
Ach, klar machen wir das, das ist doch immer so. - Ach, hier leuchten die Sterne so schön.
Mein Vater hat vorher beschlossen, zur Prime Time „Rosamunde Pilcher“ zu schauen. Inzwischen ist er auf „Katie Fforde: Eine Liebe in den Highlands“ umgestiegen, weil Rosamunde Pilcher nicht kommt. Ich hab somit spontan beschlossen, mich zu meinem Bruder zu gesellen, der irgendeinen Thriller schaut und eine Wollmütze trägt, damit seine nassen Haare nach „unten trocknen“ (hach, schon lange keine so kontextreichen aneinandergereihten Sätze mehr gehabt). Und dann mal sehen, ob ich meine Pläne die nächsten Tage durchziehen kann oder ob ich über Nacht dem Kältetod erliege.
Gedenktag des Tages: Tag der gesunden Ernährung. Zum Frühstück gab’s Bier und mittags Suppe.
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ch hab gestern Avatar geschaut. Das erste Mal. Wahrscheinlich als so ziemlich letzter Mensch auf Erden. Da ist der Druck groß, die Geldbörse klein – also ging’s auf in die 3D-Version im Stuttgarter Ufa-Palast am Kinotag für acht fuffzig und paar Popcorn, für die man sich so lang anstehen musste wie beim Special-Döner-Laden1 hier um die Ecke zwischen zwölf und zwei.
Also – Brille aufgesetzt, los geht’s! Die Spannung stieg – doppelt, ich wusste ja nicht, um was es eigentlich geht. Ich dachte ganz am Anfang, kurz nach dem Erscheinen im Kino, es handle sich um den Avatar-Zeichentrick.
Mein erster Gedanke: Ich muss zugeben, dass dieser 3D-Effekt ziemlich cool ist. Vor allem in dieser tollen Farbumgebung macht das ganz schön was her. In Kombination mit der Musik hat das manchmal ziemliche Gänsehaut beschert, und mal ehrlich, diese komische blaue Frau aus dem Stamme der … (hach, danke Wikipedia) … Na’vi war schon eine Schnitte. Die Snychronisation von ihr war bombe. Ich hätte die gerne in Originalgröße. Ich stell sie auf mein Dach und locke Ufos an, oh ja.
Nun, die Visualisierung musste allerdings das rausreißen, was die Story nicht konnte: etwas Neues definieren, Spannung kreieren und den Zuschauer fesseln. War ziemlich abgedroschen und voraussehbar, schade eigentlich. Eine Kombination aus tollen visuellen effekten und toller Story wäre das Sahnehäubchen gewesen. Und genau aus diesem Grund würde ich mir Avatar kein zweites Mal bis zum DVD-Release anschauen.2
Wusste auch gar nicht, dass der Film von „Titanic“-Macher James Cameron ist. Spätestens beim Abspann-Song konnte man aber raushören, dass selbst der Komponist derselbe war wie bei Titanic damals.
Ich meine, man muss sich das so vorstellen: Das Ende, die letzte Szene, alle Na‘vis am Baum des ewigen Lebens (ach, keine Ahnung wie das Ding jetzt genau hieß) versammelt, sektenmäßig spirituell tanzend, glücklich wie in ’ner Waschmittel-Werbung – und danach dieser Titanic-Abspann. Das war scheiße, echt.
Fazit: Schöner Film mit klasse Bildern, verpackt in einer nicht ganz ausgereiften und originellen Story.
Gedenktag des Tages: Tag des Artenschutzes. So viel zum Thema.
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ch hab von dem Wind gestern gar nicht so viel mitbekommen, abgesehen davon, dass unsere Fußmatte paar Meter weiter links als sonst lag. Allerdings hat der Wind auch einige Reste an Zigarettenstummeln vom Dach gefegt, die ein paar Leute von der Abschlussprüfungsparty letztes Wochenende wohl aus Spaß an der Freude aufs Dach geworfen haben, wahrscheinlich mit dem Gedanken, das Ganze könnte in die Regenrinne wandern, is ja nich‘ so schlimm ohne jeglichen Gedanken daran zu verschwenden, wo die wohl landen.
Gelandet sind die jedenfalls in unserem Garten. (Ich hab erst neulich mal herausgefunden, dass wir ja so was haben, sollte mal den Rollladen in Richtung Garten öffnen.) Hat mir die mürrische Oma heute Morgen erzählt. „Haben Sie denn ’ne Garty-Party gefeiert?“ Klar, Garten-Partys. Hätte mich auch schon auf die nächste Blasenentzündung gefreut. Außerdem hätte ich damals erst mal von dem Garten wissen müssen.
„Wenn ich das nicht gewesen sind, muss ich mal den Herrn Nagold fragen.“ (Sie sagt immer Nagold, weil sie den ungarischen Nachnamen meines Nachbars nicht aussprechen kann.) Da erst fiel mir ein, dass das ja diese Wind-Sache von gestern mit Partyüberresten gewesen sein kann, hab ich ihr natürlich gestanden. Ich bin ja ein ehrlicher Nachbar.
„Jaaa, ihre Party. Die hat man schon gehört, ja! War sehr laut, man konnte alles hören.“ Schade, dass sie nicht gehört hat, wer mir auf meine Wäsche gekotzt hat.
Jedenfalls darf ich nachher nach Feierabend noch Zigarettenstummel aufsammeln gehen. Könnt mir theoretisch auch ’ne Suppe draus machen.
Gedenktag des Tages: Balearentag.
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usbildung/Berufsschule:1 Die Ausbildung ist vorbei, und ich bin seit letzter Woche nun offiziell ausgelernt und übernommen. Ich arbeite nun quasi immer mehr auf Eigenverantwortung. Klingt cool, was. Ist es auch. Man entwickelt dabei nämlich eine ganz andere Art zu arbeiten.
Neben Print-Sachen, Screendesigns und Flash darf ich nun auch endlich in puncto HTML und CSS ein paar Dinge basteln, yeah. Und als nächstes, so bald es geht in zwei Jahren mache ich den Medienfachwirt. Bis dahin bin ich auch wieder vielleicht eventuell möglicherweise bereit, die Schulbank berufsbegleitend zu drücken. Und kommt mir jetzt nicht mit Studium.
Ärgernis: Bei der Absch(l)uss(prüfungs)party letzten Samstag in meinen bescheidenen vier Wänden hat mir doch tatsächlich einer vor meinen Kleiderschrank direkt in den Wäschekorb gekotzt. Bah, da hätte ich direkt noch oben drauf kotzen können, echt. Ich musste zwei Mal waschen. Danke dafür!
Bizarres/Komisches: Ich hab Geld auf dem Konto. Ha ha.

Bla… Bla… Bla…: Ich bin ungeschlagen in „You Don‘t Know Jack“ gegen meinen Ex-Mitbewohner U. Der Vorteil liegt klar auf der Hand: Ich lese die Frage schneller, als der Moderator spricht, weiß, dass Pupo und Andy Borg Schlagersänger sind, hab aus Versehen mal die Bunte gelesen (beim Zahnarzt), und weiß seitdem, dass Maxima die Prinzessin der Niederlande ist.
Und okay: Ich muss ja zugeben, dass U. ein Mal gegen mich gewonnen hat, und zwar genau nach dem Spiel, als ich das Foto vom Highscore geschossen habe. Das sage ich hier, bevor er es in den Kommentaren tut und mich bloßstellt, jaha. Aber ein Mal ist kein Mal. Und Ausnahme bestätigen die Regel.
Blogosphäre: Scheiße, ich blogge viel zu wenig in letzter Zeit. Ich habe so eine Art temporäre Prioritätenverschiebung.
Die Welt: Es ist Olympia. Glaube ich. Ohne Fernseher bekommt man ja echt nichts mit. Ich erfahre alles über die News-Tafeln in den U-Bahn-Haltestellen.
Musik:
Restmüll: Müll ist gut. Ich hab letzten Samstag etwa fünf Stunden meine Wohnung aufgeräumt. Ungelogen. Ich hatte beispielsweise vorletzten Sonntag ’ne Pflanze im Bad auf den Boden geworfen, und es nicht geschafft, die Erde in den nächsten Tagen aufzuwischen. Jetzt überlegt mal, wie das aussieht, wenn ich so was in der Art jeden Tag mache. Oho, genau. Grenzwertig.
Retrospektive: Meine beste Freundin hat sich verlobt, und ich war in diesen Plan eingeweiht, von dem sie nichts wusste. Ich durfte die Kerzen für den Antrag aufstellen. Und ich sag Euch, es gibt einen Grund, warum in Liebesfilmen nur die Szene mit dem Antrag und den Kerzen gezeigt wird. Weil keiner sehen will, wie jemand halb nackt Kerzen aufstellt, weil man die Hitze nicht mal mehr „nur“ mit T-Shirt aushält. Das ist saumäßig heiß, sag ich Euch. (Also, nicht im körperlich-sexuellen Sinne.) Und ein total komisches Gefühl, wenn draußen noch zig Meter Schnee liegt. Und man leise sein muss, weil die zu Überraschende genau ein Stock unter Euch sitzt und gerade Pasta isst. Deswegen habe ich auch gleich nach fünf Minuten die Deko-Schale mit den Erdnüssen und der einen Zitrone umgeworfen. Vor allem die Zitrone hat saumäßigen Lärm gemacht. Man darf ja nichts riskieren.
Jedenfalls wünsche ich den beiden alles erdenklich Gute und freu mich auf die Hochzeit im nächsten Jahr.
Wortgefecht: 4-year-old Quote of the Day:
Hannah: „If there was a dead elephant right there, I would eat it all up.“
Mom: „Huh? Giggle giggle.“
Hannah: „Stop laughing mom, I was talking to myself. Gosh!“
Gedenktag des Tages: Tag des Verteidigers des Vaterlandes.
- Ich brauch mal ’ne neue Kategorie hier. ↩
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