Archiv der Kategorie Retrospektive

Gegen zwei Uhr bin ich nach der Geburtstagsparty meiner Schwester ins Bett. Ich war körperlich wahnsinnig müde, geistig aber hellwach. Das sind die schlimmsten schlaflosen Nächte – wenn man zu wach ist, um zu schlafen, und zu müde, um wirklich etwas Produktives zu tun.
Hab mich erst nach links gedreht, dann nach rechts, mich auf den Rücken gelegt, Schäfchen gezählt und letztendlich beschlossen, dass das so keinen Sinn gemacht, weil meine Schäfchen aussahen wie Schweine. Und über den Zaun hüpfende Schweine dienen nicht der Sache.

Also – dachte ich mir –, tu ich aktiv etwas. So wie ich halt bin. Immer absolut aktiv. Hab ’nen Zettel und ’nen Stift genommen und ein bisschen was geschrieben. Aber ohne Linsen in den Augen war das nach zwölf Minuten auch etwas anstrengend. Dachte, mir fallen gleich die Augäpfel aus den Höhlen.
Anschließend hab ich das Radio angemacht, in der Hoffnung, es würde mich einschläfern. Doofe Idee, das zu testen. Schließlich weiß ich ja von mir selbst, dass ich nicht einschlafen kann, wenn irgendwo im Hintergrund etwas läuft. Hab mich dann ’ne halbe Stunde durchs Radioprogramm gezappt, gesungen, gerappt und bemerkt, dass ich meine Stimme bei SingStar etwas überstrapaziert habe. Nämlich als ich lauthals gesungen hatte, in der Annahme, das Mikrofon sei zu leise. Dabei war es einfach nur kaputt.

Um kurz vor drei Uhr kam mein Bruder von der Party zurück. Lautlos. Um kurz nach vier dann mein anderer. Etwas lauter. Aber er gab sich Mühe. Vor allem beim Treppensteigen. Der billige Sangría war doch etwas zu viel gewesen. Erinnerte mich etwas an letztes Jahr, als er vom vielen Sangría die Treppen hinunterstürzte und sämtliche Bilder an der Wand mitnahm.
Und um kurz nach fünf trudelte meine Schwester ein mit zwei Gästen, die mein Vater kurzerhand wieder aus dem Haus warf, weil er nichts von der Übernachtungsaktion wusste. Schwester sauer. (Vater auch.) Schlafsack genommen und mit Mitbringsel in der Gartenlaube gepennt. Parallel dazu fingen die Vögel unter der Dachplatte an zu zwitschern, Standort ungefähr einen Meter über meinem Fenster.

Irgendwann gegen sechs Uhr hat dann schließlich auch mein Geist beschlossen ’ne Pause einzulegen. Bin dann langsam aber sicher eingeschlafen und hab von Kaugummi essenden Spitzmäusen geträumt.

***

Schlaflos

14. Juli 2007 um 16:15 Uhr

Blogroll, Retrospektive

9

Gefällt mir! (0 Lesern auch schon.)

Loading ... Loading ...

Was gibt es schöneres als zu schwimmen? Vieles. Essen, schlafen, fernsehen, Musik hören, … Aber man muss ja auch etwas für die Fitness tun. Deswegen habe ich meine uralten Bikini herausgekramt, der mir oben herum zu klein ist und unten herum zu groß. Und dann ging’s ab ins Schwimmbad.

Schwimmen ist schön. Nicht anstrengend. Aber für Kontaktlinsenträger etwas doof. Da die Kontaktlinsen auch gerne mal ’ne Runde schwimmen gehen. Und die findet man im Wasser ziemlich schlecht.
Mit Brille ist es auch doof. Da hat man immer diese tollen Wassertropfen auf den Gläsern, und man fühlt sich wie ’ne Fensterscheibe bei Dauerregen. Ohne Brille geht ja schon mal gar nicht. Das ist ungefähr wie tauchen und Augen dabei aufmachen.

Leider hatte das Schwimmbad zu, und nur die Therme offen. Auch gut. In den Bikini geschlüpft, geduscht, und ab in die Halle. Das erste, das ich spürte, waren die Blicke der vom grauen Star getrübten Blicke der Rentner. Dachte erst, ich hätte meinen Bikini links herum angezogen (was eigentlich keinen Unterschied macht), aber dann fiel mir auf … alle nackt! Nackte Rentner. Überall. So weit mein Blick reichte.
Erstmal ein Stockwerk tiefer ins Schwimmbecken. Das war mir ja alles nicht so geheuer. Im Becken dann: nackte Rentner, nackte Kinder. Alles klar. Ich verstehe. Nein. Ehrlich gesagt verstand ich nichts. Überall Nackte. Nichts gegen Nackte. Aber: Ich hab noch nie nackte Leute über sechzig gesehen … also – doch was gegen Nackte. (Hä?)

Ein wenig später, bei weiterer Erkundung des Terrains, war dann klar: „Textilfreie Zone“.

Also: keine falsche Scham, runter mit den Klamotten, und ab in die Sauna! :freu (Da es sonst sowieso großartig nichts anderes gab.) War mein erstes Mal quasi. War etwas ungewohnt. Das hab ich sofort gemerkt, als mir die Kontaktlinsen anliefen. Der Schweiß lief auch. War ja auch sechzig Grad warm. Schön ist das nicht gerade, aber man gewöhnt sich daran. Sauberer habe ich mich danach nicht gefühlt (erst nach der Dusche). Auch nicht irgendwie innerlich gereinigt. (Vielleicht bin ich für Saunen auch noch zu jung.)

Toll war auch, dass es Bereiche gab, in denen man nicht nackt herumlaufen durfte, trotz aller gezeigter Nacktheit. Da, wo es Essen gab zum Beispiel. War für mich etwas unpraktisch, weil ich nur ein kleines Handtuch dabei hatte. Das hat eigentlich keinen gestört, außer die junge Dame hinter der Theke, die mich bat, mich doch bitte „oben herum zu bedecken“. Letztendlich hab ich mir das mühevoll um den Körper gewickelt, was mit Sicherheit mehr Aufmerksamkeit auf sich zog, als oben ohne herumzurennen. -.-

Fazit: Nächstes Mal weiß ich wenigstens, was ich mitnehmen muss. Keinen Bikini, aber ein langes Handtuch oder Bademantel. Und die Nummer des Notarztes. Falls ein Rentner einen Herzinfarkt erleidet.

***

Achtung! Textilfreie Zone

9. Juli 2007 um 18:50 Uhr

Retrospektive

20

Gefällt mir! (0 Lesern auch schon.)

Loading ... Loading ...

Heute Morgen war ich bei meiner Augenärztin. Nach ungefähr eineinhalb Jahren mal wieder. Daran schuld war mein rechtes Auge, das seit Donnerstag entzündet ist und ich dank der Rötung aussehe wie ein Kiffer.

Angekommen in der Praxis im dritten Stock. (Dachte mir, da ich mich gerade ja sonst nicht großartig bewege, könnte ich ja die Treppen benutzen. (War ’ne doofe Idee.)) Ich hatte zwar keinen Termin, aber mein Auge sagte mehr als tausend Worte. Nach der Entrichtung der Praxisgebühr setzte ich mich in das bunt eingerichtete Wartezimmer in den gelben Drehsessel neben den roten Stuhl und überlegte mir, welche der anspruchsvollen Frauenzeitschriften ich als erstes lesen sollte. Die engere Auswahl bestand aus der „Gala“, „Bild der Frau“ und „Tina“. Ich entschied mich für das illustrierte Kinderbuch „Maulwurf und der kleine Vogel“.

Nach einer Weile holte mich die Arzthelferin aus dem Wartezimmer und begleitete mich zum Behandlungszimmer, wo mir auch meine Augenärztin H. von der M. über den Weg lief. Also, ich wusste anfangs gar nicht, dass das meine Augenärztin war (sein sollte). Meine Augenärztin hat (eigentlich) kurzes, graues Haar und trägt in der Regel Kleidung in den typischen Rentnerfarben grau, beige, braun und schwarz.
Diese Frau aber sah aus wie ein Hippie – nicht wie meine Augenärztin! Rot gefärbte, lange Haare, grüner Pulli, rot-weiß-gelb gestreifte Hose und Jesuslatschen. Brille mit rotem, dicken Gestell. Es war nicht schwer, mir das fehlende Stirnband und die Gitarre vorzustellen, eventuell noch ein Tütchen in der Hand und den Geruch von Jamaika in der Luft. Passend zu meiner Augenrötung.
Da ich sie ja im ersten Moment erst gar nicht erkannte, schenkte ich ihr auch keine Beachtung. Dachte erst an eine Praktikantin oder der Kleidung nach an eine Gärtnerin, die sich um die Hanfpflanzen Blumen auf dem Fenstersims kümmerte. Bis sie mich bat, auf den Stuhl zu sitzen. Da sah ich der bitteren Realität ins Auge.

Ich weiß zwar nicht, was in dem Leben der H. von der M. vorging, aber es muss ein ziemlicher Wandel gewesen sein. Man entscheidet sich in der heutigen Ära der Emos ja nicht einfach so, wie ein Hippie auszusehen.
Trotz allem ließ ich mir von ihr in die Augen leuchten und sagen, dass ich mir doch in Gottes Namen endlich eine Brille anschaffen solle. Außerdem hat sich meine Sehstärke um eine halbe Dioptrie verschlechtert. Ich habe Augentropfen bekommen und einen Tipp, wo man den nächsten Dealer findet Termin für nächste Woche.

Abschließend muss ich sagen: ja. Ich bin merklich geschockt. Und ja. Das lässt mir irgendiwe keine Ruhe. Ich werde schon bald herausfinden, was der Grund für diesen Imagewandel war. Spätestens nächste Woche.

***

Meine Augenärztin, der Hippie

2. Juli 2007 um 23:38 Uhr

Bizarres/Komisches, Retrospektive

16

Gefällt mir! (0 Lesern auch schon.)

Loading ... Loading ...

Wenn ich etwas überhaupt nicht mag, dann ist es Hektik. Hektik entsteht bei mir eigentlich nur, wenn ich mal verschlafen habe, und ich vom Aufstehen bis zur Busabfahrt nur noch fünf Minuten habe, ich mich anziehen und meine Sehhilfe einsetzen muss, parallel dazu mein Essen mache und es in die Schultasche packe.
Den ganzen Beitrag lesen »

***

Abiball

25. Juni 2007 um 17:32 Uhr

Retrospektive, Schule

24

Gefällt mir! (0 Lesern auch schon.)

Loading ... Loading ...

Hallo, Freunde der Sonne! Ich bin wieder hier. Meine alte Muse ist kurzfristig ausgewandert, und ich musste mir erstmal wieder eine neue besorgen. Habe auch extra drauf geachtet, dass sie nicht zu aufmüpfig ist und sie nur für alle Fälle mit Handschellen an meine Heizung gekettet. Das ist gleichzeitig ganz schön praktisch, dann wird’s da nicht mehr so schnell staubig.

Wo ging also die Party die letzten Tage? In allererster Linie im Computerraum unserer Schule. Weil da die Prüfer saßen, die mich auf mein gigantisches Wissen im Fach Datenverarbeitung prüften. Aber erst saß ich im Vorbereitungsraum, um mir mal meine Aufgaben anzuschauen. Hab mich da schon gefreut wie ’n Schnitzel, weil das Ganze zu dreiviertel aus theoretischen Fragen bestand. Außerdem lag mir mein Menü vom Mc Donald’s, das ich noch um kurz nach neun am Morgen gegessen hatte, relativ schwer im Magen. Und die Pommes, die ich nicht schaffte und noch in der Tüte in meiner Schultasche lagen, rochen verdächtig und spornten mich (ausnahmsweise) nicht gerade zu Höchstleistungen an.
Nach zwanzigminütigem Philosophieren über referenzielle Integrität wurde ich in den Prüfungsraum geholt, durfte zwanzig Minuten lang an fünf Zeilen Code herumprogrammieren und wurde höchst theoretisch befragt zum Thema Datenbanken. Ich habe versucht, mein Wissen herauszukramen, das ich mir vor knapp drei Jahren in Klasse 11 zu Datenbanken/Access angeeignet habe (neben tollen wissenswerten Sachen zu Word und Excel), aber es ist mir nicht gelungen.
Ich fand ja, dass die Prüfer dort überhaupt nichts von Fragestellung verstanden. Ich habe mich immer wieder tief im Innern gefragt, was die eigentlich von mir wollen. Hab am Anfang an meinem Verständnis gezweifelt, hab dann aber im Endeffekt einfach beschlossen, dass die älteren Herren einfach zu sehr in Schleifen, Arrays und im Binärcode denken.

Bevor ich nach der Verkündung der Note wieder ging, bekam ich noch Schimpfe von meinem DV-Lehrer, weil die Fehlzeiten nicht so vertretbar waren. In Gedanken empfahl ich ihm, mal eine neue Version von Visual Basic abzuchecken und ’nen Kurs als Update zum heutigen Standard der Programmiersprache zu machen. Mit der Software Visual Basic 6 von 1998 ist das Programmieren meiner Meinung nach nicht wirklich zukunftsnah. :kls

Letztendlich war ich froh, die nächsten Tage nichts mehr programmieren zu müssen. Deshalb habe ich mit größter Euphorie die Kiste einfach mal ausgelassen und den ganzen Nachmittag einfach nur geschlafen, ohne vorher mein Bett als Erholung deklarieren zu wollen.

***

DV-Abi

20. Juni 2007 um 14:41 Uhr

Retrospektive, Schule

17

Gefällt mir! (0 Lesern auch schon.)

Loading ... Loading ...