Archiv der Kategorie Retrospektive

Space Monster

ich bin eigentlich kein Typ, der sich für die neusten Konsolen interessiert. Ich krieg schon Muskalkater, wenn ich die zehnminütige Kehrwoche hinter mich bringe, da muss ich mich nicht auch noch an der Wii überanstrengen. Ich habe allerdings ein Faible für alte Konsolen. Flashback in die Kindheit.

Die erste von uns gekaufte Konsole, die wir zu Hause hatten, war der Nintendo 641. Das war 1997, und ich war elf. Irgendwann später habe ich mir eine Play Station2 der ersten Generation von meinem Kommunionsgeld (diese Vernunft, Gott, mein Vater darf mir nie meine Lebensversicherung überschreiben) gekauft. Irgendwann folgte noch eine GameCube, aber das war auch das letzte an Konsole, die uns neu ins Haus kam.

Super Mampfer

Eine Konsole, die ich bis neulich total aus meinem Kopf gestrichen habe, war unsere Philips G7000. 1979. Von meinen Eltern. Wenn man es mal ganz nüchtern betrachtet, waren die Spiele teilweise völlig ungeniert kopiert vom damaligen Atari. „Space Invaders“ beispielsweise hieß einfach „Space Monsters“, oder was ich ganz toll fand, „Pac Man“3 als „Super Mampfer“.
Wir haben uns damals bei „Mario Party“ für den Nintendo 64 schon die Hände an den Controllern zerstört (bei diesem Angel-Spiel, ihr wisst schon), die Controller für den G7000 waren der Tod.

Super fand ich auch „Das Millionenspiel“. Man musste mit einem Männchen in einem Labyrinth Geldsäcke einsammeln, ohne dem Gegner über den Weg zu laufen. Wenn man lang genug gegen den Balken, der Labyrinth und Punktestand abtrennt, lief, konnte man irgendwann im Punktestand herumlaufen. Wir fanden das unglaublich spektakulär. Meine Mutter hat damals fast ’nen Koller bekommen, weil das Geräusch, wenn man gegen die Wand lief, diesen 80er-Jahre-Spiel-Piep-Sound hatte – und wir jede Menge Ausdauer.

Heute habe ich mir diese Konsole bei ebay für vierzig Euro ersteigert, und mir quasi ein Stück Kindheit zurückgekauft. Mehr Spiele werden hoffentlich bald folgen, nach mehr als dreißig Jahren sind die bei ebay nicht so der Dauer-Burner (und wenn, dann recht teuer). Und nach Paris kommt der (S)NES. Der Nintendo 64. Meine alte Play Station hab ich neulich von zu Hause mitgenommen und liegt schon unterm Tisch.

Gedenktag des Tages: Internationaler Tag zur Erhaltung der Artenvielfalt.


  1. Hach. „Zelda – Ocarina of Time“, „Super Smash Brothers“, „Super Mario 64″, „Mario Kart 64″, „Diddy Kong Racing“, „Mario Party“ … „Wave Race“, aaah.
  2. Alle „Tomb Raider“-Spiele, „Resident Evil“, „Silent Hill“, „Final Fantasy“ oder „Tekken“.
  3. Heute übrigens spielbar auf www.google.de.

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Philips G7000.

22. Mai 2010 um 16:15 Uhr

Retrospektive

15

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schon ziemlich lange her, dass ich ihn gesehen habe. Aber Onkel M. ist noch immer das schwarze Schaf der Familie. Man sieht ihn ziemlich selten, man munkelt, er wohnt irgendwo in einem Wohnwagen und arbeitet nie. Er hat da was, gesundheitlich, er kann das nicht. Sagt er.

Sein Haar war früher lang und fein, heute ist es lang und verfilzt. Man sagt, da würden Tiere drin wohnen. Ich hielt das früher immer für Unsinn, war mir aber nie so sicher, deswegen hielt ich mich davon fern.

Onkel M. hatte in jungen Jahren, vor zehn, zwölf Jahren, eine Freundin, die T. Sie wohnten zusammen in einer Wohnung, die so klein war, dass gerade mal ein Bett und eine Couch hinein passten. Die Wände waren mit Graffitti voll gesprayt, im Bad bröckelte der Putz von der Wand. Wir spielten dort manchmal Monopoly.

Die T., die war genauso ein schwarzes Schaf in ihrer Familie, und somit passten die beiden wirklich gut zueinander. Als die beiden vorhatten zu heiraten, schlugen alle die Hände über ihren Köpfen zusammen und mutmaßten, was denn nun passiere.

Die Hochzeit fand in recht kleinem Kreise statt. Vielleicht fünfzig Leute. Verwandte und Freunde, in einer kleinen Kneipe. Allerlei Menschen, die nicht nach konventionellen Regeln zu einer Hochzeit gekleidet waren. Die ersten waren schon mittags betrunken, eine Menge Gläser gingen zu Bruch und der Wirt hinter dem Tresen stand kurz vor seinem Nervenzusammenbruch, als bei einem lustigen Hochzeitsspiel überall Sahne landete, wo keine Sahne hätte landen sollen. Zwei Freundinnen sangen für die Braut „Ich find Dich scheiße“ von Tic Tac Toe. Ich fand das lustig, meine Oma nicht so.

Überhaupt schimpften alle lautstark, erst recht, als das Brautpaar sich draußen einen Joint baute. Danach sang T. uns allen etwas vor, T. hatte schließlich Gesangsunterricht. Ich kann mich nicht mehr wirklich daran erinnern, aber ich glaube, die meisten fanden es grauenhaft.

Heute, in der bald im Halb-Jahres-Abstand zwei Hochzeiten stattfinden, erinnere ich mich daran zurück, wie das da war, während wir heute Brautjungfern-Kleider aussuchen. Bei Hochzeiten werden Frauen ein bisschen zu Furien. Ich halte mich da raus, aus diesen kleinen Skandalen, die die Planung begleiten. Unterhaltend ist es trotzdem, so dass ich mit halben Ohr voll dabei bin. (Ich mutmaße mal, dass bei Onkel M. keiner meiner Verwandten so richtig mitgeplant hat.)

Onkel M. und T. sind heute nicht mehr zusammen. Sie haben sich nach kurzer Zeit einfach nicht mehr verstanden, und trennten sich – nach den Worten der Verwandtschaft, auch nicht ganz friedlich. Weiß keiner so genau. Ich vermute, die hatten einfach keinen Polterabend.

Gedenktag des Tages: Internationaler Tag der Familie.

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Die Hochzeit von Onkel M.

15. Mai 2010 um 23:59 Uhr

Retrospektive

16

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wie regelmäßige Leser wissen, habe ich eine Wette verloren. Deswegen werde ich mit meinem Bruder im Juli nach Paris fahren. Was für mich kein Nachteil sein soll, schließlich komme ich mit.

Ich habe für mich selbst noch nie Urlaub gebucht, noch war ich mal irgendwo im Ausland auf eigene Faust. Und ich bin da ein bisschen, hm, wie soll ich sagen, traditionell. Bisschen wie Menschen über sechzig und „diesem Onlain-Bänking – dem vertrau ich nicht!“. Deswegen bin ich heute mal in ein Reisebüro des ADAC.

Ich muss sagen, dass ich da wohl einen etwas schlechten Zeitpunkt erwischt hatte. Außerdem arbeitete dort eine ehemalige Klassenkameradin, bei deren Anblick und vor allem Stimme ich zu jedem Zeitpunkt hätte erbrechen können, hätte ich das mit dem Brechreiz nicht so gut unter Kontrolle. Aber das ist eine andere Geschichte.

Nun, wie gesagt, die andere Kollegin war da etwas unter Zeitdruck. Ich erklärte ihr mein Anliegen, von wegen, dass ich gerne nach Paris fahren und Anfahrt und Hotel buchen wolle. Okay. Erst erklärte sie mir, dass das mit dem Zug von Stuttgart nach Paris preisgünstiger wäre (über dreihundert Euro für zwei Personen). Und das mit dem Hotel, hm. Sie schlug da also ihren ADAC-Katalog auf, und sagte, ich „solle doch auch mal mit suchen“.
Ich erklärte ihr, dass ich da keinesfalls etwas Luxuriöses brauche. Bett ist schon genug Luxus, ihr wisst, was ich meine. Möglichst günstig. Zum Schlafen und Frühstück. So viel mehr Zeit würde ich da eh nicht verbringen und so was.

Im Endeffekt bin ich dann mit ’ner unverbindlichen Hotel-Reservierung (knapp vierhundert Euro für zwei) raus, mit einer Empfehlung zu einem ADAC-Mitglieds-Dings fürs ADAC-Blablabla-Auto-Irgendwas. Da hat nicht mal das Ich-hab-keinen-Führerschein-Argument gezogen, denn „wenn ich den jetzt mache, krieg ich ein ja kostenlos eine Mitgliedschaft für das ADAC-Blablabla-Auto-Irgendwas umsonst“. Habe dankend abgelehnt und bin zur Bahn. Für mehr als dreihundert Piepen fahre ich schließlich nicht nach Paris, wenn es weitaus billiger geht. Dort war auch eine nette Dame, die mir zwei Verbindungen raus suchte, mir noch die Fan-Bahn-Card für Vergünstigungen heraussuchte und schon war ich bei etwa zweihundert Euro für zwei Leute. Geht doch.

Da die Bahn auch Hotel-Buchungen anbietet, habe ich mich da auch gleich mal schlau gemacht, aber so richtig besser als im Reisebüro lief es dann doch nicht, so dass ich im Endeffekt den Katalog mitgenommen habe, und dort mit meinem Bruder die günstigsten Hotels heraus gesucht habe. Alles muss man selbst machen, ehrlich.

Wenn jetzt alles so läuft, wie wir uns das vorstellen, liegt der Fahrpreis plus Hotel (mit Frühstück) nun bei vierhundert Euro für uns beide. Das Hotel hat zwei Sterne, was uns jetzt aber nicht großartig stört. Mein Vater hat gewettet, dass wir entweder a) eine Toilette mit Pennern teilen müssen oder b) in einem Stunden-Hotel landen.

Ich werde berichten.

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Die tückische Sache mit der Dienstleistung

14. Mai 2010 um 23:20 Uhr

Ego & I, Retrospektive

20

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heute: Superman, Koks, Wasen-Feuerwerk, beschissenes Wetter, gutes Wetter und Milch.
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Fotos der letzten Tage I

13. Mai 2010 um 18:58 Uhr

Retrospektive

10

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seit hm, keine Ahnung, zwei Wochen oder so, besitze ich also das iPhone. Ich weiß, dass ich total der Trendsetter bin, drei Jahre verspätet und so. Wir können quasi Wetten abschließen, wann ich mir das unnütze iPad holen werde. Ich verwette meine Schlager-CD, die ich seit August 2007 unter die Leute bringen will und tippe aus Erfahrungswerten auf drei Jahre. Los geht’s, wer tippt mehr, mehr weniger? Der Preis ist heiß, yippieyayay!

Nachdem es nach der Bestellung mehr als zwei Wochen gedauert hat, bis das Teil geliefert und die Rufnummer portiert wurde, hielt ich es total funktionierend in meinen Händen. Synchronisiert mit Phibi, ist „Fynn“ nun am Start. Ging auch alles tadellos, ich war schlichtweg begeistert. E-Mail. Kalender. Hab auch endlich meine Kontakte fein säuberlich angelegt (und jeden zweiten Kontakt vergessen, merkte ich aber erst später, als ich die Nummer mal brauchte) – das verloren geglaubte Ordnungs-Gen kommt zum Vorschein, Wahnsinn. Jetzt muss ich vor dem Anrufen1 immer überlegen, wer wie mit Nachnamen heißt (nie mehr einfach nur „Käsekind“ oder „Lisa Schwester“, dolle Wurst), das trainiert schon mein eigentlich nicht vorhandenes Gedächtnis.

So fern man heruntergeladene Apps auch nicht übermäßig benutzt, geht das mit dem Akku auch gut. Der ist – eben je nach App-Nutzung – schnell alle beim iPhone, aber man entwickelt da einen gewissen Automatismus, was das Aufladen betrifft, daher ist das auch okay. Ich sitze ja die ganze Zeit an der Aufladequelle, wenn ich möchte.
Demnächst, wenn ich meine Musik schön geordnet und in iTunes importiert habe, werde ich das Ding auch mal als iPod testen. Hab mir aber sagen lassen, dass der Akku-Verbrauch relativ gering ist, wenn man nicht dauernd am Zappen und Suchen ist.

Ich muss sagen, dass ich dachte, ich benutze das iPhone irgendwie mehr, als es jetzt der Fall ist2. Wenn ich Zeit überbrücken muss, nutze ich es, um mal eben bei Twitter oder Facebook reinzuschauen, zum Surfen eigentlich kaum, app-mäßig am meisten eigentlich, um zu schauen, wann die nächste Bahn fährt (so als Stadtmensch). Und mehr habe ich an Apps auch nicht heruntergeladen, wenn man von Shazam – für Musik-Liebhaber ein Muss bezüglich Musik-Erkennung – und ICQ mal absieht.
Trotzdem: Es ist einfach – unbestreitbar – toll, immer überall online sein zu können. Mal eben was zu nachzuschlagen, oder nach dem Weg mit Google Maps zu schauen. UND ERST DER KOMPASS! Hätten die das mal bei LOST gehabt. Das hätte vieles bestimmt einfacher gemacht.

Und gestern, beim Pogen, fiel es mir nicht mal aus der Hosentasche. Dafür ist meine Brille verbogen und meine Schuhe gehen nicht mal mehr im Used-Look durch. Nun ja. Kauft es Euch.

Gedenktag des Tages: Tag des (freien) Buches.


  1. Anrufen ist gut. Immerhin schon sieben Minuten in zwei Wochen an Frei-Minuten verbraucht, ich bin so Nicht-Frau.
  2. Oder auch: Ich hatte auch Angst, dass ich ein Dauer-Twitterer/Dauer-Facebook-Poster werden würde, der alles dumm und dämlich kommentiert.

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