Aber wir haben ja nicht hören wollen
Auch wenn viele sagen, es ist richtig, auf das Gefühl zu hören – mehr, als auf den Verstand, ist das in den meisten Fällen definitiv nicht richtig. Und der Rest ist Glück.
Es ist doch meist so, dass etwas beginnt, mit dem wir noch nie in Berührung gekommen sind, nur vom Hörensagen kennen – verwirrt sind, vielleicht sogar anfangen, andere zu belügen. Meist die, die uns am wichtigsten sind. Aber am meisten uns selbst, weil wir im Endeffekt wissen, wie es ausgehen wird, und weil wir zu feige sind, Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Die kurze Zeit vom Jetzt bis zur bitteren Restrealität ist das einzig Schöne, das wir aus diesem Trip mitnehmen. Und alles, das bleibt, ist die Erinnerung mit einem bitteren Nachgeschmack.
Ja, das Gefühl kann einen ganz schön verarschen. So sehr, dass man den einzigen Optimismus, den man noch hat, in eine Sache, einen Gedanken steckt, der vom Verstand als totaler Idiotenplan abgestempelt wird. Und in den meisten Fällen wird man zum Idioten.
Und dann leidet man.
Manche leiden mehr, manche leiden weniger. Sicher ist, dass es irgendwann vorbei geht. Vielleicht nicht komplett, und vielleicht ist man nicht geheilt. Aber man akzeptiert es. Und vielleicht hat man auf dem Weg ein Stück von etwas verloren, das einem wichtig ist, aber wenn man am Ende des langen Leidensweg steht, hat man auch etwas gewonnen. Somit gleicht sich das aus. Ein bisschen Herz gegen Erfahrung – oder Verstand, sozusagen.
Immer und immer wieder durchlaufen wir diese Schleife. Und immer wieder aufs Neue vergessen wir, das Ende der Schleife richtig zu verknoten – so, dass sie hält. Wir steigern uns vom kindlichen An-die-Herdplatte-fassen-müssen an komplexere Wagnisse, die uns innerlich aushöhlen. Und die Zeigerfinger hebende Mama im Hinterkopf nennen wir jetzt Verstand. Aber das Prinzip bleibt das gleiche.
Ich glaube nicht, dass wir irgendwann das Herz komplett gegen Verstand und Erfahrung austauschen müssen, um nicht mehr zu leiden. Es muss nur ausgeglichen sein. Ich weiß auch nicht, ob wir dann tatsächlich zufrieden und glücklich sind. Aber es wäre auf jeden Fall erstrebenswert.
Ego & I, Retrospektive
Wochenend-Fakten
- Verdammt, mein linker Fuß ist größer als der rechte. Hab ich Freitag beim Bowling gemerkt, als ich mit dem rechten Fuß in eine zarte 38 schlüpfte und mein linker Fuß dort an seine Grenzen stieß. Der Bowling-Schuhe-Austeil-Mensch hat mich ganz schön schräg angesehen, als ich noch ein zusätzliches Paar Schuhe verlangt habe. War auch seltsam, als ich links dann 39 zu den rechten 38 trug.
- Ich hab am Samstag nur Gesundes verkocht: Karotten, Zucchini, Tomaten, Sellerie, Zwiebeln, Kartoffeln, Bohnen, Äpfel, Kiwi … Ich hatte deswegen den totalen Vitamin-Überschuss und war voll hibbelig.
- Ich habe didyouwatchporn entdeckt und mich halb tot gefreut, weil ich so viele Leute damit veräppeln konnte.
- Ich liebe meinen Laptop. Fällt auf den Boden. Läuft. Kommen ständig neue Programme drauf und wieder runter. Läuft. Ich beschmutze die Tastatur mit Tomatensoße. Läuft. Er sieht mich tagtäglich nackt. Läuft. Ein Wunder, dieses Ding. Läuft und läuft und läuft …
- … wie meine Nase. Inzwischen geht’s wieder, aber so Zewa als Taschentuch-Ersatz ist auf Dauer nicht so der Burner. „Burner“ – ha ha ha!
- Ich hab Sonntag mal wieder geputzt. Jetzt liegt nur noch halb so viel auf dem Boden herum. Für Fleiß sollte mir irgendwann mal einen Preis verliehen werden, den hänge ich dann an die Wand in der Küche, direkt über das ganze noch zu waschende Geschirr.
- Ich hab am Freitagmittag mein Abschlusszeugnis der Berufsschule abgeholt und war entsetzt über meine Theorienote in Wirtschafts- und Gemeinschaftskunde: 3,0. Auf der Berufsschule (!). Nach vier Jahren Wirtschaftsgymnasium. Das ist peinlich und ich bin ein Versager.
- Ich hab viel zu wenig geschlafen und sehe aus wie ein Zombie.
Gedenktag des Tages: Prešeren-Tag.
Bla... Bla... Bla..., Retrospektive
Retro-Wochen bei Station57

Ich mag Zahlen. Ich finde auch den Fakt cool, dass ich, wenn ich 75 Jahre alt bin, meinen Blog 57 Jahre haben werde. Das klingt irgendwie total verschwörerisch1, ich kann aber behaupten, dass ich mit achtzehn Besseres zu tun hatte, als mir komische Zahlen-Rätsel für die Zukunft auszudenken. Zum Beispiel das erste mal total legal schwänzen, bis ich dann Attest-Pflicht hatte.
Kennt ihr das Gefühl, wenn ihr einen uralten Screenshot einer Seite findet? „Gottverdammt! Wie sah diese Seite damals aus – und ich war live dabei! (Und fand es auch noch gut.)“ Alte Screenshots anzuschauen ist ungefähr so wie alte Liebesbriefe lesen. Total gruselig und zeitzurückversetzend zugleich.
Lange Rede, kurzer Sinn. Ihr werdet Euch sicherlich fragen, was dieser Blogtitel, der wie eine Aktionswoche bei McDonald’s klingt, mit dem allem zu tun hat.
Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.
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Blogosphäre, Retrospektive, Station57
Mein Musik-Jahr 2009
Letztes Jahr war definitiv eines meiner Musik-Jahre schlechthin – viele neue Künstler entdeckt, acht größere Konzerte besucht und viele hunderte Songs gehört. Eigentlich gehört der Artikel längst ins alte Jahr, trotzdem möchte ich keinem die Top Ten, basierend auf meinen last.fm-Profil, meiner meist gehörtesten Künstler vorenthalten.
Platz 10 – Depeche Mode

Foto: Anirudh Koul
Gehört: 546 Mal. Lied des Jahres: John The Revelator. Empfehlung: Peace. Neuestes Album: Sounds of the Universe (2009). Konzert: Sonntag, 8. November 2009 in der Hanns-Martin-Schleyer-Halle, Stuttgart.
Depeche Mode gehört definitiv zu den Bands, die absoluter Kult und einfach zeitlos sind. Meine erste Berührung mit der Band war mit der CD „The Singles 86–98“, die ich damals bei meinem Vater entdeckt habe – richtig reingehört habe ich mich im Jahr 2008. Nachdem klar war, dass Depeche Mode 2009 auf Tour gehen würde, und sogar nach Stuttgart kommen – hatte ich meine Karte quasi schon bestellt. Das Konzert war einfach absolut gigantisch und ein Erlebnis, das ich nur jedem Depeche-Mode-Fan weiterempfehlen kann.
… weiter ins All!
Musik, Retrospektive
Das Jahr
Manchmal gibt es Momente im Leben, an denen man an seine Grenzen stößt. Es widerfahren einem Dinge, die man noch nie erlebt hat, man erfährt Gefühle, von denen man nie wusste, dass es sie gibt.
Wahrscheinlich stößt jeder Mensch mal an diese Grenze, trotzdem kommt es mir vor, als ob sie schon alle Menschen vor mir erreicht haben, und genau wissen, was man in solchen Augenblicken zu tun hat.
Ich stecke jetzt schon lange in so einem Moment fest und finde nicht heraus. Ich weiß natürlich, was die Ratio mir sagt. Aber ich glaube, wenn ich jetzt durchhalte und meinem Bauchgefühl vertraue, dass am Ende das für mich herauskommt, was ich mir erhoffe und wünsche.
Es ist gewagt, sich hinzugeben, wenn man nicht weiß, was letztlich eigentlich passiert. Man fühlt sich rastlos, versucht Halt zu finden, geht tausend Wege, aber irgendwie kommt man nie an dem Ort vorbei, an dem man festhalten kann.
2009 war für mich ein Jahr der Selbstentdeckung, und ich habe in diesem Jahr mehr über mich gelernt, als ich es die ganzen Jahre davor tat. Ich habe viel riskiert, viel gewonnen, aber auch verloren. Ich kenne jetzt das Gefühl der Sehnsucht, des Schmerzes und der Ruhelosigkeit, aber auch das einzigartige Gefühl, jemanden zu kennen, ohne den man sich nicht komplett fühlt. Der auf einen vom Leben zugeschnitten wurde. Und dieses Gefühl überwiegt alles andere um ein Vielfaches.
Vielleicht werde ich eines Tages aus der Zukunft zurückblicken, und mich für diese Worte selbst belächeln. Für alles, das ich in Kauf genommen habe, um einen Geist zu jagen, den man nie fassen konnte. Vielleicht werde ich aber auch zurückblicken, und sagen, dass 2009 das beste aller meiner Jahre war.
Retrospektive

