Marina und ich haben demnächst – und vor allem – am selben Tag Geburtstag. Das ist nicht nur ein lustiger Zufall, sondern auch noch total praktisch, schließlich muss man den ganzen Kram für eine Feier nicht alleine planen. (Faule Sau! Ich weiß.) Wir dachten uns nämlich, dass wir wieder zusammen feiern, und ganz traditionell Einladungen schreiben. So wie in der Grundschule damals.

Wir haben beschlossen, dass ich mit dem Bus zu ihr fahre, ein Dörflein weiter, und sie mich dann abholt. Ich steige also kurz vor drei Uhr in den Bus, komme an der ausgemachten Bushaltestelle an, und sehe keine Marina. Das ist echt seltsam, weil Marina (eigentlich) immer pünktlich ist. Ich bin also dann allein zu ihr gelaufen. Und was macht die Alte?
Ich klingel‘, ihre Mutter öffnet erstaunt die Tür. „Oh, ich glaube Marina schläft.“ Ich trotte also hinter ihr her, und ich musste entsetzt feststellen: Marina ist auf ihrem Sofa eingeschlafen, während Zwei bei Kalwass. Völlig verpeilt schielt sie mich an, murmelt unverständliches Zeug, hebt ihre Hand, krempelt ihren Ärmel zurück, starrt auf die Uhr und meint: „Oh. Scheiße!“

Dann haben wir angefangen, unsere Einladungen zu schreiben. Dreiundzwanzig Einladungen an etwa vierzig Leute. Und jeder hat einen eigenen Einladungstext bekommen, die ich mir ausdenken musste, schließlich bin ich die Kreativere hier. Macht aber auch nix, Marina hat dann schließlich die Einladungen geschrieben, die an Leute gingen, zu denen uns nicht sooo viel Lustiges einfiel.

Das Ganze hat dann fast zweieinhalb Stunden gedauert. Ich dachte, mir fällt mein Arm ab. (Wie mache ich das morgen nur mit dem Schreiben während der vierstündigen Deutschklausur?) Aber nun sind sie endlich fertig, und wir – ähm – waren es auch. Zumindest geistig, so dass wir uns zum Schluss beim Warten auf meinen Bus nur noch daran erfreuen konnten, wie die Leute am Ortseingang geblitzt wurden. Zu mehr hat’s nun echt nicht mehr gereicht.

Jetzt sind wir in Besitz von dreiundzwanzig rosaroten (schnuffig, ne?) Einladungen, die morgen verteilt werden.

Nov

08

 

Ich schlafe ja zu den unmöglichsten Zeiten. Wenn man da dann mal mittags um drei aufwacht oder abends um sieben geweckt wird, um zu Abend zu essen, ist das heute nichts Ungewöhnliches mehr für mich. Ich schlafe einfach, wann ich Lust habe und müde bin (also so gut wie immer).
Seit neuestem schlafe ich auch immer, wenn ich mal richtig Lust habe, mir mal wieder Pommes in den Ofen zu schieben. Weil – wenn man schläft – kann man logischerweise nichts essen. Recht schlau, also.

Früher habe ich das noch nicht getan, deshalb war ich immer total verwirrt, wenn ich zu ungewöhnlichen Zeiten aufgewacht bin.
Einmal bin ich gegen acht Uhr abends ins Bett, weil ich richtig müde war. (Meine damalige regelmäßige ‚zu-Bett-geh‘-Zeit war gegen zehn oder elf Uhr nachts.) Ich habe auch relativ gut geschlafen. Dann bin ich aufgewacht, habe mich ganz normal angezogen, bin hoch ins Bad, um mir meine Kontaktlinsen in die Augen zu pappen, habe meinen Bruder geweckt, weil der wie gewöhnlich den Wecker überhörte, und somit immer verschlief. (Da es meinen Eltern damals irgendwann dann zu doof war, ihn ständig zu wecken, und er deshalb regelmäßig verschlief, übernahm ich das eben, weil ich Mitleid hatte (ich bin so sozial).) Ich bin dann wieder zurück in mein Zimmer, habe meine Schulsachen gepackt, bin in die Küche, habe mir was zu Essen gemacht, Jacke und Schuhe angezogen, und wollte los.

Das Seltsame war dann: Meine Eltern schlossen gerade in dem Moment die Haustüre auf, in dem ich gehen wollte. Ich war verplant (mal wieder). Ich wunderte mich, warum meine Eltern morgens um sieben nach Hause kamen (Party?), was ich sie dann auch gleich anschließend gefragt habe. Die starrten mich nur total bekloppt an, und zeigten auf die Uhr. Die dachten bestimmt, ich habe was gesoffen, während sie aus waren. Dabei habe ich nur früher als sonst geschlafen!

Ich bin tatsächlich nachts um ein Uhr aufgestanden, habe meine Familie aufgeweckt, mir Essen gemacht, mich angezogen, und wollte dann anschließend zur Schule.

Wie lange wurde ich mit der Geschichte aufgezogen! :bleh:

Das hier habe ich gefunden, als ich gerade meine Wäsche einsammelte, um sie zu waschen. Das Bild hing auch ursprünglich mal an der Wand. An der Wand, an der meine zu waschende Wäsche liegt. Kein guter Platz irgendwie. Ich erinnere mich noch dunkel daran, dass ich einen Pullover Richtung diese Wand geworfen habe, in der Hoffnung, er möge auf der andere Wäsche landen. Tat er letztendlich auch, aber irgendwie hat er das Foto mit hinunter gerissen.

Das Foto wurde damals im Kindergarten aufgenommen, das war im Jahre 1990. Da war ich viereinhalb Jahre alt. Und ich hatte mein Lieblingskleid an, das mir meine Mutter genäht hatte.

Heute wurde ich von Romy beziehungsweise von Romys Mutter Renate zum Essen eingeladen. Da es aber mit dem Essen sehr spät wurde, reichte es nicht mehr für die extended edition (214 Minuten) des zweiten Herr der Ringe-Teiles (den wir ursprünglich anschauen wollten), schließlich gab es ja Leute, die am nächsten Tag arbeiten müssen. :clown:

Und so ergab es sich, dass wir Mensch ärgere Dich nicht spielten, mit Lars‘ ‚Spezialregeln‘. Ich sage Euch was: Nach einem Spieleabend mit Lars, Romy und Renate braucht man keine Drogen mehr!

Erstmal wurden ungefähr zwanzig Würfel ausgepackt. Dann wurde jeder Würfel auch ganz ausgiebig untersucht, ob er denn der ‚richtige Würfel‘ sei. Da wurde gewürfelt, untersucht, abgetastet und gerieben. Und war da erstmal der richtige Würfel gefunden, durfte den auch kein anderer anfassen, denn sonst verliert er ja seine Wirksamkeit. Ich habe mich ja insgeheim gefragt, ob die irgendwo einen überdimensional großen Würfel versteckt haben, den sie jeden Sonntag um zwölf anbeten.:roll:

Ja, und wie das halt so ist (?), wird dann eine besondere Verbindung zum Würfel aufgebaut, um ihn beeinflussen zu können. Renate beispielsweise hatte immer die Zahl gerieben, die sie würfeln wollte, und wehe, man hat sie dabei gestört. „Hör‘ auf, meinen Würfel zu beeinflussen. Ich versuche eine telepathische Verbindung zwischen mir und dem Würfel aufzubauen!“ Irgendwie hat sie aber trotzdem immer Sechsen gewürfelt, ob sie nun wollte oder nicht.
Romy hat am Ende dann irgendwelche komischen indianischen Tänze vollführt. Näher möchte ich das jetzt nicht ausführen. (!)

Ich habe mir ja einfach den hübschesten Würfel herausgesucht. Aber so wie ich das mitbekommen habe, muss man auch an seinen Würfel glauben, sonst würfelt man nichts Gutes. Zumindest sagte das Renate immer wieder zu Lars, wenn er verzweifelt versuchte, eine Sechs zu würfeln, um aus seinem ‚Loch‘ zu kommen. „Lars, Du musst das so wie ich machen. Du musst an Deinen Würfel glauben! Ich habe das von Anfang an gemacht. Ich habe an meinen Würfel geglaubt. Und siehst Du, es klappt! … Und Romy, wehe Du fasst meinen Würfel an!“

Renate hat somit auch die erste Runde gewonnen. Die Cheaterin. Der Glaube hat wohl geholfen. In der zweiten Runde wurde das alles noch lustiger. Irgendwie kamen wir über Lars‘ rote Spielfiguren auf Indianer, und letzten Endes haben wir uns dann irgendwelche perversen Indianernamen gegeben. Da hieß es dann nicht mehr: „Romy, würfel‘ mal!“ sondern „Squaw, alde Socke, würfel‘ endlich!“ „Ja, laufende Pommes, ich mache mich ja schon auf den Weg.“ Romys Mutter hat dann letztendlich doch noch Wein geholt zum Spiel. Schließlich „könne man uns nur mit Alkohol ertragen.“ Ich persönlich fühlte mich ja schon ohne jeglichen Alkohol total beschwippst. :roll:

Irgendwie habe ich am Ende gar nicht mehr mitbekommen, wer mich mal beschissen hat oder nicht, oder wann ich dran war mit würfeln, weil ich mehr beschäftigt war, mir die Lachtränen aus dem Gesicht zu wischen. Ich kann nur sagen, dass ein Spieleabend bei Romy empfehlenswert ist. Wenn die Familie anfängt zu spielen, werden alle richtig komisch. Das ist bestimmt der Einfluss des großen Würfels, gut versteckt im Keller.

Gebt’s doch zu!

Gestern sind mein Vater und ich noch in den Edeka gegangen um einzukaufen für den nächsten Tag. Nebenbei hat sich mein Vater gedacht, er nimmt noch allerelei Süßes mit für die Kiddies, die eventuell vorbeikommen und was wollen. „Schließlich ist das ja auch nur einmal im Jahr, und die freuen sich dann.“ Für zwanzig Euro hatten wir jetzt also Süßigkeiten gekauft. Mir wäre es lieber gewesen, wir hätten mehr zu Essen für den nächsten Tag eingekauft, als so viele Süßigkeiten.

Mein Vater hatte auch schon den Plan, dass wenn die Süßigkeiten alle sind, wir einfach den Hund vor die Tür leinen. Dann können uns die Kiddies erst gar nicht mit ‚Saurem‘ drohen. Denn wenn der Hund draußen vor der Tür hockt, traut sich nämlich irgendwie keiner mehr zu uns an die Tür heran. Der Briefträger und die Reklame-Austeiler stehen meist vor der Einfahrt und ringen mit sich selbst, ob sie nun zum Briefkasten laufen sollen oder nicht. Meist werfen die dann die Post und die Reklame einfach in die Einfahrt und gehen dann langsam wieder rückwärts vom Grundstück. (Kann man alles immer toll von der Küche aus beobachten.) :roll:

Irgendwann kamen auch schon die ersten Kinder. Die ersten und die letzten. Der eine kleine Junge, schätzungsweise sechs Jahre alt, hatte ein Vampirkostüm an, und der andere eine riesige Monstermaske. Auf der Monstermaske stand in orangenen Lettern ganz groß R.I.P., das hat mir schon etwas Angst gemacht. Ich meine, mir laufen nicht dauernd irgendwelche Gestalten über den Weg, die mir wünschen, ich möge doch in Frieden ruhen.
Mein Vater hat den zwei Jungs gleich fast unsere ganzen Süßigkeiten vermacht. Hätte ich gewusst, dass das die einzigen Kiddies sind an dem Abend, hätte ich nicht gesagt „Papa, tu‘ denen nicht alles in die Tüte!“ sondern „Ja, hau‘ rein!“

Unsere Halloween-Extreme-Gammel-Sauf-Party war auch was. Romy ist gestern noch vorbei gekommen und wir dachten uns, dass wir auch mal nach unten zur tollen Party gehen. War am Anfang auch ganz lustig, aber am Ende war mir das Geschwätz von pubertierenden sechzehnjährigen Jungs echt zu komisch doof.
Mein Zimmer musste ich auch beschützen. Mich hat immer wieder einer aufgesucht, um zu überprüfen, ob ich denn nun Pornos auf dem PC hätte. Irgendwann war’s mir aber echt zu doof, und ich habe zu meinem Bruder gesagt, er möge mir den bitte vom Hals halten.
Ich hätte gerne wieder ein Schloss an der Tür. Man hätte sie nicht so oft einschlagen dürfen, dass man nun keines mehr am Türrahmen befestigen kann. Hmpf.

Ich habe auch extra meinen PC die Nacht angelassen, damit der Lärm vom Keller übertönt wird. Und somit bin ich irgendwann friedlich gegen halb vier Uhr morgens eingeschlafen.