19. September 2007

… Mann, war das peinlich.

Wenn ich von der U-Bahn-Station aus nach Hause laufe, komme ich immer an der Apotheke vorbei. In der Regel ist die Apotheke schon geschlossen, wenn ich dort mal vorbei komme. Und wenn die Apotheke geschlossen ist, fährt dort immer so ein Mini-Staubsauger herum. Dieser Mini-Staubsauger fährt ziellos durch den Raum, bis er auf ein Hindernis trifft, dreht dann automatisch in eine andere Richtung und fährt (beziehungsweise: saugt) dann auf dieser Strecke weiter.

Von dieser menschenloser Bedienung bin ich natürlich ungeschränkt beeindruckt. (Steht schon auf meiner Wunschliste.) Weshalb ich oftmals minutenlang vor der Apotheke stehe, durch die Glasfenster starre und dem Staubsauger zuschaue, wie er so durch die Gegend den Staub saugt. Als hätte ich sonst keine Hobbys. (Hab ich ja auch nicht.)

Erst kürzlich war ich wieder auf dem Weg nach Hause, bis mir auffiel, dass ich keinen Staubsauger in der Apotheke herumfahren sah. Ich trat immer näher und näher, schaute mich um, und sah den Staubsauger immer noch nicht. (Hab mich dann irgendwann auch gefragt, wie ich durch geschlossene Glastüren komme.) Bis ich bemerkte, dass ich mitten in der Apotheke stand, und wie blöd nach dem Mini-Staubsauger gesucht hatte. Um mich herum einige Kunden, die mich recht fassungslos anstarrten. Hinter dem Tischchen die Apothekerin. Krampfhaft versuchte ich mich zu erklären. Die Apothekerin erläuterte mir anschließend, dass der Staubsauger nur außerhalb der Öffnungszeiten in Betrieb sei.

„Okay, dann komme ich später nochmal.“ Völlig verwirrt verließ ich die Apotheke ging nach Hause, und nahm meine Tabletten.


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24. August 2007

Schieben wir’s auf die Pubertät

Die Familie G. sind Bekannte von uns. Die Familie G. hat drei Kinder, darunter auch die junge C., etwa fünfzehn, sechzehn Jahre alt. C. ist mitten in der Pubertät, und das sieht man ihr auch an: Damals war sie das junge Mädchen, das alles von Sailor Moon und Polly Pocket gesammelt hat, heute ist sie der schwarz angezogene und geschminkte Teenager, der das Spielzeug im Schrank gegen Totenköpfe, Kerzen und womöglich umgedrehte Kreuze ausgetauscht hat.

Neulich war C. abends weg, und wollte nicht nach Hause. Also hat sie den Leuten, mit denen sie weg war oder die sie getroffen hat (man weiß es nicht so genau), erzählt, sie würde zu Hause geschlagen. C. kam an dem Abend nicht nach Hause, dafür stand die Polizei am nächsten Tag vor der Tür der Familie G.

Die haben sich gefreut wie Schnitzel, sag ich Euch.


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10. August 2007

Arbeitswelt, ich komme!

Freunde der Arbeitswelt, bald werde ich Eurem Bund beitreten. Richtig. Ich habe eine Zusage, und werde ab September offiziell ausgebildet zur Mediengestalterin in Fachrichtung Gestaltung und Technik in einer Agentur in Stuttgart. Und verdiene fett Kohle. Und verdiene endlich mal ein klein wenig Geld. Nach ganzen einundzwanzig Jahren.

Natürlich fängt nach so einer Zusage der ganze Bürokratie-Kram erst an. Da kackt der Hahn doch in die Pfanne – was man alles so braucht!

Als erstes habe ich meinen Ordner aus meinem Regal genommen, in dem alle wichtigen Dinge abgeheftet sind, und das, was ich brauche, fein ausgeheftet und säuberlich aufeinandergelegt, damit ich auch alles beisammen habe für die Vertragsunterzeichnung …
Also, so ähnlich. Ehrlich gesagt habe ich erstmal komplett die Schränke geleert, unter dem Bett, in meinem Computer und hinter meiner Stereoanlage geschaut … folglich nach meiner Lohnsteuerkarte gesucht, die ich irgendwann dieses Jahr mal zugeschickt bekommen habe. Zumindest glaube ich das. Lohnsteuerkarte nicht gefunden, eine vom Rathaus geholt, was mich ganze fünf Euro gekostet hat. Aber egal. Ich bin ja bald reich.

Als nächstes habe ich mich um eine Mitgliedsbescheinigung und Sozialversicherungsausweis gekümmert. Musste mich erst einmal informieren, was ein Sozialversicherungsausweis ist, nach eigenständiger Recherche (die meine Freundin übernommen hat) wusste ich nach ein paar Stunden, dass ich beides von der Krankenkasse bekomme, also dort angerufen, die mir daraufhin zwei Tage später einen ihrer Außendienstmitarbeiter geschickt hatten. (Die, die immer so furchtbar viel reden und erklären, was man eigentlich selber schon weiß.) War aber trotzdem sehr freundlich. Blieb auch freundlich, als ich fünf Minuten lang überlegte, ob ich meine neue Krankenkarte mit oder ohne Bild will. Und hat mir zum Schluss noch einen Kinogutschein geschenkt. Ist wohl so üblich, wenn man da ’ne Versicherung für Auszubildende unterschreibt. Tolles Timing, schließlich wollte ich ja mit Verwandtschaft und Anhang die nächsten Tage ins Kino gehen.

Bankverbindung und Adresse habe ich im Kopf – jetzt muss ich nur noch einmal zum Friseur meines Vertrauens, und los kann die Reise zum Ausbildungsvertrag gehen! Ich freu mich wie ein Schnitzel, in Zukunft wieder etwas Produktives tun zu können.


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8. August 2007

Tage in München

Wieder da, im schönen Baden-Württemberg, in dem Land, in dem die Leute nicht schon morgens anfangen, Weißwürste mit süßem Senf zu essen, und der Dialekt viel sympathischer klingt!

Ein paar kurze Details der letzten Tage:

1. Montag ging es erst in die Wittelsbacher Gruft in der Michaelskirche, den tollen Sarg des König Ludwig II. anzuschauen, beziehungsweise die zwanzig anderen Särge der königlichen Verwandtschaft. (Ich bin ja immer noch nicht überzeugt davon, dass in den Särgen tatsächlich irgendwer liegt.) Etwas später, nach dem Besteigen des „Alten Peters“, waren wir auch in der Kirche selber, um ein paar Knochen zu bewundern. (Die waren mit Sicherheit auch nicht echt.)
Jedenfalls hatte ich ständig das Gefühl, irgendwo im H&M gelandet zu sein. Überall Totenköpfe. Auf den Särgen, über den Opferkassen, am Altar und auf dem T-Shirt meines Bruders. Tolle Sache, das. Immer schön die Kirchen in München aufsuchen. Kann ich jedem nur empfehlen, so für die perfekte Friedhof-Geburtstagsparty für Satanisten oder eine kleine Heulrunde für Ringelpulli tragende Emos.

2. Montagabend waren wir dann im Gerner essen um parallel dazu in den Geburtstag meines jüngsten Bruders hineinzufeiern. Der hat sich scheckig gefreut, als um Punkt zwölf Rolf Zuckowskis „Wie schön, dass du geboren bist“ aus den Boxen hallte, und ihn die gesamte restliche Trinkerschaft anstarrte, als es klar wurde, dass er das Geburtstagskind ist. Nein. Er wurde nicht sieben, sondern siebzehn. Und es war die glorreiche Idee meiner Mutter. (Die Rechnung betrug übrigens stolze hundertsechsundsiebzig Euro – da hat sich das all you can eat richtig gelohnt. :kls)

3. Die Frikadellen aus der Tüte aus dem Aldi riechen wie abgestandene Turnschuhe. Ich wollte gar nicht erst wissen, wie die schmecken.

Fazit: Die paar Tage in München waren eindeutig gut gestaltet und (vor allem) zum Essen lasse ich mich gerne noch einmal einladen!


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30. Juli 2007

Heute, gestern, morgen

Nach Serverzeit: 31. Juli 2007, 5:58 Uhr. Der Server lebt wieder, Freunde der Sonne. War bisschen tot und so. Seit der Reanimation hat der aber ’nen kleinen Knacks. Hat mir verraten, er will Futurologe werden. Hab’s ihm ja nicht geglaubt bis eben. Es ist jetzt aber laut Server schon der 31. Juli 2007 und zwar so knapp vor sechs Uhr morgens. Deswegen sind mein Server und ich der Gegenwart schon längst voraus und ich hab quasi heute schon die Statistiken von morgen.

Außerdem hatte ich heute eine richtigen Arbeitstag als Praktikant. Aus über siebzig Bewerbern wurde ich neben zwei anderen eingeladen, mal zu erleben, wie das in einer Agentur in Stuttgart so läuft. Und wenn ich Erfolg habe, mache ich dort dann meine Ausbildung.

Dabei sah ich heute Morgen so scheiße aus wie sonst noch nie in meinem Leben. Ja, ich war mir definitiv sicher: so sieht man nach zehn Stunden Kneipentour aus. Meine Augenlider waren total geschwollen und meine Augenringe konnte ich auf dem Boden abstellen. Lag insgesamt wohl an den eineinhalb Stunden Schlaf.
Hab mir dann zwei Löffel ins Eisfach gelegt, so wie’s in den Mädchenzeitschriften geschrieben steht. Außer, dass mir nachher die Lider am vereisten Löffel klebten hatte das Ganze aber leider keinen so tollen Effekt.

Der ganze Arbeitstag sonst hat mir gut gefallen. Meine erste Aufgabe war die Bilder zu einem Storyboard zu scribbeln für ein Video, das für einen Kunden zusammengeschnitten wird und letztendlich als Werbematerial dient. („Scribbeln“ war heute neben „Briefing“ übrigens das Wort des Tages.)
Dabei habe ich an einem der tollen Apple-Geräte gearbeitet. Ist ja in Agenturen total in. War ein iMac. Hab mich erst gewundert, wo denn da der Rechner steht, dann ist mir aber der Totschläger-Monitor ins Auge gefallen, und da konnte ich mir auch den Rest denken. Vor allem, als man da auch noch CDs reingesteckt hat.

Ich bin ja seit der iPod-Sache und iTunes total allergisch gegen dieses komische grau-runde Design der Fenster mit den blauen Scrollbalken. Urghs. Und ständig hatte ich mit Doppelklick auf die Titelleiste des Safaris (der ungefähr 16526354 mal abgestürzt ist) das Fenster geschlossen. Dabei wollte ich es nur maximieren.

Bis halb sechs war ich dort, und gegen halb acht dann wieder zuhause. Da ich jetzt meine ehelichen Pflichten als Blogger erfüllt habe, darf ich jetzt auch gestrost endlich (und das um zehn Uhr abends, richtiger Zeit!) ins Bett gehen und schlafen. Damit ich morgen nicht wieder so aussehen wie heute. Oder übermorgen nicht so scheiße aussehe wie morgen, laut Serverzeit.

Amen.


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