Ein fitter Start in den Tag II
Um den Tag zu beschreiben, würde ich hier Romane schreiben. Deswegen eine kurze, stichwortartige Zusammenfassung:
- VVS-Karte am Morgen nicht gefunden. Überall gesucht. Nicht gefunden. Geplante Stadtbahn verpasst. Fühle mich deprimiert, frustriert und unfrisiert.
- Eine Weile später mit dem Bus an Bushaltestelle gefahren, der Masse an Schülern gefolgt, zum Schluss an falscher Schule gelandet. Glücklicherweise ging es nicht nur mir so. Wenig später richtige Schule gefunden.
- In Klasse gelandet. Klassenlehrerin komisch, Klasse auch, Stundenplan toll.
- Endlich essen.
- Ich bezweifle Kompetenz mancher Betriebe und Schüler: Nach neuer Gliederung der Ausbildung des Mediengestalters Digital und Print wurden 2007 die Fachrichtungen von vier auf drei Fachrichtungen reduziert. Das ging aber irgendwie an manchen Betrieben vorbei. Azubi mit alter Fachrichtung angemeldet. Manche wissen ihre Fachrichtung aber nicht einmal so. Das nenne ich informiert.
- Zwei Stunden später: Wechsel in eine andere Klasse mit dem Schwerpunkt Digital. Kommen immer mehr. Letztendlich dreiunddreißig Schüler zwischen sechzehn und vierundzwanzig Jahren. Sympathischer Lehrer, sympathische Klasse. Scheiß Stundenplan. Festgestellt: Man kann nicht alles haben.
- Philosophiere über die Notwendigkeit der einen Stunde Religionsunterricht, die nicht bewertet wird.
- Beschlossen: Religion ist nicht notwendig. Aber ganz unterhaltsam.
- Religionslehrer hat einen an der Klatsche. Haben die aber generell so an sich. Genauso wie Kunstlehrer.
- Heimgefahren, heimgekommen, geschlafen. War ein großer Fehler.
- VVS-Karte im Pulli wiedergefunden.
- Tag geistig beendet.
Ausbildung/Berufsschule, Retrospektive
Lieber große Ohren als keine Musik
Wenn ich irgendwohin gehe, bin ich ja immer so ausgefuchst, um zu wissen, dass es am besten ist, wenn man so wenig wie möglich mitnimmt. Nur das Nötigste. Aber wie das eben so ist, ist Planung doch irgendwie etwas, dass meist nicht so klappt, wie es sollte. Zumindest ist das bei mir so. Sonst wäre ich Fachfrau für Logistik geworden. Oder wie das heißt. Was ist das überhaupt? Ist ja auch egal.
Als ich dieses Wochenende nach Hause zu meinem Papa fuhr, hatte ich alles dabei: Kleidung, die ich waschen musste, meinen Geldbeutel und meinen Schlüssel. Also das Wichtigste. Das, was immer dabei ist.
Abends musste ich dann meine Kontaktlinsen in zwei Eierbechern in Wasser (!) legen. Außerdem habe ich mein Verhütungsmittel zu Hause liegen lassen. Wenn es demnächst also „Jenny sucht den Super-Paten“ heißt, wisst ihr Bescheid. Halt – ich bin doch seit Jahren ohne Konfession. Ach. Mist! Pointe ruiniert.
Aber das Schlimmste, dass mir ja passieren kann, ist passiert … Depression. Schwarze Räume. Eine Mathe-Klausur über Kurvenscharen. Ein „Nelly Sachs“-Gedichtband … Nein. Schlimmer: Ich habe meinen MP3-Player bei Papa vergessen. Im Auto. Äääh!
Da ist die Kacke am Dampfen. Nichts Schlimmeres als morgens eine halbe Stunde ohne Musik in der Stadtbahn zu sitzen und anderen Leuten beim Denken zuzuhören. Da werd ich irre. Heute saß auch schon wieder so eine Komische neben mir. Dachte erst, dass sie ihrem Zwangsverhalten nachgeht. Dabei hat sie nur laut die Namen von Kindern mit Hilfe von ausgedruckten Fotos auswendig gelernt. Total hektisch hat die sich bewegt. Zum Schluss war ich auch ganz gaga.
Da musste natürlich schnell eine Alternative her. Deswegen habe ich mich schweren Herzens entschlossen, den iPod Shuffle wieder auszupacken. Schon gruselig genug. Seitdem ich den hatte, habe ich Apple-Produkten abgeschworen. Und an was sitze ich jetzt während der Arbeitszeit? An einem iMac. Ich würde das als Ironie des Schicksal bezeichnen.
Nachdem ich aus allen Titel jegliche Sonderzeichen entfernt habe (sonst hat der ja mit dem Abspielen Probleme) und mir die Lieder mit einem anderen PC auf den iPod habe laden lassen (an meinem PC funktioniert er ja nicht), musste ich auf meine Totschläger-Kopfhörer von Philips zurückgreifen.
Das war heute echt der Hingucker schlechthin. Nachdem ich die Hälfte des Weges zur Agentur von der Stadtbahn aus bewältigt hatte, habe ich die Dinger abgenommen, weil mich alle anschauten, als ob ich total einen an der Klatsche hätte. Werde mich demnächst damit im Disneyland als Micky Maus bewerben.
Aber immerhin hatte ich während der Fahrt Musik.
Retrospektive, Ärgernis
Suche Heilung, biete Schokobons
Ich mag keinen Schluckauf. Hatte das gerade. Dreißig Minuten lang. Die Hälfte der Zeit habe ich hicksend im Lidl verbracht, um mich blöd von den Leuten angaffen zu lassen.
Gibt ja viele Tipps gegen Schluckauf. Luft anhalten und trinken, auf dem Kopf stehend ein Glas Wasser trinken oder sich an der Zunge ziehen und dabei das ABC aufsagen … Bei mir half damals ein Tipp meiner alten weisen Schulfreundin Lisanne: Sie fragte mich damals, was ich am Tag zuvor gegessen habe. Beim Überlegen hat sich das mit dem Schluckauf dann irgendwie gelegt. Dachte damals, sie sei die Reinkarnation Jesu. Beim nächsten Schluckauf festgestellt: Der Trick funktioniert auch nur ein Mal und Lisanne ist nicht die Reinkarnation Jesu. Mist.
Hab mir schon überlegt, mich beim nächsten Mal einfach in das Gefrierfach zu legen. Ist aber etwas kontraproduktiv bei der Jahreszeit. Außerdem steh ich nicht so auf Blasenentzündung.
Hat jemand sinnvolle Ideen, die auch funktionieren?
Bla... Bla... Bla..., Retrospektive, Ärgernis
Cannstatter Wasen
Ich habe heute so viel zu sagen, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll. Ich habe heute innerhalb weniger Stunden schon meine sonstige Rede-Quantität um ein Vielfaches überschritten. Was rede ich überhaupt? Ja, ziemlich viel und vor allem ziemlich viel Unsinn und überhaupt und sowieso und ja, was weiß ich.
Häää? Und jetzt?
Gestern war ich jedenfalls auf dem Wasen. Das erste Mal. Beziehungsweise hat mir meine persönliche Informationsquelle – meine Mama – mitgeteilt, dass ich da anscheinend mal im Kleinkindalter war und auf dem Tisch getanzt habe. (Grammatik: 5) Aber nun ja, darum geht es ja mal gar nicht.
Ja, also, auf dem Wasen. Bierzelt, Bier und Hähnchen, „DJ Ötzi“-Musik, dazu noch jede Menge VfB-Fans – also alles eigentlich gar nicht meine Baustelle. „Warum warst Du dann überhaupt da?“ werden sich manche fragen. Und ich werde sagen: „Gute Frage!“ – Nee. Die Agentur. Die hat dort einen Tisch bestellt und jede Menge Getränke- und Esskärtchen.
Ja, und wie das so ist und wie man beobachten kann: Am Anfang noch Totenstille (vor allem gegen fünf Uhr am Nachmittag), alle finden diese Bierzelt-Musik ja eigentlich schon total scheiße und diese herumkotzenden Leute niveaulos. Nach einigen Bieren kann man aber komischerweise alle Songs mitsingen und erbricht dann auch schon mal in den eigenen Bierkrug. Ja, klasse! So muss das sein.
(Ich kann die Texte der Schlager übrigens vorher schon mitsingen. Schließlich bin ich ein Kind des Schlagers – dank Mama – wie einige wissen. Während die anderen in den Musikstunden in der dritten Klasse sehr stolz auf ihre neu erworbene Single „Saturday Night“ von Whigfield waren, kam ich mit meiner mit Schlager bespielten Kassette und warf Gitte Hænning mit „Ich will alles ab“ in den Rekorder. Ja, das waren noch Zeiten. Da merkt man erst, wie alt man eigentlich ist, ne. Und bei Marianne Rosenberg kann ich mich eh nicht mehr halten. Marianne Rosenberg! Mein erstes Konzert. Mit zehn. Das war der absolute Burner!)
Die Stimmung wurde immer besser, immer betrunkener und respektloser. Ich sage Euch: Da steppte der Bär Sexuelle-Belästigungs-Panda. Während der Streckenbewältigung in Richtung Toilette wurde ich von einem halben Dutzend VfB-Fans angegrapscht, gegen später dann hat irgendjemand sein Weißweinschorle über meine Tasche und mich gekippt. Mein Geldbeutel stinkt wie Sau! Und meine Tasche auch. Toll. Jetzt muss ich wieder mit Stofftaschen ins Geschäft.
Mein restlicher Tag war jedenfalls hervorragend ausgefüllt: Ich hatte zwei Mal Pommes, ein Mal Zuckerwatte und bin mit einem Kopfüber-Ding gefahren, das „Maxximum“ hieß.
Gegen elf Uhr sind wir dann vom Wasen in eine Bar, und gegen vier Uhr am Morgen war ich zu Hause. Im Bad habe ich auch gemerkt, dass ich meine linke Kontaktlinse gar nicht verloren habe, sie klebte nur hinter meinem Auge.
Jedenfalls war das ein lustiger und unterhaltsamer Abend. Und jetzt muss ich mich um die wichtigen Dinge des Lebens kümmern: essen, schlafen, fernsehen, die ganzen unnötigen Dinge vom Schreibtisch räumen. (Also alles.)
I’m out.
Retrospektive
Fazit: vier Wochen Arbeiten
Die Agentur, in der ich arbeite, stellt für alle möglichen bekannten Unternehmen Präsentationen her – in Flash. Über ein Menü kann man zu diversen Kapiteln springen, die Animation auf Wunsch stoppen, zurückspulen oder den sympathischen Sprecher einfach seinen Text herunterrattern lassen – je nachdem, wie motiviert man ist und wieviel Schlaf man die Nacht davor hatte. Und deswegen war der größte Bestandteil meines Tuns … – wer es richtig errät, bekommt ’nen Keks – richtig, … Flash.
Damals, als ich in der Agentur das entscheidende Praktikum absolvierte, entwarf ich die Scribbles (Skizzen) zu einem Storyboard für die Vorstellung eines Wireless-LAN-Router. Und das galt es dann am Anfang der Ausbildung (zur Mediengestalterin, für alle, die es nicht wissen) umzusetzen.
Flash empfinde ich eigentlich nicht als schwer. Es (Adobe Flash) ist recht intuitiv zu bedienen, und wenn man mal herausgefunden hat, wie alles so zusammenspielt, geht das recht fix mit dem Umsetzen. Zugegeben, meine Umsetzungen sahen anfangs eher dürftig aus (wahrscheinlich tun sie das noch immer), aber nobody’s perfect. Tröstlich.
Ja, ich erlaube es mir mal, so zu formulieren: Anfangs ging mir diese Animiererei (steht das Wort überhaupt im Duden?) ganz ehrlich gesagt total derbe auf den Sack. Das lag aber nicht am Programm selbst, sondern daran, dass ich vieles nicht sofort so hinbekam, wie ich es wollte.
Die Animationen ist rund zweieinhalb Minuten lang, und beinhaltet eine ziemlich lange Zeitleiste und eine Unmenge an Ebenen. Bei mir ist da recht fix mal irgendwo etwas hingerutscht, wo es eigentlich nicht hätte sein sollen, und schon stimmte die komplette Animation nicht mehr. Dazu kam noch, dass sich das Bearbeiten der großen Animationsfläche mit (anfangs) nur einem Monitor als etwas strapaziös enttarnte. Auch ständig etwas umzuändern war das reinste ermattende Rumgezupfe in der Datei. Und es wird oft etwas umgeändert (schließlich „sind wir ein Dienstleistungsunternehmen und machen das, was der Kunde will, egal, wie kacke es im Grunde aussieht“).
Solche Augenblicke waren natürlich absolut demotivierend. Man denkt sich einfach, dass die ganze Welt einen mal am Arsch lecken kann: dieses Flash, der Kunde auch, der iMac ja sowieso, alles scheiße – und überhaupt ist doch der ganze Tag total beschissen (ja, ich weiß, ich bin voll auf dem Fäkal-Trip). Dazu hinkam noch, dass ich abends total müde und erschöpft war, und der restliche Teil des Tages quasi total unnütz war, weil ich einfach keine Lust mehr hatte, etwas „Produktives“ zu tun.
Mit der Zeit änderte sich das komischerweise in die positive Richtung, je mehr ich mich an meinen neuen Schlafrhythmus gewöhnte. Ich war abends fit, morgens ausgeschlafen, tagsüber ausgeglichen, und habe es endlich mal wieder geschafft, ’nen Kilo Pommes in den Ofen zu werfen, zu essen, bis zwölf wach zu bleiben und nachher darüber nachzudenken, wieviel Fett ich mir eigentlich in der letzten halben Stunde einverleibt habe – dass ich am nächsten Tag bestimmt nicht mehr in die Hose komme mit dem Arsch.
Diese Woche habe ich mit sehr viel Motivation sehr viel an der Flash-Animation gemacht, relativ selbstständig und ohne große Probleme. Da mir alles leicht von der Hand ging, habe ich auch meine Anti-Depressiva absetzen können und seitdem geht es mir wunderbar … Gut, inzwischen träume ich von dem Produkt und begrüße unsere Katzen mit Textpassagen aus der Animation. Aber sonst ist bei mir alles in Ordnung.
Äääh. Voll ins Labern gekommen. (Daran ist nur der Azubi-Texter gegenüber von mir schuld! Das färbt in ungünstigen Situationen ab ohne Ende.)
Ansonsten habe ich etwas mit Adobe Photoshop gearbeitet (Screendesign), was mir natürlich auch nicht schwer fiel (dank Photoshop-Erfahrung seit Photoshop 6.0 :kls).
Neuland war für mich neben Flash noch das Arbeiten mit dem Adobe Illustrator, was aber auch kein großes Hexenwerk war (für das, was ich benötigte (einen illustrierten Gabelstapler (war ich stolz auf den!))). Bin seitdem total begeistert von dem Programm und was man damit alles machen kann.
Somit verabschiede ich mich für heute mit der Erkenntnis :“Je länger man es macht, desto schöner wird es“ – um morgen wieder gegen sieben aufzuwachen, ins Bad zu gehen um mich „frisch zu machen“, damit mir einige Minuten später einfällt, dass ja Wochenende ist.
Äääh. Ich hasse das.
Ausbildung/Berufsschule, Bla... Bla... Bla..., Retrospektive