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Klamotten
Mein Bruder hat übers Wochenende alle seine Klamotten gewaschen. Und ich bin inzwischen wieder zurück in Untertürkheim und habe nach dem vorletzten Wochenende die zweite Runde Großputz in der WG eingelegt (dieses Mal ohne Rückenschäden). Einer muss ja machen. Oder: einer ist immer der Dumme. Dafür habe ich alles, was weder ins Wohnzimmer, in die Küche, ins Bad oder ins Klo gehört vor Mitbewohner S.‘ Zimmer gestellt. Der wird sich freuen. Mir aber egal, langsam geht’s mir nämlich echt aufn Sack, dass hier alles rumsteht.

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Am Wochenende war ich mal wieder zu Hause bei meiner Familie. So richtig von Samstag in der Früh (um zehn) bis Sonntagabend. Der Grund, weshalb ich so früh da war am Samstag war der, dass ich schon die ganze Woche davor von Laugengebäck träumte, das nur so einzigartig gut in meinem tollen Heimatdorf schmeckt. Ja. Deswegen hab ich mir morgens ab zehn erst mal sieben Brezeln hineingestopft, um dann ausgiebig ein Mittagschläfchen zu halten.

Mein jüngster Bruder, ihr wisst schon, der Klugscheißer mit dem Einser-Schnitt, hat sich seit neuestem die Stuttgarter Zeitung testweise abonniert. Mein Vater ist deswegen jeden Morgen völlig überfordert, weil er es gar nicht mehr gewohnt ist, Zeitungen im Briefkasten zu haben.

Papa: „Jeden Tag liegt Deine Zeitung im Briefkasten und verschwendet Platz!“
Uwe: „Hm.“ :nixwiss
Papa: „Kannst Du die nicht mal rechtzeitig wegräumen?“
Uwe: „Es ist zehn Uhr, ich bin doch gerade erst aufgestanden.“
Papa: „Zeitung holt man sich doch morgens um sechs, damit man sich bis um sieben beschäftigen kann.“
Uwe: „Heute ist aber Samstag.“
Ich: „Wieso eigentlich die Stuttgarter Zeitung nicht die lokale Zeitung?“
Uwe: „Die ist mir zu lokal, ich muss mich über das Weltgeschehen darüber hinaus informieren.“
Ich: oO

Außerdem hat er sich Unterlagen zuschicken lassen, um eventuell einer Partei beizutreten. Bei der übernächsten Bundestagswahl werde ich seine Partei wählen, damit er Kanzler werden kann.
Mein Dorf hat bei der Wahl übrigens natürlich wieder tiefschwarz gewählt. Mein Papa meint ja, dass die Leute hier sofort alles wählen, wo „christlich“ im Parteinamen steckt (hier sind die meisten ja auch „scheinheilige Katholiken“ und die Evangelischen sind die „Wüstgläubigen“, wie man sich so erzählt). Die Partei bibeltreuer Christen hat aber irgendwie kaum einer gewählt, nun ja.

Samstagabend war dann ein Fest der KJW (wo wir schon wieder bei der Kirche wären, „KJ“ steht hier nämlich für „katholische Jugend“, wobei da eigentlich fast alle nur getarnte Alkoholiker sind). Meine Geschwister sind in diesem fragwürdigen Verein (ha ha, so schafft man sich und anderen ein gutes Image), und weil ich sonst nichts zu tun hatte, habe ich mit Saskia abends sechs Stunden meiner Schwester in der Bar ausgeholfen, während mein Bruder sich um die Würstchen kümmerte.
Rechnen
Teilweise waren wir anfangs die einzigen beiden vereinslosen Menschen, die hinter der Bar standen, während die anderen im Verein, die Schicht hatten, irgendwo dicht unter den Bierbänken lagen. Nun ja, man hat viele ominöse Bekanntschaften hinter der Bar geknüpft, und Saskia ist auf dem Heimweg in den Graben gestürzt. Daher war der Abend ein voller Erfolg – Prost!

Sonntagabend bin ich dann wieder nach Hause gefahren. Der Zug hatte zwanzig Minuten Verspätung, weshalb ich mich meinem Buch widmete1, das ich an diesem Tag auch endlich beendete. Neben mir saß ein komischer Mensch, der sich als Franzose entpuppte, und sich riesig freute, als ein TGV den Bahnhof durchfuhr. Irgendwie habe ich mich auch mit ihm unterhalten, als er mich fragte, ob der „train“ denn „tarde“ dran wäre. Die Antworten meinerseits bestanden meistens aus „Oui!“. Der Zug hatte zwar nur zwanzig Minuten Verspätung, und der Franzose dachte, es seien dreißig – ich sagte trotzdem „Oui“, schließlich weiß ich doch nicht mehr, was zwanzig auf Französisch heißt. Außerdem hat er sich anschließend gefreut, dass er zehn Minuten weniger warten musste.

Ach ja, was ich unbedingt loswerden wollte: Mein Vater hat eine Rotwein-Flasche, die „Günni“ heißt. „Günni – Le Rouge“ – das klingt unglaublich historisch.
Günni


  1. „Der Medicus“.

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Ich bin gerade ziemlich froh, dass keiner sieht, wie ich gerade daliege: auf dem Rücken, die Beine angewinkelt, den Laptop komplett aufgeklappt auf den Oberschenkeln abgestüzt. Das sieht ungefähr so aus:
So lieg ich rum
Wenn ich gehe oder aufrecht stehe, sehe ich übrigens auch nicht besser aus. Eher wie ein verkrüppeltes Fragezeichen.

Leider habe ich momentan nicht wirklich die Kraft und den Nerv, lange in dieser Position zu verharren, deswegen fasse ich mich kurz: Gestern Abend ist es mir mächtig ins Kreuz gefahren, weswegen ich heute beim Arzt war. Nerv eingeklemmt. Hab jetzt Medikamente bekommen, und krieg bestimmt alle Nebenwirkungen (Durchfall, Verstopfung, Depressionen …), die man so kriegen kann. Sollte möglichst wenig sitzen, viel liegen, weswege ich jetzt auch erst mal krank geschrieben bin. War ziemlich langweilig, hab nämlich den ganzen Tag fern geschaut. Wie Orang-Utans leben und Kamele ihr Fell verlieren.

Da das eine Medikament aber recht „einschläfernd“ wirkt, bin ich auch gleich reif fürs Bett. Also, zum Schlafen. Abhängen tu ich da ja schon den ganzen Tag. -.-

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Eigentlich wollte ich ja heute nur einkaufen. Aber es kam natürlich alles anders. Ich hab nämlich eine SMS bekommen, dass ein Paket für mich bereit liegt in der Packstation. Ich hab mich natürlich gefreut wie Schnitzel, weil ich mir vor kurzem über ebay Schuhe gekauft habe. Und ich bei ebay noch meine alte Adresse angegeben hatte. Und die es jetzt wohl doch geschafft haben, das Paket an meine Packstation-Adresse zu senden. Also bin ich dahin. Voll Vorfreude.

In der Packstation lag ein Paket – allerdings nicht für mich. Sondern für Herrn Manuel W. aus Stuttgart. Ich war natürlich todestraurig. Fast so todestraurig wie gestern nach dem Friseur. Und ich bin dann einhändig wieder zurück zu mir gefahren (das Rad war die beste Anschaffung seit langem, ehrlich), weil ich ja in der anderen Hand das Paket von Manuel W. aus Stuttgart halten musste. Ich habe bestimmt ein dutzend Unfälle provoziert.
Ich hab dann herausgefunden, wo Manuel W. wohnt, und bin mal kurz dahin geradelt. Wusste aber auch nicht, dass sein Haus da irgendwo total versteckt in Untertürkheim liegt. Bin dann fünf Mal im Kreis gefahren, hab die Leute dort gefragt, die ich auf Grund ihrer geringen Sprachkenntnisse kaum verstanden habe. Als letztes habe ich eine ältere Frau gebeten, mir weiterzuhelfen. Die wusste es auch nicht. Hab dann irgendwo geklingelt, wo mir endlich kompetent beschrieben wurde, wo das Haus steht. Das Haus stand genau schräg gegenüber von dem der älteren Frau. Mann, Mann, die kommt wahrscheinlich auch nie raus.

Manuel W. war nicht da. Ich hab mir natürlich überlegt, ob ich das Paket vor die Tür stellen soll. Ich fand das aber recht unsicher. Ebenso unsicher war die Idee, das Paket einfach aufzumachen, und den Inhalt in den Briefkasten zu werfen. Da verstoße ich ja noch gegen das Grundgesetz, obwohl ich eigentlich was Gutes tun will. Außerdem hatte ich die Vermutung, dass der Absender Peter N. Manuel W. Knallfrösche geschickt hat, die allesamt dann ja losgegangen wären. Also alles keine gute Ideen. Deshalb hab ich alle Klingeln gedrückt, und das Paket der nächstbesten Frau gegeben, die auch da wohnt. Die hatte eine knalllilane Hose an. Und das passende Brillengestell dazu.

Auf dem Rückweg war ich beim Penny, hab Getränke gekauft. Bin heim, Getränke abgestellt, zum Kaufland. Essen geholt. Vorm Kaufland fiel mir ein, dass ich ja eigentlich noch Pfandflaschen abgeben wollte, die ich nicht dabei hatte – hab mich tierisch geärgert. Im Kaufland war da eine mindestens zwanzig Meter lange Schlange bei der Pfand-Rückgabe – hab mich dann tierisch gefreut, mein Pfand nicht mitgenommen zu haben. (In Etappen einkaufen – das ist toll. Ich brauch theoretisch einen Korb für den Gepäckträger. Ach ja, und einen Gepäckträger.)

Jetzt bin ich daheim und so müde, dass ich mich direkt wieder hinlegen könnte. Bin aber erst vor drei Stunden aufgestanden, deswegen lass ich den Unsinn mal. Und koch mir was. (Hallo, Vernunft.)

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Heute Morgen hab ich erst mal meine Pfandflaschen-Pyramide zerstört – beim Aufstehen. Und bedenkt man, dass sich meine Pfandflaschen-Pyramide knappe eineinhalb Meter vom Bett entfernt unter meinem Schreibtisch befindet (und eineinhalb Meter eine recht lange Distanz sind bei meinem Zehn-Quadratmeter-Zimmer), ist das eine ziemliche Höchstleistung. Deswegen versprach der Tag ein total produktiver zu werden. Ha ha.

Ich habe ja schon immer einen recht unregelmäßigen Schlaf“rhythmus“, weshalb es auch schon vorkommt, dass ich nachts mal nicht so viel schlafe. Und ich hatte es schon oft, dass ich dann da saß und echt jede Minute mindestens fast vom Stuhl rutschte, mit dem Kopf voraus auf mein in der Morgen-Hektik gebasteltes Salamibrötchen. Das war allerdings verdammt lange her, meist im Deutschunterricht und überwiegend in den Stunden, in denen wir depressiv angehauchte Exil-Lyrik behandelten. Dass mir das also jemals wieder passieren konnte, hielt ich für völlig ausgeschlossen.
Eigentlich ist man ja vor dem Rechner recht beschäftigt (schauen, mit der Maus herumfahren, tippen, etc.), was verhindern sollte, dass man in einen Sekundenschlaf fällt. Inzwischen weiß ich aber, dass das Vermaßen von Screendesigns in der Bullenhitze den gleichen Unterhaltungswert hat wie Heimat- und Exil-Lyrik. Deswegen waren die vier Euro Verdienst auf die Stunde heute – zugegeben – eigentlich nicht wirklich gerechtfertigt.

Ich habe mir auch fest geschworen, dass ich abends nicht vor neun Uhr schlafen werde. Aber ab sieben konnte ich die Augen nicht offen halten und bin voll eingenickt und habe mein Zimmer abgedunkelt und total vorsätzlich geschlafen. Das mit dem Willen und dem Durchsetzen muss ich unbedingt noch üben.
Nun ja, auch schön, um ein Uhr in der Nacht wieder wach zu sein, ich sollte jetzt unbedingt etwas Produktives tun, um das alles vom Tag wieder auszugleichen. Ich hör einfach mal eine Runde Schlager. Immerhin hat Vicky Leandros den vierten Platz beim Grand Prix erreicht, das muss man ehren. Und mir fällt gerade auf, dass ich genau ihre Frisur habe, ich sollte mir die Haare unbedingt auch mal nach innen föhnen.

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