27. August 2007

Eingepackt

Die meisten werden wohl schon erfahren oder gelesen haben, dass ich am Samstag nun offiziell von zu Hause ausziehe. Heute habe ich mal begonnen, mir zu überlegen, was ich überhaupt mitnehmen soll. Wenn es wirklich darauf hinausläuft, dass ich anfange zu sortieren, wird wahrscheinlich mehr in den Müll wandern als mit in die neue Wohnung.

Ich habe dann beschlossen, mal Zeug zu packen, dass ich die nächsten paar hundert Jahre nicht wieder auspacken werde, aber auch keinem anderen in die Hände fallen soll: meine kleine private Ecke im Zimmer. Als ich jünger war, habe ich jeden Scheiß, den ich hatte, aufgehoben. Von der ersten Brille bis zur ersten Zahnspange über Liebesbriefe, das erste Foto vom erstem Freund und mein persönliches Highlight: Tagebücher und Poesiealben.

Tagebücher sind so was von bekloppt. Ich habe mein allererstes Tagebuch von 1997 aufgeklappt und im nächsten Moment wieder zugeklappt, als ich ein selbst verfasstes Gedicht darin gefunden habe. Ich frage mich im Nachhinein echt, ob ich mit elf keine anderen Hobbys hatte. Aber immerhin gab es Kreuzreime.

Auch mein Poesiealbum hat mich kurz erfreut. Vor allem, als ich den Eintrag meiner russischen Freundin Tatjana aus dem gleichen Jahr darin entdeckte:

In unserem Heimatland gibt es viel zu sehen: alte und neue Städte und Dörfer, Wälder, Berge, Fluse. Deine Freundin Tatjana

Ehrlich gesagt bin ich nicht so, dass ich an dem Zeug hänge. Das meiste habe ich vor ’nem halben Jahr weggeschmissen und bin froh, es nicht mehr sehen zu müssen. Ich weiß auch, dass ich meine Tagebücher nicht mehr lesen werde, weil ich dann wahrscheinlich das Kotzen kriege. Aber wegwerfen kann ich es trotzdem irgendwie nicht.

Deswegen hab ich den ganzen Kruscht in alte Graceland-Schuhschachteln gestopft (die ungefähr genauso stabil sind wie das Schuhwerk selbst), alles mit Tesa abgeklebt, und das Ganze wieder in eine Schachtel gestopft, die dann bald ganz, ganz tief im Keller abgestellt wird.

Da fühlt man sich gleich viel besser.


Ego & I 16 Kommentare
11. August 2007

Kopfkino

Wenn ich morgens so aufwache, und mir die letzten Reste meines Traumes noch vor Augen herumschweben, lange ich mir schon mal an den Kopf und sag zu mir selbst: „Mädchen, Du hast doch schon irgendwie einen Sparren!“

Ich träume in letzter Zeit von Tütü tragenden Pornostars, wie Currywurst aussehende Babys und von Küken, die im Abflussrohr meines Waschbeckens ertrinken.

Kann mal jemand die Filmrolle austauschen?!


Ego & I, Kurz & knackig 17 Kommentare
10. August 2007

Arbeitswelt, ich komme!

Freunde der Arbeitswelt, bald werde ich Eurem Bund beitreten. Richtig. Ich habe eine Zusage, und werde ab September offiziell ausgebildet zur Mediengestalterin in Fachrichtung Gestaltung und Technik in einer Agentur in Stuttgart. Und verdiene fett Kohle. Und verdiene endlich mal ein klein wenig Geld. Nach ganzen einundzwanzig Jahren.

Natürlich fängt nach so einer Zusage der ganze Bürokratie-Kram erst an. Da kackt der Hahn doch in die Pfanne – was man alles so braucht!

Als erstes habe ich meinen Ordner aus meinem Regal genommen, in dem alle wichtigen Dinge abgeheftet sind, und das, was ich brauche, fein ausgeheftet und säuberlich aufeinandergelegt, damit ich auch alles beisammen habe für die Vertragsunterzeichnung …
Also, so ähnlich. Ehrlich gesagt habe ich erstmal komplett die Schränke geleert, unter dem Bett, in meinem Computer und hinter meiner Stereoanlage geschaut … folglich nach meiner Lohnsteuerkarte gesucht, die ich irgendwann dieses Jahr mal zugeschickt bekommen habe. Zumindest glaube ich das. Lohnsteuerkarte nicht gefunden, eine vom Rathaus geholt, was mich ganze fünf Euro gekostet hat. Aber egal. Ich bin ja bald reich.

Als nächstes habe ich mich um eine Mitgliedsbescheinigung und Sozialversicherungsausweis gekümmert. Musste mich erst einmal informieren, was ein Sozialversicherungsausweis ist, nach eigenständiger Recherche (die meine Freundin übernommen hat) wusste ich nach ein paar Stunden, dass ich beides von der Krankenkasse bekomme, also dort angerufen, die mir daraufhin zwei Tage später einen ihrer Außendienstmitarbeiter geschickt hatten. (Die, die immer so furchtbar viel reden und erklären, was man eigentlich selber schon weiß.) War aber trotzdem sehr freundlich. Blieb auch freundlich, als ich fünf Minuten lang überlegte, ob ich meine neue Krankenkarte mit oder ohne Bild will. Und hat mir zum Schluss noch einen Kinogutschein geschenkt. Ist wohl so üblich, wenn man da ’ne Versicherung für Auszubildende unterschreibt. Tolles Timing, schließlich wollte ich ja mit Verwandtschaft und Anhang die nächsten Tage ins Kino gehen.

Bankverbindung und Adresse habe ich im Kopf – jetzt muss ich nur noch einmal zum Friseur meines Vertrauens, und los kann die Reise zum Ausbildungsvertrag gehen! Ich freu mich wie ein Schnitzel, in Zukunft wieder etwas Produktives tun zu können.


Ego & I, Retrospektive, Schule 23 Kommentare
4. August 2007

Tüüüt, tüüüt – bitte warten!

Ab heute Abend bin ich bis Dienstag in München, meine Mutter besuchen. Wenn ich dann wieder ohne Probleme daheim ankomme (wovon ich mal stark ausgehe, außer mein Bruder überfährt wieder fast einige Füßgänger), werde ich wissen, ob ich einen Job und eine Wohnung habe. Oder nur eins von beidem. Oder schlimmstenfalls gar nichts davon. Äääh.

Bis dahin habe ich absolut nix zu melden. Das nennt man psychische Vedrängung. Lasset uns so lange beten. Oder meditieren. Oder Wordpress Version 2.2.2 herausbringen, damit mein Admin-Panel nicht mehr so zerhackt aussieht (außerdem sieht die Zahlenkombination so aus, als ob sie Glück bringt). Oder einfach so tun als ob wir irgendwas tun. Vielleicht hilft das ja auch schon.

Danke!

Edit (5. August um 12:37 Uhr): Wer sagt’s denn. :freu Wenn alles schief läuft werd ich halt Hellseher.


Ego & I 8 Kommentare
30. Juli 2007

Heute, gestern, morgen

Nach Serverzeit: 31. Juli 2007, 5:58 Uhr. Der Server lebt wieder, Freunde der Sonne. War bisschen tot und so. Seit der Reanimation hat der aber ’nen kleinen Knacks. Hat mir verraten, er will Futurologe werden. Hab’s ihm ja nicht geglaubt bis eben. Es ist jetzt aber laut Server schon der 31. Juli 2007 und zwar so knapp vor sechs Uhr morgens. Deswegen sind mein Server und ich der Gegenwart schon längst voraus und ich hab quasi heute schon die Statistiken von morgen.

Außerdem hatte ich heute eine richtigen Arbeitstag als Praktikant. Aus über siebzig Bewerbern wurde ich neben zwei anderen eingeladen, mal zu erleben, wie das in einer Agentur in Stuttgart so läuft. Und wenn ich Erfolg habe, mache ich dort dann meine Ausbildung.

Dabei sah ich heute Morgen so scheiße aus wie sonst noch nie in meinem Leben. Ja, ich war mir definitiv sicher: so sieht man nach zehn Stunden Kneipentour aus. Meine Augenlider waren total geschwollen und meine Augenringe konnte ich auf dem Boden abstellen. Lag insgesamt wohl an den eineinhalb Stunden Schlaf.
Hab mir dann zwei Löffel ins Eisfach gelegt, so wie’s in den Mädchenzeitschriften geschrieben steht. Außer, dass mir nachher die Lider am vereisten Löffel klebten hatte das Ganze aber leider keinen so tollen Effekt.

Der ganze Arbeitstag sonst hat mir gut gefallen. Meine erste Aufgabe war die Bilder zu einem Storyboard zu scribbeln für ein Video, das für einen Kunden zusammengeschnitten wird und letztendlich als Werbematerial dient. („Scribbeln“ war heute neben „Briefing“ übrigens das Wort des Tages.)
Dabei habe ich an einem der tollen Apple-Geräte gearbeitet. Ist ja in Agenturen total in. War ein iMac. Hab mich erst gewundert, wo denn da der Rechner steht, dann ist mir aber der Totschläger-Monitor ins Auge gefallen, und da konnte ich mir auch den Rest denken. Vor allem, als man da auch noch CDs reingesteckt hat.

Ich bin ja seit der iPod-Sache und iTunes total allergisch gegen dieses komische grau-runde Design der Fenster mit den blauen Scrollbalken. Urghs. Und ständig hatte ich mit Doppelklick auf die Titelleiste des Safaris (der ungefähr 16526354 mal abgestürzt ist) das Fenster geschlossen. Dabei wollte ich es nur maximieren.

Bis halb sechs war ich dort, und gegen halb acht dann wieder zuhause. Da ich jetzt meine ehelichen Pflichten als Blogger erfüllt habe, darf ich jetzt auch gestrost endlich (und das um zehn Uhr abends, richtiger Zeit!) ins Bett gehen und schlafen. Damit ich morgen nicht wieder so aussehen wie heute. Oder übermorgen nicht so scheiße aussehe wie morgen, laut Serverzeit.

Amen.


Ego & I, Retrospektive, Station57 & Co. 14 Kommentare