Sep

04

 

(Scheiße, geil. Ich hab endlich Internet. DSL 6000. Meine Fresse. Das geht ja ab wie Schnitzel. Ist ein ganz anderes Gefühl als das DSL 1000 damals im Eltern-Zuhause, das gar kein DSL 1000 war, sondern noch viel langsamer. Dachte gerade erst, mein FTP will mich verkackeiern, als er nach fünf Sekunden mit dem Hochladen der Fotos fertig war.)

Hier einige Fotos der Wohnung.

Letztendlich geb ich auch offen zu, dass ich gerade recht schreibfaul bin, und lieber die zig neuen Beiträge in meinem Feed-Reader lesen möchte. Danke!

Hallo, Freunde der Arbeitswelt. Heute ist mein erster Tag als Azubi. Ich sitze hier vor einem iMac mit beschissener Tastatur und hab schon zig Mal den Firefox geschlossen, weil ich es gewöhnt bin, mein @ mit alt+Q einzugeben. (Verdammte Scheiße! Ich werd das heute mit Sicherheit noch tausend Mal machen. Ich weiß das!) Immerhin konnte ich meine Maus mit diversen Hilfmittelchen schneller einstellen – wer am Mac mit der Standard-Mausgeschwindigkeit arbeitet, muss ja schier einpennen. Aber ist wohl so, im Büro.

… Ansonsten hab ich gerade Mittagspause und ’ne Portion Schupfnudeln mit Käse und Speck von gestern intus weil essen gehen zu teuer ist. So viel zu meiner jetzigen Verfassung.

Der Umzug verlief eigentlich recht gut – haben uns ein paar Mal verfahren und das Hochschleppen der Möbel und Kartons in den dritten Stock war für alle Beteiligten das reinste Vegnügen. Die Kartons sind inzwischen fertig ausgepackt, die Wohnung so weit eingerichtet – zu unserem Glück fehlt uns quasi nur noch eine Waschmaschine, Internet, Telefon und ’nen Sechser im Lotto.

Der iMac ist doch noch sehr gewöhnungsbedürftig – ansonsten läuft hier bisher alles wie geschmiert. Ich hoffe mal, dass das so bleibt.

Aug

30

Umzug

Abgelegt in Ego & I
26 Meinungen

 

Ich war jetzt den ganzen Tag so fleißig wie das ganze letzte Jahr nicht, und hab mein Zeug für den Umzug morgen komplett in Kisten verpackt. War eigentlich gar nicht so anstrengend, wie ich es mir dachte. Könnte ich locker jeden Tag machen. (Denkt nicht mal dran, mich zu bitten, Euch beim Umzug zu helfen!)

Folgende Dinge sind mir beim Aufräumen überflüssigerweise in die Hände gefallen:

  • Sechs Grundgesetze inklusive dem einen, auf das ich damals, als ich dreizehn war, lila Nagellack drübergekippt hatte. (Wo zum Kuckuck habe ich eigentlich die ganzen Dinger her?)
  • Zwei Bibeln inklusive einer Kinderbibel, die ich damals zur Kommunion bekommen habe.
  • Mein Kunstbuch aus der zehnten Klasse. Ah, da lag das also, als ich es gebraucht habe! (Aber wessen Kunstbuch habe ich dann zum Ende des Schuljahres abgegeben?)
  • Alte Mathe- und Französischbücher. Gleich meinem Bruder geschenkt, vielleicht macht der mehr draus.
  • Kontoauszüge aus dem Jahr 1999.
  • Siebzehn Videokassetten, und keine Ahnung, was drauf.
  • Zwei CDs voll Pornos.

Im Prinzip lief das Ausräumen sonst problemlos, bis auf die zig Zentimeter Staub auf meinen Schränken und dem Deko-Zeugs an der Wand. Ich glaube, ich habe hier in meinem ganzen Leben noch nie Staub gewischt. Hab das meiste Gerümpel draußen ausgeklopft und der Staub verteilte sich schön im Garten. Der Ameisen unter dem Balkon haben schon den Weihnachtsbaum ausgepackt.

Die Gefühle hier sind doch recht gemischt. Meinen Geschwistern scheint es nicht viel auszumachen, dass ich ab morgen nicht mehr hier wohne. Mein Vater ist einerseits sehr stolz („Meine Tochter zieht jetzt nach Stuttgart und macht dort eine Ausbildung!“), andererseits aber auch merklich traurig, weil das Haus immer leerer wird („Jetzt wo Du ausziehst, können wir ja auch die Gefriertruhe verkaufen …“ – „Jetzt habe ich gar keinen mehr hier, der fünfzig Mal am Tag in den Kühlschrank schaut!“).
Ich selbst steh dem Ganzen immer noch ohne große Melancholie gegenüber. Klar werde ich meine Familie vermissen, ebenso die ganze familiäre Atmosphäre, aber ich freue mich einfach auch darauf, auszuziehen. Äääh. Scheiß Zwiespalt.

War heute noch bei der Bank, hab mein altes Sparbuch aufgelöst, Online-Banking beantragt, weil ich die Bank eigentlich nicht wechseln möchte. Bei der Post habe ich dann den Nachsendeservice in Anspruch genommen, und bei der Bestätigungs-Mail festgestellt, dass die Vorstandsmitglieder der Deutschen Post AG schon bescheuerte Namen haben.

Internet und Telefon haben wir voraussichtlich erst ab Mitte der nächsten Woche – bis dahin wünsch ich Euch was – ein schönes Wochenende und dann einen guten Start in die Woche.

Tschusen!

Es ist immer das Gleiche nach einem Passbild-Termin: Ich frage mich danach ständig, ob ich tatsächlich so scheiße aussehe wie auf den Bildern.

Aug

27

 

Die meisten werden wohl schon erfahren oder gelesen haben, dass ich am Samstag nun offiziell von zu Hause ausziehe. Heute habe ich mal begonnen, mir zu überlegen, was ich überhaupt mitnehmen soll. Wenn es wirklich darauf hinausläuft, dass ich anfange zu sortieren, wird wahrscheinlich mehr in den Müll wandern als mit in die neue Wohnung.

Ich habe dann beschlossen, mal Zeug zu packen, dass ich die nächsten paar hundert Jahre nicht wieder auspacken werde, aber auch keinem anderen in die Hände fallen soll: meine kleine private Ecke im Zimmer. Als ich jünger war, habe ich jeden Scheiß, den ich hatte, aufgehoben. Von der ersten Brille bis zur ersten Zahnspange über Liebesbriefe, das erste Foto vom erstem Freund und mein persönliches Highlight: Tagebücher und Poesiealben.

Tagebücher sind so was von bekloppt. Ich habe mein allererstes Tagebuch von 1997 aufgeklappt und im nächsten Moment wieder zugeklappt, als ich ein selbst verfasstes Gedicht darin gefunden habe. Ich frage mich im Nachhinein echt, ob ich mit elf keine anderen Hobbys hatte. Aber immerhin gab es Kreuzreime.

Auch mein Poesiealbum hat mich kurz erfreut. Vor allem, als ich den Eintrag meiner russischen Freundin Tatjana aus dem gleichen Jahr darin entdeckte:

In unserem Heimatland gibt es viel zu sehen: alte und neue Städte und Dörfer, Wälder, Berge, Fluse. Deine Freundin Tatjana

Ehrlich gesagt bin ich nicht so, dass ich an dem Zeug hänge. Das meiste habe ich vor ’nem halben Jahr weggeschmissen und bin froh, es nicht mehr sehen zu müssen. Ich weiß auch, dass ich meine Tagebücher nicht mehr lesen werde, weil ich dann wahrscheinlich das Kotzen kriege. Aber wegwerfen kann ich es trotzdem irgendwie nicht.

Deswegen hab ich den ganzen Kruscht in alte Graceland-Schuhschachteln gestopft (die ungefähr genauso stabil sind wie das Schuhwerk selbst), alles mit Tesa abgeklebt, und das Ganze wieder in eine Schachtel gestopft, die dann bald ganz, ganz tief im Keller abgestellt wird.

Da fühlt man sich gleich viel besser.