Die Ernüchterung des Tages war gestern: sechs Kilo zugenommen in den letzten drei Monaten. Jetzt frage ich mich: warum? Habe ich tatsächlich zu viel gegessen? Vorgestern zum Beispiel. Suppe, drei Schnitzel, Pommes, wieder Suppe, Salzstangen, Erdnussflips, Süßzeug. Und gestern. Morgens Suppe, mittags bei Oma eineinhalb Schnitzel mit Kartoffelsalat. Plätzchen. Kuchen. Pizza …
Nein. Keine Ahnung, woher das kommt.
Nachdem meine Mutter gestern extra aus München nach Gerlingen kam, um mich zu beehren, mehrere Menschen fast umzufahren (Ich: „Mama, da ist übrigens gerade rot!“ – Mama: „Oh, deswegen laufen hier Menschen über die Straße!“ (Lasst Menschen, die sonst mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren, nicht einfach so Auto fahren!)), mir im Café um zwöf Rolf Zuckowskis „Wie schön, dass Du geboren bist“ anzutun (ich dachte echt nicht, dass sie sich das getraut, nachdem sie das auch zum siebzehnten Geburtstag meines Bruders gebracht hat!), fahre ich jetzt heim zu Papa, um dort den Tag ausklingen zu lassen.
Deswegen bin ich auch schon zu diesen unmenschlichen Zeiten wach. Heute Mittag gibt es Kuchen, heute Abend gibt es Pizza – es könnte eigentlich nicht besser sein.
Nur scheiße, dass es jetzt Schlag auf Schlag auf die dreißig zugeht.
- Ich ignoriere oft Kritik.
- Ich kritisiere oft, und bin selbst nicht besser.
- Ich bin oft uneinsichtig.
- Ich vergesse oft viel Wichtiges.
- Ich bin oft zu vorschnell und handle unüberlegt.
Einsicht ist bekanntlich der beste Weg zur Besserung.
Ich hab mir jetzt das erste Mal Schuhe gekauft. Von meinem ersten eigenen Geld. (Jaha!) Muss jetzt gleich mal meinen Papa anrufen und ihm sagen, dass er achtzig Euro gespart hat. Danach wird er mir sagen, wie bescheurt ich bin, achtzig Euro für Schuhe auszugeben. Und ich werde sagen: „Ach, Papa, das ist doch mein Geld! Und Du weißt doch, die Deichmann-Schuhe für zwanzig Euro waren nach knapp zwei Monate schon wasserdurchlässig!“
Ja. Das sind Glücksgefühle.
(Scheiße, geil. Ich hab endlich Internet. DSL 6000. Meine Fresse. Das geht ja ab wie Schnitzel. Ist ein ganz anderes Gefühl als das DSL 1000 damals im Eltern-Zuhause, das gar kein DSL 1000 war, sondern noch viel langsamer. Dachte gerade erst, mein FTP will mich verkackeiern, als er nach fünf Sekunden mit dem Hochladen der Fotos fertig war.)
Hier einige Fotos der Wohnung.
Letztendlich geb ich auch offen zu, dass ich gerade recht schreibfaul bin, und lieber die zig neuen Beiträge in meinem Feed-Reader lesen möchte. Danke!
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