Archiv der Kategorie Ego & I
eit hm, keine Ahnung, zwei Wochen oder so, besitze ich also das iPhone. Ich weiß, dass ich total der Trendsetter bin, drei Jahre verspätet und so. Wir können quasi Wetten abschließen, wann ich mir das unnütze iPad holen werde. Ich verwette meine Schlager-CD, die ich seit August 2007 unter die Leute bringen will und tippe aus Erfahrungswerten auf drei Jahre. Los geht’s, wer tippt mehr, mehr weniger? Der Preis ist heiß, yippieyayay!
Nachdem es nach der Bestellung mehr als zwei Wochen gedauert hat, bis das Teil geliefert und die Rufnummer portiert wurde, hielt ich es total funktionierend in meinen Händen. Synchronisiert mit Phibi, ist „Fynn“ nun am Start. Ging auch alles tadellos, ich war schlichtweg begeistert. E-Mail. Kalender. Hab auch endlich meine Kontakte fein säuberlich angelegt (und jeden zweiten Kontakt vergessen, merkte ich aber erst später, als ich die Nummer mal brauchte) – das verloren geglaubte Ordnungs-Gen kommt zum Vorschein, Wahnsinn. Jetzt muss ich vor dem Anrufen1 immer überlegen, wer wie mit Nachnamen heißt (nie mehr einfach nur „Käsekind“ oder „Lisa Schwester“, dolle Wurst), das trainiert schon mein eigentlich nicht vorhandenes Gedächtnis.
So fern man heruntergeladene Apps auch nicht übermäßig benutzt, geht das mit dem Akku auch gut. Der ist – eben je nach App-Nutzung – schnell alle beim iPhone, aber man entwickelt da einen gewissen Automatismus, was das Aufladen betrifft, daher ist das auch okay. Ich sitze ja die ganze Zeit an der Aufladequelle, wenn ich möchte.
Demnächst, wenn ich meine Musik schön geordnet und in iTunes importiert habe, werde ich das Ding auch mal als iPod testen. Hab mir aber sagen lassen, dass der Akku-Verbrauch relativ gering ist, wenn man nicht dauernd am Zappen und Suchen ist.
Ich muss sagen, dass ich dachte, ich benutze das iPhone irgendwie mehr, als es jetzt der Fall ist2. Wenn ich Zeit überbrücken muss, nutze ich es, um mal eben bei Twitter oder Facebook reinzuschauen, zum Surfen eigentlich kaum, app-mäßig am meisten eigentlich, um zu schauen, wann die nächste Bahn fährt (so als Stadtmensch). Und mehr habe ich an Apps auch nicht heruntergeladen, wenn man von Shazam – für Musik-Liebhaber ein Muss bezüglich Musik-Erkennung – und ICQ mal absieht.
Trotzdem: Es ist einfach – unbestreitbar – toll, immer überall online sein zu können. Mal eben was zu nachzuschlagen, oder nach dem Weg mit Google Maps zu schauen. UND ERST DER KOMPASS! Hätten die das mal bei LOST gehabt. Das hätte vieles bestimmt einfacher gemacht.
Und gestern, beim Pogen, fiel es mir nicht mal aus der Hosentasche. Dafür ist meine Brille verbogen und meine Schuhe gehen nicht mal mehr im Used-Look durch. Nun ja. Kauft es Euch.
Gedenktag des Tages: Tag des (freien) Buches.
- Anrufen ist gut. Immerhin schon sieben Minuten in zwei Wochen an Frei-Minuten verbraucht, ich bin so Nicht-Frau. ↩
- Oder auch: Ich hatte auch Angst, dass ich ein Dauer-Twitterer/Dauer-Facebook-Poster werden würde, der alles dumm und dämlich kommentiert. ↩
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Endlich mal meine geschätzte Meinung zum iPhone.
10. Mai 2010 um 01:21 Uhr
or knapp sechs Jahren habe ich das Bloggen begonnen. Damals noch überhaupt nicht gängig, schrieben also viele Menschen täglich in ihr digitales Tagebuch, erzählten von sich, ihren Freunden, den Problemen und überhaupt alles, was einem so einfiel. Ganz trivial. Auch ich tat das. Ein kleines Blogger-Netzwerk entstand.
Wenige Zeit später kam der Boom. Eine Welle an neuer Blogs überkam mich, und das war gut. Es war interessant. Mit dem Boom kam aber nach und nach der Bruch.
Während man früher noch alles lang und breit präsentiert hat, reduziert man heute oft aufs Minimum. Der private Blogger, der im Mittelpunkt steht, zieht sich zurück und beschäftigt sich mit allem, nur nicht mit dem, was ihn ausmacht: sich selbst. Immer mehr stellt man sich die Frage: Wie viel gibt man preis? Wer liest das überhaupt? Will ich, dass das alles hier noch in zwanzig Jahren steht? Immerhin liest jetzt nicht nur mehr das kleine Blogger-Netzwerk mit. Sondern so ziemlich alle, die es darauf anlegen, einen zu finden.
Die „Mittelwege“ zeichnen sich langsam ab: Es werden fleißig „Blog-Magazine“ gebastelt, die alles an Themen abdeckt. Oder man spezialisiert sich auf ein bestimmtes Thema, das teilweise oberflächlicher nicht sein kann, aber sehr im Trend liegt (derzeit beispielsweise Mode-Blogs). Oder man kopiert die Leute, die mehr oder minder erfolgreich durchs Web ziehen. Das mag vielleicht die Masse anziehen. Langweilt mich aber.1 Nur wer sich wirklich traut, offen schreibt, seine Meinung kund tut – oder anders: stark polarisiert – bleibt interessant in der Masse der vielen Blogs.
Während ich anfangs nur für mich schrieb, überlegte ich mit den Jahren mehr und mehr, was wen angeht, und was wen nicht. Inzwischen schreibe ich zum größten Teil nur für andere (das heißt, eher oberflächliche oder sachliche Themen), was schade ist, weil es so viel mehr gibt, das ich loswerden möchte. Geschichten, die das Leben schreibt, Erlebnisse, die einen verändern. Eigentlich Dinge, die jeden betreffen und vieles, das jeder schon einmal durchlebt hat. Oder auch nicht.
Einerseits möchte man mit seinem Beitrag alles in die Welt schrei(b)en, andererseits ist es einem auch zu intim, wenn Menschen, die wir kennen, über uns Bescheid wissen. Eine Gratwanderung.
Überhaupt ist mein, ich sag mal „Privat-sein-Bedürfnis“, mit den Jahren sehr gestiegen, nicht nur, was mein Blog angeht. Ich hab mich beispielsweise nie für sehr lange in einer Social Community angemeldet, einfach, weil das damals mit der Privatsphäre nicht selbstverständlich war. Und ich möchte natürlich nicht, dass gewisse Dinge von mir von jedem eingesehen werden dürfen. Aber mit dem Sicherheitsbedürfnis der User stiegen auch die Privatsphären-Einstellungsmöglichkeiten. Selbst zu entscheiden, welche Daten von wem eingesehen werden dürfen. Somit meldete ich mich letztes Jahr bei Facebook an.
Aber auch der Vorfall heute zeigte, dass das alles nicht so hundertprozentig sicher ist, wie man das oftmals annimmt. Klar. Ich meine, so oft wie schon aus Versehen Daten irgendwo im Netz gelandet sind – man muss da schon sehr blauäugig sein.
Ich trenne inzwischen sehr hart. Neulich habe ich über vierzig Leute aus meiner Facebook-“Freundesliste“ gekickt, einfach, weil ich mit ihnen sonst nichts zu tun habe, ich sie nicht persönlich kenne oder sie mich schlichtweg einfach nicht interessieren (man wird dort auch von jedem geaddet, das sammelt sich an). Es ist für mich Schwachsinn, Privatsphären-Gruppen zu bilden, damit diverse Leute überhaupt nichts an der Pinnwand finden. What the fuck. Wofür dann der Kontakt. Für alles andere gibt es stinknormale Nachrichten.
Twitter ist quasi für alles andere, eher auf Internet ausgelegt als auf den Freundeskreis (so social-web-mäßig sind die auch nicht drauf). Ist auf privat gestellt – jeder, der mitlesen möchte, darf anfragen, ich entscheide, wer mitliest. So einfach ist das.
Ich bin gespannt, wo das alles hinführt, da sich Kontakte und Kommunikation wohl überwiegend schwerpunktmäßig aufs Internet legen werden. Dem kann man sich ja kaum noch entziehen. Mal sehen, was ich dann in den nächsten fünf, sechs Jahren schreibe. Oder ob.
Und überhaupt nicht passend, der Gedenktag des Tages: Tag des herzkranken Kindes.
- Wenige Ausnahmen bestätigen die Regel. ↩
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or etwas mehr als zwei Jahren noch völlig ohne Handy unterwegs, seit neuestem total im Trend mit einem Festnetz-Telefon, und schon ein iPhone bestellt. Letzten Sonntag. Abends. Um elf. Die Gründe dafür sind natürlich völlig irrational.
Vor einigen Monaten, als das Teil rauskam, fand ich das Ding schlichtweg zu groß und klobig. Nun ja, ich bin auch eher der Fan von schön kompakt, ohne Handtasche herumrennen setzt das quasi voraus. Abgesehen davon waren mir die kurze Akku-Laufzeit-Erzählungen von Kollegen suspekt. Ich muss auch gestehen, dass ich gar nicht so empfänglich für so Hype-Sache aller Art bin. Daher hat sich das quasi eh erledigt.
Temporär. Also, warum kaufe ich mir jetzt ein iPhone?
Irgendwann neulich, als ich auf einem sehr bekannten Social-Dingsbums herumsurfte, hat eine Freundin von mir etwas gepostet. So wegen: „Oh, das Internet ist gerade absolut unbenutzbar, aber gut, dass ich mein iPhone habe.“ Quasi. Das hat den Gedanken, ich könnte so was ja auch haben, angestoßen. Außerdem hab ich mir den Monat noch nichts geleistet, was das Lockermachen meines hart verdienten (erstes) Gehalts erheblich erleichtert.
Angemacht haben mich vor allem zwei Dinge: Unterwegs immer online sein, wenn ich es will, und (fast) immer Informationen bereit stehen zu haben, wenn ich sie brauche. Okay, sagt ihr, dafür brauch ich ja eigentlich kein iPhone. Und da habt ihr Recht. Aber ich würde sagen, dass das iPhone eben das Handy für mobiles Internet ist. So eine Art Wahrzeichen. Zumindest für mich.
Ich bin auch etwas erschrocken über mich selbst, weil ich das Internet und das Online-sein-müssen so hoch priorisiere. So von wegen mal schnell was gebloggt, ins Facebook geschrieben, Fotos geknipst und hochgeladen. Ich bin da ehrlich gesagt seit längerem immer wieder hin- und hergerissen, wozu das gut ist. Von wegen Selbstdarstellung. Und wen wie viel was angeht, was ich momentan tue (wobei ich das gut kanalisiere). Trotzdem ist natürlich die Kommunikation über diese Plattformen inzwischen Teil meines Tagesablaufes. OH GOTT.
Dennoch bereue ich den Einkauf (noch) nicht, ich hab es bis jetzt noch nicht mal in den Händen. Müsste die Woche mal passieren.
Ich bin mir im Klaren, dass das Ding ein absolutes Spaß-Gerät ist, das nebeher ein paar nützliche Funktionen hat. Und zudem noch stark polarisiert. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass ich das Ding, so bald ich es habe, jeden Zweifel auslöschen wird, und – wie meine Freundin es sagte – ich bald nicht mehr ohne kann. Weswegen sich alle meine Freunde, die, die total rational sind, mich erbarmungslos aufziehen werden, jaha. Aber darüber werde ich hinwegkommen, denn ich habe auch Freunde mit iPhone. Und wir werden uns treffen und uns über Apps unterhalten.
Ach ja, der nächste Beitrag wird übrigens lauten: „Warum ich mir aus gutem Grund noch nie einen Mixer gekauft habe.“ Ich habe fertig.
Gedenktag des Tages: Beginn des Neujahrsfestes Songkran.
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Warum ich mir ein iPhone gekauft habe.
13. April 2010 um 23:41 Uhr

ch hätte es auch „Sonnenaufgang über dem Bauernhof“ nennen können, fand ich persönlich aber zu schnulzig.
Gedenktag des Tages: Internationaler Frauentag.
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uch wenn viele sagen, es ist richtig, auf das Gefühl zu hören – mehr, als auf den Verstand, ist das in den meisten Fällen definitiv nicht richtig. Und der Rest ist Glück.
Es ist doch meist so, dass etwas beginnt, mit dem wir noch nie in Berührung gekommen sind, nur vom Hörensagen kennen – verwirrt sind, vielleicht sogar anfangen, andere zu belügen. Meist die, die uns am wichtigsten sind. Aber am meisten uns selbst, weil wir im Endeffekt wissen, wie es ausgehen wird, und weil wir zu feige sind, Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Die kurze Zeit vom Jetzt bis zur bitteren Restrealität ist das einzig Schöne, das wir aus diesem Trip mitnehmen. Und alles, das bleibt, ist die Erinnerung mit einem bitteren Nachgeschmack.
Ja, das Gefühl kann einen ganz schön verarschen. So sehr, dass man den einzigen Optimismus, den man noch hat, in eine Sache, einen Gedanken steckt, der vom Verstand als totaler Idiotenplan abgestempelt wird. Und in den meisten Fällen wird man zum Idioten.
Und dann leidet man.
Manche leiden mehr, manche leiden weniger. Sicher ist, dass es irgendwann vorbei geht. Vielleicht nicht komplett, und vielleicht ist man nicht geheilt. Aber man akzeptiert es. Und vielleicht hat man auf dem Weg ein Stück von etwas verloren, das einem wichtig ist, aber wenn man am Ende des langen Leidensweg steht, hat man auch etwas gewonnen. Somit gleicht sich das aus. Ein bisschen Herz gegen Erfahrung – oder Verstand, sozusagen.
Immer und immer wieder durchlaufen wir diese Schleife. Und immer wieder aufs Neue vergessen wir, das Ende der Schleife richtig zu verknoten – so, dass sie hält. Wir steigern uns vom kindlichen An-die-Herdplatte-fassen-müssen an komplexere Wagnisse, die uns innerlich aushöhlen. Und die Zeigerfinger hebende Mama im Hinterkopf nennen wir jetzt Verstand. Aber das Prinzip bleibt das gleiche.
Ich glaube nicht, dass wir irgendwann das Herz komplett gegen Verstand und Erfahrung austauschen müssen, um nicht mehr zu leiden. Es muss nur ausgeglichen sein. Ich weiß auch nicht, ob wir dann tatsächlich zufrieden und glücklich sind. Aber es wäre auf jeden Fall erstrebenswert.
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