31. August 2009

Heimat ist, wo mich Luise liebt.

Ich hatte eigentlich gar nicht vor, meinen bisherigen Urlaub zu Hause bei meiner Familie zu verbringen. Irgendwie habe ich es jetzt trotzdem geschafft, und das war bestimmt die erholsamste Woche seit langem. Irgendwie ist es auch komisch, wenn man sich überlegt, dass ich meine ganze Zeit bis zu meinem einundzwanzigsten Lebensjahr hier verbracht habe, und das alles dann irgendwann – also jetzt – als Urlaub ansieht.

Mir hat es nie wirklich viel ausgemacht, von zu Hause auszuziehen. Nicht, weil ich es dort furchtbar fand oder ich unbedingt raus musste, sondern weil ich keine Angst hatte, mich mit einer Welt auseinanderzusetzen, mit der ich bislang nichts zu tun hatte. Ich weiß, dass alles irgendwie machbar ist, und wenn man mit dieser Erkenntnis raus geht, passt das.
Natürlich hat mich diese Zeit vom Auszug zu Hause bis jetzt geprägt: Ich bin selbstständiger, musste mich damit auseinandersetzen, abends nicht mehr zwingend unter Leuten zu sein, mir einen anderen Freundeskreis suchen und auch, mich selbst zu beschäftigen, was wiederum eines der schwersten Dinge für mich war. Ich hatte so viele seltsamen Phase der Selbstfindung und auch der Weiterentwicklung, dass mir davor eigentlich echt gruselt.

Daher habe ich jetzt einen komplett anderen Blickwinkel auf die ganzen Dinge, die hier bei meiner Familie ablaufen, und lerne zu schätzen, was für mich damals völlig selbstverständlich war: das gemeinsame Abendessen, das einfache Plaudern untereinander, die langen Abende zusammen, die Freunde, die man schon ewig kennt, die da sind, wenn man sie braucht. Und ich meine wirklich braucht, nicht mal nur für ein paar Stunden besseres Wohlbefinden.

Nie wusste ich mehr wie heute, dass der eigentliche Ort, an dem man sich wohl fühlt, dort ist, wo die Menschen sind, die man liebt. Die einen akzeptieren, zu einem stehen, für die man nicht irgendjemand sein muss, der den anderen gefällt – und das machen die völlig selbstverständlich, einfach, weil es sich so gehört, ohne groß darüber nachzudenken. Dieser Ort ist hier. Und das wird sich auch nicht ändern, bis ich einen Menschen finden werde, der mir das gleiche Gefühl gibt, und dem ich dieses Gefühl zurückgeben kann.

Diese Erkenntnis liegt eigentlich so nahe, ist so oft gehört und gesagt worden, dass es eigentlich schon fast paradox war, „selbst“ darauf zu kommen. Und dieser Wert der Erkenntnis liegt für mich auch im Unermesslichen, überlegt man sich, dass es viele gibt, die diese Erkenntnis nie machen konnten oder werden.


Ego & I 11 Kommentare
9. August 2009

Daheim.

Daheim

Ah, so eine zweistündige Heimfahrt sonntags ist schon was Schönes … Parallel dazu hat’s mir bei einem Server-Neustart meines Hosters irgendwie noch meine Datenbank zerhauen, so dass nun der letzte Post irgendwie beim Datenbank-Reparieren gelöscht wurde. (Der Kommentar dazu war noch da, aber konnte dem Post natürlich nicht mehr zugeordnet werden … Sorry hierfür.)

Gedenktag des Tages: Internationaler Tag der indigenen Völker.


Ego & I, Ärgernis 7 Kommentare
23. Juli 2009

Verschiedenes

Neulich wurde ich im Geschäft gebeten, mich mit dem Workflow „Datenbank – XML-Export – Einlesen in InDesign“ zu beschäftigen. Fand ich toll, weil mich das Thema interessiert. Und ich mag ja Zufälle, und zufälligerweise wäre das das Thema des gestrigen Unterrichts geworden, hätte der Lehrer dazu Lust gehabt. Na ja, er hat jedenfalls keine, und wir dafür eine Stunde früher frei.
Da wir aber ein tolles Moodle besitzen, sind dort die Aufgaben und die Anleitungen als PDF hinterlegt, so dass ich mich theoretisch selbstständig damit auseinander setzen könnte. Wäre die Seite der Schule erreichbar („Zeitüberschreitung der Anforderung“).

Deswegen habe ich stattdessen meine Zeit mit wirklich wichtigen Dingen verplempert: Ich war in der Stadt zum Essen verabredet und wollte danach etwas shoppen. Das mit dem Shoppen habe ich dann aber nach dem ersten Ladenbesuch verworfen, stattdessen habe ich mich spontan am Ohr piercen lassen. Kommt preislich wohl auf dasselbe heraus.

Inzwischen ist die Seite der Schule immer noch nicht erreichbar und das ganze Haus riecht nach Chili con Carne, weil’s am Samstag wohl eine mächtige Party im Hause gibt und Mitbewohner S. dafür kocht. Ich seh schon die Schweinerei, wenn ich am Sonntag vom Besuch bei meinem Papa nach Hause komme. Ich beuge die Stressfalten gerade vor, indem ich mir vorstelle, ich hätte eine Anti-Falten-Maske im Gesicht. (Ich habe zum Geburtstag letzten Dezember ja ganz viele von Kollegin F. geschenkt bekommen und noch ganz viele über, aber das ist ja echt was Ekliges, fühlt sich an wie kalter Schneckenschleim. Und ich weiß, wovon ich spreche, ich hatte früher nämlich immer Nacktschnecken im Schuh (im Gesicht oder am Fuß, wird sich ja irgendwie gleich anfühlen). Früher … da hat man als Kind ja auch noch in der Natur gespielt.)

Morgen ist der letzte Schultag des zweiten Lehrjahres. Ich hoffe auf einen ausreichend guten Schnitt für die Lehrzeitverkürzung und auf Bier beim Schulfest am Nachmittag. Ach ja, und just in diesem Moment ist die Seite und somit Moodle auch wieder erreichbar, wie schön.


Ausbildung/Berufsschule, Bla... Bla... Bla..., Ego & I 11 Kommentare
15. Juli 2009

Lieber schwitzen als husten.

Wer sich schon mal gefragt hat, wie ich teilweise auf diese gestörten Beitragstitel komme, dem verrate ich ein großes Geheimnis. Ich verwende Sprichwörter. Und zwar aus Wikiquote. Das ist total praktisch, auch wenn sie sich komisch anhören.
Das oben ist übrigens ein venezianisches Sprichwort, und wie ich finde, sehr weise. Ich würde auch lieber nur schwitzen als husten, aber ich mach momentan beides, das ist dann sozusagen die Arschkarte, im Venezianischen-Sprichwort-Sinne. Noch besser als „Lieber schwitzen als husten“ finde ich übrigens „Im vollen Licht glitzert auch die Scheiße“, was aber irgendwie nicht vom Kontext her zum Beitragsinhalt gepasst hat.

Damit ich mich auch gut von der Erkältung (oder was auch immer es ist) erhole, habe ich gestern Abend, während ich fleißig am Rechner gearbeitet habe, das Fenster offen gelassen, damit’s mir auch schön in mein neues Bett schifft1. Hab deshalb auf dem Sofa geschlafen. Irgendwie war das mit der dünnen Decke nicht so erholsam, aber die große war ja nass.
Überhaupt scheint mich die Krankheit temporär ziemlich dämlich zu machen, weil ich erstens eine Kategorie (auch noch eine sehr wichtige, „Ärgernis“) in meinem Blog gelöscht habe, und auch noch zum Frauenarzt bin, obwohl ich nicht mal einen Termin hatte. Damit ich nicht umsonst so viel Zeit verschwendet habe, und mein Gewissen beruhigen konnte, weil ich während der Arbeitszeit zu einem nicht stattfindenen Termin losgezogen bin, habe ich die Helferin gebeten, mich doch mal eben wenigstens irgendwie einzuschleusen.
Ich glaube sowieso, dass mein Arzt mich demnächst aus der Patienten-Datenbank löschen wird, weil ich meine Termine entweder verpasse oder zu einem Tag komme, an dem ich keinen habe.

Na ja, hab dann heute immerhin doch noch was Gutes getan und einen im Treppenhaus rumfliegenden Schmetterling gerettet und in die Freiheit entlassen, weil er nicht geblickt hat, wo die Fensteröffnungen sind. Just in dem Moment hatte ich einen großen Heißhunger auf Rougette-Ofenkäse, aber mein kaputter Magen hat es mir verboten.

Schmetterling

Werde mich deshalb wieder etwas hinlegen und mich vom hochintelligenten Fernsehprogramm beschallen lassen.


  1. Wer es noch nicht weiß: Ich bin neulich vom zehn Quadratmeter-Zimmer ins drei Quadratmeter größere Zimmer gezogen, das sogar ein Bett und einen Schrank hat.

Ego & I, Ärgernis 12 Kommentare
13. Juli 2009

Der Kranke darf alles sagen.

Mann, Mann. Ich weiß ja echt nicht wie ich das mache, aber mein Immunsystem ist ja so was von im Arsch. Bin schon wieder krank, schnief herum, röchle vor mich hin und wenn ich auf mein Ohr drücke, habe ich das Gefühl, dass mir mein Gehirn aus der Nase quillt. (Das klingt ganz schön ekelhaft, aber ich muss meinen Schmerz echt mal irgendwie darstellen, damit auch jeder weiß, was ich hier eigentlich durchmache.) Das ist bestimmt die Strafe dafür, dass ich mich nun nach … keine Ahnung, zwei Wochen oder so, vom sinnbefreiten Twitter abgemeldet habe. Ach, scheiß Communities, ich bin dafür einfach nicht gemacht.

Ich frage mich jedenfalls, was mir noch passiert in diesem Jahr nach meinem a) Mega-Darth-Vader-Husten und b) meinem Mega-Krüppel-Rücken, der seit der Attacke auf meinen Nerv irgendwie total komisch verspannt ist. (Ich fühl mich nur richtig gut, wenn ich mich nach vorne beuge, um meinen Rücken zu entspannen. Damit sitzt und läuft es sich aber furchtbar schlecht, außerdem sieht’s blöd aus.) Ganz zu schweigen von meinen regelmäßigen Magenbeschwerden und Schlafstörungen. Vielleicht kommt als nächstes die Operation am Blinddarm, würd mir gerade noch fehlen, so sechs Wochen im Krankenhaus vor mich hinzuschimmeln.

Vielleicht ist das aber auch nur die unterbewusste Verdrängung der Angst vor der Abschlussprüfung, die sich auf meinen Körper auswirkt, schließlich ist die – haltet Euch fest! – schon in weniger als fünf Monaten. Wie die Zeit herumgeht! Morgen wach ich auf und bin schon Oma. Echt unglaublich.
Ich brauche danach erst mal ein neues sinnvolles Ziel für die Zukunft, und da mir so spontan nichts einfällt, habe ich schon vage alternative Vorstellungen – irgendwie was mit „keine Falten bis dreißig“ oder „Schritt für Schritt mehr beziehungstauglich werden – ein Sieg in Etappen bis zum Jahr 2015″.

Bis dahin nehme ich vielleicht doch mal den Hustenstiller.


Blogroll, Ego & I 20 Kommentare