Archiv der Kategorie Ego & I

Ich

… auf Arbeit auf dem Balkon sitzend, aus gutem Grund ohne Kopf und Zitronen-T in der Hand, passend zu Schuhe und Rock.

Gedenktag des Tages: Peter und Paul.

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Ich …

29. Juni 2010 um 10:07 Uhr

Ego & I

22

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manchmal kommt man an einen Punkt, wo man so nicht zufrieden ist, wie alles läuft. Und das, obwohl sich prinzipiell nichts verändert hat.

Mir geht es so mit diesem Blog. Schon komisch, ich schreibe hier seit sechs Jahren regelmäßig. Ich meine, das muss man sich mal vorstellen. Sechs Jahre. Sechs Jahre privates Zeug. Ich habe ein viertel meines Lebens mehr oder weniger schriftlich festgehalten.

Ich liebe das Schreiben. Es ist meine persönliche Ausdrucksform, die Form, in der ich mich am liebsten mitteile. Andere malen, machen Musik, ich schreibe. Ich liebe das Schreiben, weil ich auf diese Art und Weise erzählen kann, was ich fühle. Was ich erlebt habe. Und – weil ich zugegebenermaßen nicht besonders wortgewandt bin, wenn es um das gesprochene Wort und komplizierte Dinge geht.

Wenn ich jetzt so zurückschaue und meine Einträge lese, scheint mir irgendwie alles so trivial. Und gleichzeitig so herrlich erfrischend. Ich habe vor mehreren Jahren einfach geschrieben, ohne nachzudenken. Und das ist das, was meine Blogeinträge immer ausgemacht hat. Dieses Unkomplizierte.

Ich habe nicht darüber nachgedacht, wer das liest. Ich habe nicht darüber nachgedacht, wer was über mich denken könnte. Und gleichzeitig erscheint mir das Geschriebene so weit weg, als hätte ich einen riesigen Schritt nach vorne gemacht. Als wäre ich über Nacht erwachsen geworden (was natürlich Unsinn ist).

Ich habe festgestellt: Ich kann nicht mehr so schreiben. Es ist einfach weg. Irgendwie ist diese Leichtigkeit verloren gegangen. Es ist in letzter Zeit so viel passiert, es hat sich viel ereignet, dass alles andere banal wirkt. Und das lässt keinen Platz, mich mit den kleinen, einfachen Dingen zu beschäftigen, zumindest momentan nicht.
Eigentlich nicht ganz übel. Oft fühlte ich mich hier wie das kleine Mädchen, dem alles Mögliche an ungeschickten Dingen passiert. Dinge, die jedem passieren. Die aber nicht jeder so breit tritt. Das führt schnell zu einem Bild von einem naiven ungeschickten Ding. Das ist lustig. Manchmal. Manchmal auch nicht. Je nach Stimmung.

Nun ja, lange Rede, kurzer Sinn: Ich weiß manchmal gar nicht mehr recht, wie ich hier mit diesem ganzen Dings umgehen soll, was ich schreiben will, wie ich es schreiben will. Deswegen bleibt der Blog gerade auch ab und an für mehrere Tage unbefüllt.
Ich habe manchmal Lust, ganz von vorne anzufangen. Thematik anders, Name anders, alles anders. Ich vergleiche das ein bisschen wie umziehen in eine neue Wohnung: man braucht einfach mal eine neue Umgebung, um sich irgendwie neu zu definieren und zu wissen, was man will. Oder Auszeit.

Ich weiß jetzt gar nicht genau, was ich damit sagen wollte. Ich denke, man kann gut herauslesen, dass ich unschlüssig bin. Ich lass das einfach mal so stehen.

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Wie, wo, was. Veränderung.

9. Juni 2010 um 19:33 Uhr

Ego & I, Station57

20

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Heimat

heute bin ich mal wieder in die Heimat gefahren. Als ich dort ankam, schmiss ich mich erst mal eine Runde in den Garten und las in der herunter knallenden Sonne. Da ich es aber ohne eine so richtige Aktivität in der Sonne nicht aushalte, und gleichzeitig aber in der Sonne bleiben wollte (Dilemma!), habe ich einfach mal unseren Rasen gemäht. Zwei Stunden lang. Da gingen richtig viele Nacktschnecken dabei drauf. Und Karmapunkte.

Weshalb ich aber eigentlich gekommen bin: wegen des Essens um endlich mal die Paris-Route für die fünf Tage Paris im Juli mit meinem Bruder festzulegen. Sind auch unglaublich weit gekommen – in den drei bis vier Stunden heute haben wir jetzt immerhin unseren ersten Tag geplant. Größtenteils ohne Metro-Nutzung unterwegs hatte ich die Idee, die ganze Strecke mit Inline Skates zurückzulegen, um meiner Orangenhaut entgegenzuwirken. Kleiner Scherz. Also, das mit den Inlinern.

Geplant für Montag, 12. Juli, hatten wir für Dinge wie das Centre Pomipdou, die Pont Neuf, mal das Rathaus abchecken, den Notre Dame und die Katakomben geplant. Der 13. Juli geht für Versailles drauf, der 14. Juli natürlich für die Militärparade auf der Avenue der Champs-Élysées – inklusive abhängen am Place de la Bastille und gegebenenfalls das Feuerwerk am Eiffelturm. Die anderen zwei Tage müssen wir noch detaillierter durchgehen – ich dachte da an einen Tag im Rotlichtviertel – will aber meinen jungen unschuldigen Bruder nicht verderben. Dafür hat man schließlich richtige Männer-Freunde.

Ich freu mich jetzt schon auf jede Menge französische Konversation. Meine Mutter würde jetzt wahrscheinlich sagen: „Deswegen habe ich Dich damals gezwungen, sieben Jahre Französisch zu lernen.“ Ich schätze mal grob, dass ich etwa fünfundneunzig Prozent aller französischen Vokabeln und eintrainierter Sätze vergessen habe. (Fünfundneunzig Prozent klingt sogar nach viel, war aber angesichts meiner Noten in diesem Fach und meines schlecht ausgeprägten Kurzzeitgedächtnisses recht übersichtlich. Uh, oh. Nein. Wo das rechnerisch hinführt.) Macht aber nichts, habe ja meinen Bruder dabei, der das jetzt drei Jahre gelernt hat. Noch ganz frisch bei ihm, sozusagen. Brrr.

Ich habe heute so viel organisiert wie in meinem ganzen Leben noch nicht. (Morgen kauf ich mir einen Organizer und übermorgen werde ich Manager.) In diesem Sinne werde ich nun dem Schlaf frönen.

Gedenktag des Tages: Tag der Sehbehinderten.

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Paris is burning.

6. Juni 2010 um 00:49 Uhr

Ego & I

10

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ausbildung/Berufsschule: Meine (Ex-)Klassenkameraden stecken derzeit mitten in ihren Abschlussprüfungen – ich wünsche allen viel Erfolg, die Themen sind die Prüfung echt gefühlt mieser als die letzten. Außerdem wünsche ich den ganzen Mediengestalter-Bloggern wie Marcel und Michi gutes Gelingen – tschakka!
Und während alle anderen noch pauken, habe ich mein erstes halbes Jahr Berufserfahrung gesammelt und irgendwie fühlt sich das nicht großartig anders an. Ich dachte eigentlich, die regelmäßige Schulzeit würde mir fehlen – aber kein Stück. Willkommen im Leben.

Ärgernis: Ich ärgere mich gerade nicht, ich bin glücklich.

Blogosphäre: Ja, ich muss zugeben, hier hat sich doch einiges geändert. Während ich mich früher in meiner Internet-Umgebung sehr wohl gefühlt habe, kommt es mir immer mehr vor, als gehörte (privates) Geschreibsel nicht mehr wirklich dazu. Das scheint wohl out zu werden. Themen wie Mode, Fotografie, Musik und Medien boomen. Oder polarisierender Kram, wo man so manche Grundsatzdiskussionen beginnen könnte. Oder übertrieben auffallen.

Die Welt/Musik: Wir sind Gewinner des Eurovison Song Contests 2010. Das ist fantastisch. Ich kenne Lena Meyer-Landrut von Blogeinträgen, Facebook und Twitter. Nie gehört oder mal gesehen. Hype ging mir dennoch derbe aufn Sack. Von Nicole habe ich immerhin MP3s. Schande über mich. Da sie jetzt aber auch haushoch gewonnen hat, habe ich mir mal ihren Song „Satellite“ gegeben – und kann endlich mitreden. Sie scheint ziemlich schlagfertig zu sein. Das ist cool. Also Glückwunsch und so. Da will ich echt nicht so anti sein. (Hör den Song ja jetzt nicht tausend Mal im Radio – wenn bisher noch nicht, dann auch in Zukunft nicht.1)

Ego & I: Ich habe mich bei Facebook abgemeldet. Jetzt, nach einem knapp halben Jahr, ist damit auch mal gut – wie bei allen Social Communities, denen ich irgendwann mal beigetreten bin. Gründe gibt es genug. Unter anderem dieses ständige Abhängen in Facebook (macht man ganz automatisch wenn man mal Leerlauf hat), dieser Drang, ständig da aktiv zu sein und ständig alles kommentieren zu müssen … Profilierung … Schwanzvergleich. Ihr wisst. Ich möchte Kontakt zu meinen Leuten (und in Facebook habe ich es ja letztendlich auf Leute beschränkt, zu denen ich auch persönlichen Kontakt habe) generell mehr aufs Persönliche ausweiten und weniger im Internet abhängen. Ich bin ja so im Wandel. (Morgen werde ich Veganer und übermorgen setze ich mich an den Bahnhof und demonstriere gegen Stuttgart 21.)

Kurz & knackig: Meine Philips G7000 kam endlich an.

Station57: Diese Retro-Wochen werden immer schlimmer. Das aktuelle Layout ist einfach nur so was von zum Reintreten und hinterher Draufspucken, ganz furchtbar.

Wohnen: Ich bräuchte mal so eine kleine IKEA-Lampe. Oder einen Lampenschirm. Vielleicht auch beides.

Zitate: „Es ist schön, jemanden zu haben, der einem dabei hilft, sich selbst besser leiden zu können.“ (Six Feet Under)

Gedenktag des Tages: Weltnichtrauchertag.


  1. Drei Mal „nicht“. Wohoo.

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Kategorischer Rückblick VII

31. Mai 2010 um 10:51 Uhr

Ego & I, Station57

17

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wie regelmäßige Leser wissen, habe ich eine Wette verloren. Deswegen werde ich mit meinem Bruder im Juli nach Paris fahren. Was für mich kein Nachteil sein soll, schließlich komme ich mit.

Ich habe für mich selbst noch nie Urlaub gebucht, noch war ich mal irgendwo im Ausland auf eigene Faust. Und ich bin da ein bisschen, hm, wie soll ich sagen, traditionell. Bisschen wie Menschen über sechzig und „diesem Onlain-Bänking – dem vertrau ich nicht!“. Deswegen bin ich heute mal in ein Reisebüro des ADAC.

Ich muss sagen, dass ich da wohl einen etwas schlechten Zeitpunkt erwischt hatte. Außerdem arbeitete dort eine ehemalige Klassenkameradin, bei deren Anblick und vor allem Stimme ich zu jedem Zeitpunkt hätte erbrechen können, hätte ich das mit dem Brechreiz nicht so gut unter Kontrolle. Aber das ist eine andere Geschichte.

Nun, wie gesagt, die andere Kollegin war da etwas unter Zeitdruck. Ich erklärte ihr mein Anliegen, von wegen, dass ich gerne nach Paris fahren und Anfahrt und Hotel buchen wolle. Okay. Erst erklärte sie mir, dass das mit dem Zug von Stuttgart nach Paris preisgünstiger wäre (über dreihundert Euro für zwei Personen). Und das mit dem Hotel, hm. Sie schlug da also ihren ADAC-Katalog auf, und sagte, ich „solle doch auch mal mit suchen“.
Ich erklärte ihr, dass ich da keinesfalls etwas Luxuriöses brauche. Bett ist schon genug Luxus, ihr wisst, was ich meine. Möglichst günstig. Zum Schlafen und Frühstück. So viel mehr Zeit würde ich da eh nicht verbringen und so was.

Im Endeffekt bin ich dann mit ’ner unverbindlichen Hotel-Reservierung (knapp vierhundert Euro für zwei) raus, mit einer Empfehlung zu einem ADAC-Mitglieds-Dings fürs ADAC-Blablabla-Auto-Irgendwas. Da hat nicht mal das Ich-hab-keinen-Führerschein-Argument gezogen, denn „wenn ich den jetzt mache, krieg ich ein ja kostenlos eine Mitgliedschaft für das ADAC-Blablabla-Auto-Irgendwas umsonst“. Habe dankend abgelehnt und bin zur Bahn. Für mehr als dreihundert Piepen fahre ich schließlich nicht nach Paris, wenn es weitaus billiger geht. Dort war auch eine nette Dame, die mir zwei Verbindungen raus suchte, mir noch die Fan-Bahn-Card für Vergünstigungen heraussuchte und schon war ich bei etwa zweihundert Euro für zwei Leute. Geht doch.

Da die Bahn auch Hotel-Buchungen anbietet, habe ich mich da auch gleich mal schlau gemacht, aber so richtig besser als im Reisebüro lief es dann doch nicht, so dass ich im Endeffekt den Katalog mitgenommen habe, und dort mit meinem Bruder die günstigsten Hotels heraus gesucht habe. Alles muss man selbst machen, ehrlich.

Wenn jetzt alles so läuft, wie wir uns das vorstellen, liegt der Fahrpreis plus Hotel (mit Frühstück) nun bei vierhundert Euro für uns beide. Das Hotel hat zwei Sterne, was uns jetzt aber nicht großartig stört. Mein Vater hat gewettet, dass wir entweder a) eine Toilette mit Pennern teilen müssen oder b) in einem Stunden-Hotel landen.

Ich werde berichten.

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Die tückische Sache mit der Dienstleistung

14. Mai 2010 um 23:20 Uhr

Ego & I, Retrospektive

20

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