Nirgends ist es schöner als zuhaus‘

Ich hätte es auch „Sonnenaufgang über dem Bauernhof“ nennen können, fand ich persönlich aber zu schnulzig.
Gedenktag des Tages: Internationaler Frauentag.
Ego & I, Kurz & knackig
Aber wir haben ja nicht hören wollen
Auch wenn viele sagen, es ist richtig, auf das Gefühl zu hören – mehr, als auf den Verstand, ist das in den meisten Fällen definitiv nicht richtig. Und der Rest ist Glück.
Es ist doch meist so, dass etwas beginnt, mit dem wir noch nie in Berührung gekommen sind, nur vom Hörensagen kennen – verwirrt sind, vielleicht sogar anfangen, andere zu belügen. Meist die, die uns am wichtigsten sind. Aber am meisten uns selbst, weil wir im Endeffekt wissen, wie es ausgehen wird, und weil wir zu feige sind, Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Die kurze Zeit vom Jetzt bis zur bitteren Restrealität ist das einzig Schöne, das wir aus diesem Trip mitnehmen. Und alles, das bleibt, ist die Erinnerung mit einem bitteren Nachgeschmack.
Ja, das Gefühl kann einen ganz schön verarschen. So sehr, dass man den einzigen Optimismus, den man noch hat, in eine Sache, einen Gedanken steckt, der vom Verstand als totaler Idiotenplan abgestempelt wird. Und in den meisten Fällen wird man zum Idioten.
Und dann leidet man.
Manche leiden mehr, manche leiden weniger. Sicher ist, dass es irgendwann vorbei geht. Vielleicht nicht komplett, und vielleicht ist man nicht geheilt. Aber man akzeptiert es. Und vielleicht hat man auf dem Weg ein Stück von etwas verloren, das einem wichtig ist, aber wenn man am Ende des langen Leidensweg steht, hat man auch etwas gewonnen. Somit gleicht sich das aus. Ein bisschen Herz gegen Erfahrung – oder Verstand, sozusagen.
Immer und immer wieder durchlaufen wir diese Schleife. Und immer wieder aufs Neue vergessen wir, das Ende der Schleife richtig zu verknoten – so, dass sie hält. Wir steigern uns vom kindlichen An-die-Herdplatte-fassen-müssen an komplexere Wagnisse, die uns innerlich aushöhlen. Und die Zeigerfinger hebende Mama im Hinterkopf nennen wir jetzt Verstand. Aber das Prinzip bleibt das gleiche.
Ich glaube nicht, dass wir irgendwann das Herz komplett gegen Verstand und Erfahrung austauschen müssen, um nicht mehr zu leiden. Es muss nur ausgeglichen sein. Ich weiß auch nicht, ob wir dann tatsächlich zufrieden und glücklich sind. Aber es wäre auf jeden Fall erstrebenswert.
Ego & I, Retrospektive
Ich bin ja jetzt ziemlich web-2.0-mäßig
Leute, die mich kennen, wissen, dass ich ja eigentlich so gar nicht web-2.0-mäßig drauf bin. Also, mal abgesehen von meinem Blog (was ja so gesehen genug – oder sogar oft die höchste Form – von Persönlichkeitsstriptease ist) (okay, und dem last.fm-Profil seit fast fünf Jahren) musste man mich lange überreden, bis ich mal dies und das ausprobiert hatte. Ich bin ja immer (noch) ein Fan vom Internet, damals – als ich als einzige in meinem Freundes- und Familienkreis regelmäßig im Netz unterwegs war, die anderen nicht wussten, wovon ich sprach, wenn ich Worte wie „ICQ“ oder „Forum“ erwähnte und meine Mama meinen Blog noch nicht als Startseite eingestellt hatte.
[Nostalgie-Modus] Alles war schön anonym, und man konnte mehr oder weniger das treiben, worauf man Lust hatte, ohne dass einer der Freunde oder Familie das jemals mitbekommen hätte. Ich weiß gar nicht genau, was ich am Internet heute so schlimm finde. Vielleicht der Fakt, dass alles für immer dort stehen bleibt. (Der Gedanke steht der Web-2.0-Nutzung bestimmt im Wege – Paranoia vs. Gedankenmitteilung.) [/Nostalgie-Modus]
Ich hab schon einiges an Web-2.0-Sachen probiert. Das StudiVZ zum Beispiel. Oder Twitter. Bei StudiVZ gefiel mir damals nicht, dass die Privatsphären-Optionen nicht wirklich ausgereift waren (was inzwischen wohl schon anders ist), ich hab mich da also nach etwa zwei bis drei Monaten wieder abgemeldet. Und wenn wir mal ganz ehrlich sind, ist diese Seite ja mal so was von hässlich.
Mit Twitter konnte ich ehrlich gesagt auch nicht so wirklich was anfangen. Vielleicht praktisch zur Einbindung, wenn es neue Beiträge zu lesen gibt oder so etwas in der Art. Aber sonst nichts für mich, deswegen habe ich mich da nach einiger Zeit auch wieder abgemeldet.
Ich hab mich dann mal aus Neugier bei Facebook angemeldet. Facebook ist wirklich geiler Scheiß, weil das irgendwie alle nutzen, sogar die, von denen ich dachte: „Die haben mit dem Internet bestimmt rein gar nichts am Hut.“ Das mit den Privatsphären-Einstellungen ist gut gelöst, und ich hab einfach Überblick über alle Leute, die mich so interessieren oder mit denen ich online in Kontakt bleiben will. Ich hab Grundschulfreunde geaddet, die ich seit wasweißichwievielen Jahren nicht mehr getroffen habe. Oder meine Verwandtschaft aus Übersee, die ich nur alle Schaltjahre mal sehe. Das ist lustig, wirklich, man bekommt alles mit nur durch ein paar Klicks.
Gut, man muss zugeben, dass das unter anderem so ein Stalking-Ding ist, man ist ja neugierig (und bei vielen auch ein Ich-hab-die-meisten-Freunde-Schwanzvergleich) – ich hab es allerdings, bis auf sehr wenige Ausnahmen, auf Kontakte beschränkt, die ich wirklich kenne und mich interessieren.
Unter anderem neu sind die Accounts bei formspring.me und bei delicious.Hinter formspring.me gibt es jetzt wirklich keinen tieferen Sinn. Und was delicious angeht, so haben mich Social Bookmarks nie interessiert, aber jetzt, wenn ich mir das so überlege – man tagged Artikel, und kann sie dann, wenn man möchte, veröffentlichen – ist das schon eine ganz gute Sache. Das ist ja so was von … sensationell! Ich bin ja so hinterher, mannomann. Und das als Medienmensch.
Nun ja, und weil ich jetzt ja, inzwischen, so furchtbar web-2.0-mäßig drauf bin, gibt es rechts und unter jedem Beitrag eine schöne Leiste. Damit sich das auch lohnt.
Blogosphäre, Ego & I, Station57
Von kurz- und langfristigen Plänen
Ich hab jetzt herausgefunden, warum ich es gerade nicht mehr schätzen kann, wirklich glücklich zu sein. Ich war schon verdammt lange nicht mehr beim Friseur, und weiß gar nicht mehr, was wahres Leid wirklich ist!
Deswegen werde ich das kurzfristige Ziel „Friseurbesuch“ zwischenschieben in meine langfristigen Ziele „Abschlussprüfung bestehen und eventuell mal anfangen dafür zu lernen“, „aus der WG ausziehen und eigene Wohnung suchen“ und „endlich Führerschein mit vierundzwanzig“.
Muss aber noch eine Weile warten, ein Friseurbesuch ist erst wieder Ende des Monats drin. Das heißt, ich muss noch bis Ende des Monats leiden, und das doppelt, schließlich habe ich ab nächster Woche wieder Berufsschule, mit so einer schwulen Projektwoche auch noch („Wir drehen einen Film“, so ein Scheiß).
Deswegen werde ich vor mein kurzfristiges Ziel noch kurzfristigere Ziele setzen, nämlich „Furby-Verpackung endlich unauffällig entsorgen“, sonst sieht ja jeder, was für eine infantile Person ich in Echt bin.
Gedenktag des Tages: Tag der Wohnungslosen.
Bla... Bla... Bla..., Ego & I, Ärgernis

