Der 6. Februar 2006, hier die aktuellsten News aus der Region…
Wohnzimmer – Wäsche vermisst: Ich habe heute verzweifelt Wäsche gesucht. Nichts Anziehbares mehr im Schrank, nicht mal mehr schmutzige Wäsche hinter der Tür, alles weg. Wollte jetzt schon alles auf meine Schwester schieben (zieht dauernd meine Klamotten an, könnte wenigstens mal Bescheid sagen, soll die dann vor dem Zurückgeben wenigstens waschen, damit das nicht mehr so einparfümiert riecht, bla bla), habe dann aber beim Kochen herausgefunden, dass alles seit einer Woche auf der Wäscheleine zum Trocknen hängt.
Ich lege meine frisch gewaschene Wäsche immer erst aufs Bett. Weil ich nie direkt nach dem Trocknen Lust habe, das alles in den Schrank zu räumen. Also danach irgendwann auch nicht. Deshalb wandert das meistens so umher: vom Bett auf den Stuhl, wenn ich schlafen will. Vom Stuhl dann aufs Bett, wenn ich wieder an den PC gehe. Und vom Bett wieder zum Stuhl, wenn ich wieder mal schlafen gehe. Später dann räume ich es auch mal ein. So nach ’ner Woche oder so. Weil dann kommt die zweite Wäscheladung, und dann ist das immer so schwer hin- und herzutragen.
Jennys Zimmer – Unzumutbare Hygienezustände: Außerdem habe ich mir vorgenommen, mal wieder zu Staub zu saugen. Weil gestern hatte ich Pommes gegessen, der Teller stand direkt an der Tischkante. Ich stach mit der Gabel genüsslich in zwei goldbraune Pommes, und der Druck auf der Seite erhöhte sich, der Teller stand nur halb auf dem Tisch und kippte. Und fast alle Pommes und zwei Rösti fielen auf den Boden. Nur ein Rösti hat’s auf dem Teller gehalten. War da mit Ketchup oder Mayo so festgeklebt.
Dachte ich mir dann, dass ich das wie Aschenputtel mache: Die guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen. Trotzdem war das im Endeffekt mehr Staub als Essen. Voll doof (neben dem Schreibtisch liegt dummerweise auch noch der meiste Staub). Schließlich dauern Pommes im Backofen mal eine halbe Stunde.
Resümee (boah, an ein paar Stellen grenzt neue deutsche Rechtschreibung echt an optische Verkrüppelung der Wörter, die kriegen ja Komplexe): Zuviel Aufwand, kaum Ertrag, das schreit nach Verlust. (Gott. Habe ich das echt geschrieben. Ich schieb’s mal auf die vier Schulstunden BWL heute.) Und gestaubsaugt habe ich auch nicht.
Klassenzimmer – Mut zur Bildung: Ferner habe ich mich heute mal wieder nach bevor stehenden Klausuren erkundigt, das mache ich jeden Monat mal um völlig up to date zu sein. Also. Und ich habe festgestellt, dass ich diesen Donnerstag Englisch schreibe und gleich am kommenden Montag auch noch Biologie. Ihr versteht. Mein schlechtestes Fach. Und gerade weil es ja mein schlechtestes Fach und meine allerletzte Bioklausur ist, habe ich beschlossen, dass ich da jetzt mal total gut abschneide. Hm ja, gut, so im Dreierbereich wäre eine echt taffe Sache. Das wäre der krönende Anschluss und mal ein Erfolgserlebnis.
So, das war’s mit den News. Zurück zu Lück. Öh. Oder so.
Mein Vater hatte jetzt die überragende Idee, Diät zu machen. Und wenn mein Vater jetzt Diät macht, dann muss unser Hund das auch machen. Als seelische Unterstützung. Zumindest meint das mein Vater. Und hat ihm heute extra Reis aufgekocht mit Möhrchen drin.
Ich persönlich dachte ja zuerst, dass das zum Gulasch gehört, das er zur selben Zeit gekocht hat. Zur Krönung wurde das Ganze noch mit Naturjoghurt angemacht, und dem Hund hingestellt. Der hat mal blöd geschaut. Gut, wenn man mir als Hund Reis mit Möhrchen und Joghurt hinstellt, und sonst das gute Hundefutter gewöhnt wäre, würde ich vielleicht auch so blöd schauen. Zumal ich die Kombination ja auch mal sehr seltsam finde. Reis, Möhrchen und Naturjoghurt. Irgendwie so vegetarisch. Und Hunde sind ja bekanntlich keine Grasfresser.
Und na ja, weil mein Vater ja auf Diät ist und zehn Kilo abnehmen will, sich den Hund jetzt als Unterstützung geholt hat, hat er heute auch gleich zwei randvolle Teller mit Gulasch und Nudeln gegessen. Schließlich reicht es bei ihm ja auch, wenn er nur die Süßigkeiten weglässt.
Ja, ich gebe es zu: Ich bin schrecklich unordentlich. Ich habe zwar Schnellhefter, aber kaum was eingeheftet. Was daran liegt, dass alles in meinem Block liegt. Und mein Block ist irgendwann so dick, dass er ein Brockhaus sein könnte. Das ist der Zeitpunkt, an dem ich mir denke, dass ich mal alles ausräumen und in die Schnellhefter einordnen sollte. Weil: braucht man ja auch mal irgendwann zum Lernen und so.
Deshalb danke ich Marina, die mir ihre außerordentlich ordentlichen Ordner immer ausleiht, damit ich mir sie abschreiben/kopieren kann, und ich alles wieder vollständig habe. Ich danke Marina auch, dass sie immer so geduldig ist, weil ich immer sage, ich schreibe alles innerhalb einer Woche ab und sie ihre Ordner erst wieder fünf Wochen später kriegt. Wenn ich schon dabei bin, danke ich Marina auch dafür, dass sie mir immer Ohrringe mitbringt, wenn ich meine verliere. Ich danke Marina, dass ich immer was von ihrer Apfelschorle bekomme, wenn ich mein Trinken vergessen habe. Und ich danke Marina, dass ich bei ihr die Schulden auch noch Wochen später begleichen kann.
Thank you, merci, danke. Um mal den Titel eines Schlagers von Nicole zu zitieren, den ich früher immer auf der Schlagerkassette meiner Mutter anhören musste.
Jan
24
Heute Morgen bin ich gegen halb sieben aufgestanden. In der Stuttgarter Region – also auch hier – hat es die ganze Nacht geschneit (und es hat immer noch nicht aufgehört), und ich wusste, dass es an solchen Tagen, wenn das erste Mal Schnee fällt, sowieso etwas chaotischer wird als sonst. Ist normal. Keiner psychisch auf Schnee eingestellt und so weiter. Und weil morgens kaum ein Schnee-Wegmach-Fahrzeug in der Gegend herumfährt, und den Schnee von den Straßen wegmacht. Das höchste der Gefühle war die Hauptstraße, und selbst nicht mal da war das überall so.
Ich habe mich extra warm angezogen. Na ja, zwei Paar Socken anstatt einem, ein Top unter den Pulli und einen Schal. Schließlich bin ich jetzt ja auch keine Memme. Der Schnee lag etwa fünfzehn bis zwanzig Zentimeter hoch, um die Zeit war noch keiner wach um ihn wegzuschippen. Ich kam mir vor wie ein Yeti, als ich durch den Schnee zur Bushaltestelle gestapft bin. Das war fast so wie Frühsport. (Nicht, dass ich wüsste, wie Frühsport ist. Aber ich kann’s mir ja vorstellen. Denk ich.) Immer die Beine so hochziehen zu müssen, um den nächsten Schritt machen zu können. Morgen habe ich bestimmt Muskelkater. (Seitdem ich keinen Schulsport mehr mache, kriege ich den ja schon vom Nixtun.)
Mein Bus kommt fünf vor sieben. In der Regel. Heute kam er mit zwanzig Minuten Verspätung. Nach einer Stunde und zwanzig Minuten waren wir fünf Kilometer und zwei Ortschaften weiter, und ich habe begonnen, zu frühstücken. Zehn Minuten später, fünfhundert Meter weiter, begannen wir im Bus Karten zu spielen. Nochmals fünf Minuten später und nochmals fünfhundert Meter weiter begann ich BWL-Hausaufgaben zu machen, die ich heute eigentlich abschreiben wollte, damit ich nix denken muss. Gegen halb zehn – noch mal fünf Kilometer weiter und zwei Schulstunden später – war ich endlich in der Schule. Wow. Also ich habe noch nie mehr als zwei Stunden für etwa zehn Kilometer mit dem Bus gebraucht. Ich war und bin immer noch echt tief beeindruckt. Mindestens so tief, wie der Schnee morgen hoch liegen wird.
Heute gegen halb fünf am Nachmittag war ich zuhause. Meine Schuhe aufgeweicht. Meine Socken waren klatschnass. Meine Füße gefroren. Ich kniete mich vor die Heizung und betete sie an. Was für eine geile Erfindung.
Jan
19
Wind ist doof. Regen ist doof. Und beides zusammen die perfekte Voraussetzung, eigentlich im Haus zu bleiben. Aber da ich ja in den letzten drei Wochen je einmal pro Woche nicht in der Schule war ein anständiger Mensch bin, stand ich natürlich brav morgens auf um in die Schule zu gehen, leider etwas zu spät, weshalb ich auch etwas später aus dem Haus gekommen bin und richtig zum Bus hetzen musste. Das waren die hässlichsten fünf Minuten meines Tages. Denn…
a) … es hat geregnet.
b) … es hat gewindet gestürmt.
c) … es regnete und windete stürmte, und zwar in meine Richtung. Dadurch musste ich ständig schauen, dass mir meine Jackenmütze nicht vom Kopf gefegt wurde.
d) … es regnete, und ich hatte eine tolle wasserabweisende Jacke an. Fühlt sich super an, wenn man im Bus sitzt, uns alles nass ist. Wasserdurchlässig waren hingegen meine Schuhe. Und das, obwohl ich dachte, dass es mein wasserdichtes Paar ist. Warum sind meine Schuhe alle so wasserdurchlässiggeil?
e) … es regnete auf meine Jeans. Das ist ein total widerliches Gefühl, plötzlich im Trockenen zu sitzen, und die nasse Jeans klebt einem am Oberschenkel. Die riechen auch so komisch, die nassen Jeans.
Wer auch immer sich die Mühe gemacht hat, sich morgens die Haare zu machen um gut auszusehen, wenn man aus der Türe geht: Diese Mühe war völlig umsonst. Bei dem Sturm klappt nämlich kein normaler Mensch seinen Regenschirm auf. Und Regen und Wind tun den Rest. Deshalb haben heute alle scheiße ausgesehen.
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