1. Mai 2008

Ein fitter Start in den Tag V

Wenn man das Desinfektionsspray mit dem Parfum verwechselt, ist man glaub noch nicht ganz wach.


Bizarres/Komisches, Kurz & knackig 15 Kommentare
28. April 2008

Ein fitter Start in den Tag IV

Die Promille noch fühlbar im Blut bin ich heute Morgen in die S-Bahn gestiegen. Ich stand völlig neben mir und beobachtete mich quasi selbst und konnte mein Verhalten somit genau analysieren. Das Ergebnis der Analyse war recht simpel und schnell erarbeitet: Ich wusste nicht wirklich, was ich eigentlich tat, auch wenn ich es gerade tat. Und die drei Stunden Schlaf waren nicht genug.

Vor mir in der S-Bahn saß eine Frau, die eine Broschüre las. „Leben mit Gott“ oder so etwas Ähnliches. Ich schau sie also an, und frage direkt: „Sie sind ja eine ganz Gläubige, was?“ Die Antwort habe ich auch gar nicht erst verstanden, war eigentlich auch nicht auf Kommunikation aus, schließlich habe ich ja zur gleichen Zeit Musik gehört. Wahrscheinlich sagte sie etwas wie: „Und Sie sehen schon irgendwie aus wie ein Penner, was?“ Hat mich auch gar nicht weiter interessiert, bin kurz darauf nämlich einfach eingeschlafen.

Im Geschäft hab ich dann erst mal meine Mails abgerufen. Hab nur Spam bekommen. Unter anderem mit dem Betreff „You Are Chosen As a Leader For the Mission of God“. Ich vermute das war die Rache der gläubigen Frau.

Trotzdem ging ich wie gewohnt meiner täglichen Arbeit nach. Dabei habe ich mir ständig eingebildet, dass mein Handy vibriert, dabei war das nie der Fall. Bis auf einmal. Da dachte ich, es vibriert nicht, obwohl es vibrierte … Dieser Absatz sagt eigentlich aus, wie ich das heute alles so gehandhabt habe.

Unabhängig davon wurde das Wetter im Laufe des Tages immer beschissener, je nüchterener ich wieder wurde.

Verrückte Welt.


Ausbildung/Berufsschule, Bizarres/Komisches, Retrospektive 18 Kommentare
21. April 2008

Der Tobi-Taubenbäcker-Trauma-Tag

Die Tauben wollen die Weltherrschaft an sich reißen! Zeugen berichten aus aller Welt von einem schrecklichen Aufstand der Tauben.

R., 22, aus W.: „Heute dachte ich wirklich ich hab während der Arbeitszeit getrunken. Alles fing harmlos an. Eine Messe stand an, das hieß Messestand ins Auto der Kollegin schaffen. Gesagt getan. Wir also zu dritt den Messestand ins Auto gehieft bzw. zu zweit. Dann ich hab brav den Karton mit den Messearikeln gehalten (war wirklich Schwerstarbeit!). Dann geschah es!
Irgendetwas fiel vom Himmel und direkt in meinen Karton. Um uns herum überall Tauben. Der erste Gedanke: Ach du Kacke! Ja, wortwörtlich. Ich dachte, ich heiße nun nicht mehr Mädchen für alles, sondern Mädchen für Taubenkacke. Aber so war es nicht. Meine Kollegin stellte, schlau wie sie ist, fest, dass es sich um Brotkumen handelte. Ich mein, klar, Leute schmeißen Brotkrumen vom Fenstersim, damit die Tauben, die ja nicht schon fett genug sind, wohl genährt werden. Aber so war es nicht. Denn als ich nach oben blickte, und eigentlich eine ältere Dame vermutet hatte (oder die Kreuzworträselady, aber das ist eine andere Geschichte) sah ich es! Es war keine ältere Dame. NEIN! Es war die Taubenanführerin die vom Fenstersim Brotkrumen an seine Anhänger verteilte! Ich fand das echt schockierend … Vorallem, wenn ich es nicht besser wüsste, hätte ich vermutet, dass die Taube hämisch gelacht hat …“

Jenny, 22, aus S.: „Völlig konzentriert saß ich an meinem Arbeitsplatz. Ich starrte auf meinen Mac, meine Arbeit, als sich plötzlich rechts von mir etwas bewegte. Das ist sehr seltsam, denn rechts von mir gibt es nichts, das sich wirklich bewegen könnte, schließlich befindet sich dort nur mein Fenster, und das im vierten Stock.
Doch ich wurde dieses Beobachtungsgefühl nicht los. Und dann sah ich es! Eine Taube. Sie saß auf dem Fenstersims und schaute von außen durch das Fenster. Sie gurrte mir zu und wackelte mit ihrem Kopf, als sie den Fenstersims entlang ging. Ich hatte ein mulmiges Gefühl in der Bauchgegend. Wahrscheinlich das Laugenbrötchen von heute Morgen. Ich hatte das Gefühl, sie wollte mir etwas sagen, etwas Bedeutendes. So was wie … „Ich bin Jesus!“ oder „Den Yeti gibt es wirklich!“ – Aber nichts dergleichen geschah. Dann breitete sie ihre Flügel aus und flog davon.“


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14. April 2008

Frühjahrsputz

Da kommt man nach Hause, und Mitbewohner S. macht Großputz. Das zerstört jetzt schon irgendwie mein ganzes Weltbild.


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11. April 2008

Die Welt ist ein Dorf

Hab heute am Hauptbahnhof einen ehemaligen Klassenkameraden aus der Grundschulzeit getroffen. Hätte ja nie gedacht, dass ich dort jemals Menschen treffen würde, mit denen ich 1992 rund fünfzig Kilometer von Stuttgart entfernt eingeschult wurde.

Er sieht jedenfalls genau so aus wie damals: blond, Sommersprossen und ständig ein Taschentuch in der Hand haltend, weil er Heuschnupfen hat. Er hat immer die besten Aufsätze geschrieben und hatte immer Obst dabei.
Der war mir persönlich ja immer etwas suspekt, weswegen ich ihn heute auch gar nicht erst angesprochen habe. Weil einmal suspekt, immer suspekt, ihr wisst. Er fand mich früher wahrscheinlich auch suspekt, weil er mich zwar etwas perplex angeschaut, mich aber auch nicht angesprochen hat.

Die Welt ist schon ein Dorf.


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