4. September 2006

Verwirrt

Hmpf. Jetzt war ich auch noch so schlau, den letzten Beitrag zu löschen. Ich bin heute echt zu verwirrt.


Bizarres/Komisches 9 Kommentare
2. September 2006

Spielsucht

Ich denke, die meisten werden das Spiel World of Warcraft kennen. Für alle, die es nicht kennen: WoW ist ein MMORPG (Massen-Mehrspieler-Online-Rollenspiel), man schlüpft in einen bestimmten Charakter und spielt in dem Fall über Internet mit zig anderen Charakteren zusammen.

Es ist ein Spiel mit Suchtfaktor. Schließlich ist es verlockend, einen völlig neuen Charakter in einer völlig neuen (und großen) Welt zu schaffen. Es gibt so viele Möglichkeiten, den Charakter zu beschäftigen, Berufe erlernen, irgendwelche Items sammeln, gegen andere Spieler kämpfen. Und deshalb verlieren sich auch viele in dieser großen WoW-Welt, weil sie den Charakter leben.
Das ist mir aufgefallen, als ich mich heute mal wieder eingeloggt habe. Einige Ziele kann man nur mit viel Zeit erreichen. Und viele investieren diese Zeit. Manchmal mehrere Stunden am Tag, und das täglich. Bei manchen Leuten frage ich mich echt, ob sie denn auch noch etwas anderes tun, als in diesem Spiel abzuhängen, und sich mit anderen Leuten (Spielern) beschäftigen, die sie im Prinzip gar nicht kennen.

Und wenn ich dann Leute höre, die Vater/Mutter sind, die sagen „Ja, ich war heute vierzehn Stunden im Spiel und habe das und das gemacht, war aber zwischendrin auch mal grillen mit der Familie, schließlich geht ‚Real Life‘ vor“, kann ich mir echt nur an den Kopf fassen. Viele wissen gar nicht mehr, dass es da draußen auch noch etwas gibt, wie etwa seine eigenen Kinder, der Partner oder Freunde.

Viele der Personen erreichen mit ihrem WoW-Charakter im Spiel mehr, als im eigenen Leben, fühlen sich dort bestätigt, und kümmern sich schon gar nicht mehr darum, was um sie herum passiert. Im Spiel sind viele davon wichtig, leiten große Gruppen, Zusammenschlüsse, im wirklichen Leben bleibt ein Erfolg wie dieser oft aus.

Man hat Freunde verloren. Oder die Freundin hat Schluss gemacht, weil der Partner keine Zeit mehr für etwas anderes hatte als das Spiel. Auch so sind Freundschaften zerbrochen. Wer will schon mit jemandem etwas unternehmen, der ständig sagt „Ich kann nichts mit Euch machen, ich habe hier im Spiel etwas Wichtiges zu erledigen“?
Viele haben sich rechtzeitig zurückgezogen. Ich habe schon mitbekommen, wie ‚wichtige‘ Spieler auf einmal nicht mehr da waren, und wenn man fragte, warum, es nur hieß ‚der Partner hat ihm ein Ultimatum gestellt, entweder er oder WoW‘.

Und das finde ich doch recht beängstigend. Ja, ich spiele das Spiel gerne, manchmal länger. Aber ich merke doch, wann es reicht, wann es zu viel wird. Hm. Manche andere irgendwie nicht.

Schon traurig, irgendwie.


Bizarres/Komisches 24 Kommentare
26. August 2006

Erfindergeist

Als ich eines Nachts, vor einigen Tagen, in den Keller ging, mit dem Vorsatz, etwas zum Essen zu finden (weil der Kühlschrank nichts her gab), war ich recht verdutzt. Nachdem ich also auch im Gefrierfach nichts Essbares gefunden hatte, fiel mein Blick auf drei Milchpackungen. Im Gefrierschrank. Ganz unauffällig in die Ecke gequetscht.

Mein erster Gedanke war: „Wer gefriert denn Milch ein? Ist das eine neue Methode, den Geschmack der Milch zu verbessern oder sie länger haltbar zu machen? Um den Platz der Gefriertruhe auszunutzen?“

Kopfschüttelnd schloss ich die Türe also, und vergaß den seltsamen Vorfall.

Gestern am Essenstisch fiel es mir wieder ein. Irgendwie einfach so. (Ich glaube, ich assoziierte es mit dem Käse, der noch auf dem Tisch stand.) Ich fragte also meinen Vater, wer denn auf die Idee gekommen war, Milch einzufrieren. Und ja, die Antwort die er mir gegeben hat, fand ich anfangs irgendwie bekloppt.

„Ich dachte mir, da wir keine Kühlakkus haben, fülle ich leere Milchpackungen mit Wasser, friere sie ein, dann kann ich die bei Gelegenheit als Kühlakkus benutzen.“

Und im Nachhinein fand ich die Idee eigentlich gar nicht so übel.


Bizarres/Komisches 7 Kommentare
23. August 2006

Sie sind ein potenzieller Verbrecher!

Vor langer Zeit, im Jahre 1999, reisten meine Familie und ich für drei Wochen nach Amerika, Ridgefield Park, in New Jersey. Dort wohnten wir vorübergehend bei meiner Tante und bei meinem Onkel.

Meine Tante hatte damals einen braunen, alten Toyota, der unglaublich laut war und recht dampfte, wenn er mal fuhr.
Immer wieder besuchten wir tolle Städte, Sehenswürdigkeiten und Fast Food Restaurants. An einem dieser Tage saßen mein Bruder, zwei meiner noch jüngeren Großcousins und ich also auf dem Rücksitz des oben beschriebenen Toyotas, tuckerten friedlich auf dem Highway nach einer Besichtigung irgendwo Richtung nach Hause, als plötzlich die Polizei hinter uns her fuhr, mit Blaulicht und Tatütata, und meiner Tante unmissverständlich klar machte, dass sie rechts ’ran fahren sollte.
Da meine Tante ein anständiger Bürger ist, leistete sie dem also Folge. Sie fuhr rechts ‚ran, und wartete bis der nette Polizist erschien, kurbelte das Fenster hinunter und fragte, was los sei.

Der nette Polizist sagte darauf erstmal gar nichts. Er betrachtete das Auto genau, während meine Tante immer wieder nach hakte. Er bat sie dann schließlich, das Auto untersuchen zu dürfen. Ein Wagen wie ihrer, ein brauner, alter Toyota, wurde als verdächtiges Auto gemeldet, das einem Verbrecher gehöre. Unmissverständlich machte er ihr klar:

„Sie sind ein potenzieller Verbrecher!“

Ich erinnere mich an das Gesicht meiner Tante, als sei es erst gestern gewesen, eine Mischung aus Frustration und Schock machte sich auf ihrem Gesicht breit. Sie begann dem Polizist klar zu machen, dass das gar nicht so sei, sehe sie aus wie eine Verbrecherin und dass sie außerdem „four hungry kids“ in ihrem Wagen habe, und dass das mehr als unhöflich sei.
Nach langem Trara und einer ausführlichen Wageninspektion ließ der Polizist uns also wieder fahren, meine Tante noch völlig außer sich.

Das war ein echtes Highlight für mich gewesen. Bei mir war sonst nie irgendein Verwandter oder Bekannter als potenzieller Verbrecher abgestempelt worden.


Bizarres/Komisches, Retrospektive 4 Kommentare
22. August 2006

Äußerst bedenklich?

Ich frage mich, mit welchen Worten ich meine Gefühle beschreiben soll, jetzt, nachdem ich Tokio Hotel unter den Weekly Top Artists auf Platz 5 meiner last.fm-Liste gefunden habe…


Bizarres/Komisches 5 Kommentare