Damals, als meine Geschwister und ich gerade so weit waren, dass wir schreiben konnten und uns ein wenig Allgemeinwissen angeeignet hatten, spielten wir oft mit meinem Vater „Stadt, Land, Fluss“.
Neben den berühmten Spalten „Stadt“, „Land“ und „Fluss“ gab es auch noch „Pflanze“, „Tier“ und „Musikgruppe/Sänger“. Manchmal ließen wir den Fluss auch weg, der Einfachheit halber.
Beim Buchstaben „S“ in der Spalte „Musikgruppe/Sänger“ hatte mein Vater grundsätzlich „Schweißfuß“ stehen. Er bestand beharrlich darauf, dass es diese Band gäbe, doch wir schüttelten stets den Kopf und ließen die Punkte nicht gelten.
Gestern hatten wir es beim Mittagessen wieder davon … und als mein Vater meinte, wir seien doch so internetaffine Menschen und da „stünde doch sowieso alles drin“, nahm sich das Mr. I zu Herzen, und googelte nach „Schweißfuß“. Und tatsächlich. Über diese Band gibt es sogar einen Wikipedia-Eintrag. Ich kann es immer noch gar nicht glauben.
Echt bitter, wie viele Punkte mein Vater bei diesem Spiel wohl bis jetzt verloren hat, weil wir ihm nie glaubten. Noch bitterer ist, dass wir uns das ganze Leben lang anhören dürfen, wie Recht er doch hatte.
Jul
06
Wer wissen will, wie mein Wochenende war: Mein persönliches Highlight war mein Sprung durch die Hecke, der gar nicht als Sprung durch die Hecke geplant war, sondern als Sprung-in-die-Hecke-und-Abprall-Sprung.
Konnte ja nicht ahnen, dass die Hecke nur knapp zwanzig Zentimeter dick war … war jedenfalls völlig verwirrt, als ich plötzlich nach ’nem halben Salto auf der anderen Heckenseite neben einem Teich lag.
Gestern sollte ich von der Agentur aus ein Unternehmen anrufen, das uns bis vierzehn Uhr für unseren Stand fürs Heusteigviertel-Fest ein paar Dinge liefern sollte – die aber nach vierzehn Uhr lange noch nicht da waren. Ich bekam einen Ordner mit Auftragsbestätigungen (oder ähnlichem) in die Hand gedrückt mit dem Hinweis, dass die Nummer, die ich anrufen sollte, dort draufsteht.
Ich bin hier die Einzige ohne Telefon. Also musste ich mich mit dem Ding erst mal bekannt machen. Wählte eine Null vor, und los ging’s. Ich wählte, und es tutete. Gleichzeitig klingelte es durch die ganze Agentur. „Komisch“, dachte ich mir. „Dass da jetzt gleichzeitig einer anruft!“ Ich lege also auf. Und das Klingeln war auch weg.
Dann probierte ich das Ganze noch mal. Es tutete. Und klingelte wieder durch die ganze Agentur. Und dann hatte ich plötzlich einen meiner Chefs in der Leitung. Hab ihm dann klar gemacht, dass ich eigentlich gar nicht mit ihm reden wollte.
Zufällig kam ein Kollege vorbei, und ich zog ihn zu Rate. Er meinte, ich solle ihm die Nummer diktieren.
Ich: „0 – 7 – 1 -1 – …“
Kollege U.: „Du weißt schon, dass das unsere Nummer ist?“
Ich: „Oh.“
Da merkt man mal, wie viel ich mit dem Telefon zu tun habe. Ich kenne nicht einmal unsere eigene Nummer.
Ausnahmsweise mal Küchenpapier gekauft. Damit konnte ich dann auch gleich die Sauerei aufwischen, die ich verursacht habe, weil ich meinen schweren Zwei-Liter-Eistee auf die Sahne hab fallen lassen, während ich den Rest in meine Tasche geräumt habe.
Da kommt fährt man mal wieder von Stuttgart in die ursprüngliche Heimat, und dann sagen die doch alle ganz empört zu mir, ich solle aufhören „so hochdeutsch“ zu sprechen.
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