Da ich die Ehre hatte, eine Karte für das heutige Kiss-Konzert zu bekommen, habe ich mich in mein rotes Kiss-mit-Original-“Nazi“-Logo-Shirt, meine rote Hose und Schuhe geworfen, um mich mit den schwarzen Rockern vor der Schleyer-Halle in Stuttgart zu identifizieren.
Sehr bemerkenswert fand ich auch, dass viele Fans sich aus Liebe zur Band ihre Motörhead-, Manowar- oder (uh!) Lenny-Kravitz-Shirts angezogen haben. Das ist wahre Verbundenheit.
Gegen acht Uhr ging es also los. Eine starke Vorgruppe, die Masse jubelte. Nicht. Und dann … alles dunkel … der Sprecher … die Masse tobt! Eine der erfolgreichsten Bands kommt auf die Bühne und geht ab wie Schnitzel! Da hat’s gefetzt und gebummst, gebrannt und gefunkt. Das war mein Marianne-Rosenberg-Konzert damals mit zehn ein Scheißdreck dagegen!
Aber nun mal wieder ernst werden.
Da das eigentlich nicht meine gewohnt Musik war/ist, konnte ich natürlich auch fast keines der Lieder mitsingen. Ich habe anstatt der ganzen Songtexte einfach mal das „Lorem ipsum …“ auswendig gelernt und das quasi als Lückenfüller benutzt. Obwohl man die Refrains der Songs eigentlich weniger Sekunden raushatte, weil sie sich immer irgendwie wiederholt hatten.
Und obwohl ich nie etwas mit dieser Band zu tun hatte, und nur den Standard-Klassiker („I was made …“ – ihr wisst schon) mitsingen konnte, hat sich das Konzert allein schon wegen der ganzen Soli gelohnt, die die Band hingelegt hat. Als der Drummer (Wikipedia hilft: Peter Criss) mal eben zehn Minuten auf seinem Schlagzeug herumgetrommelt hatte, dachte ich, er explodiert gleich und ihn zerfetzt’s in zig kleine Stückchen und … Aber das Schlimmste und Blutigste war tatsächlich nur diese Pseudo-Blutspuckerei des Bassisten Gene Simmons, der sich schon die zwei Stunden davor mit seiner langen Zunge das ganze Kinn vollgesabbert hat, und die Schminke quasi um den Bereich völlig umsonst war.
Und jedes Mal wenn die kreischenden Fans ihre Arme hoben um zu jubeln, freute ich mich, dass irgendwer das Deodorant erfunden hat.
Sehr lohnenswert jedenfalls, doch. Muss ich ehrlich zugeben, hätte ich ja nicht erwartet. Würde ich auf jeden Fall noch mal hingehen, dann auch mit echten Songtexten und Schminke. Und das nächste Mal würde ich mich auch nicht mehr in die Nähe eines Kotzenden stellen. Hätte fast mitgekotzt, kann das nämlich echt nicht riechen.
Alles für den Rock‘n'Roll!
Der Beitrag wurde am Donnerstag, den 19. Juni 2008 um 01:08 Uhr veröffentlicht und wurde unter Retrospektive abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf deiner Seite einrichten.
15 Reaktionen
Mein Kollege war gestern auch auf dem KISS-Konzert. Ich bin gespannt, was er erzählt. Er hatte ja einen Sitzplatz… 
um 10:57
Iiiiiiiiii looooooooooooooooovveeeeeee Rock‘n'Roll, just put another dime in the jukebox babe … *lalala*
Kiss. Wesentlich besser als Wir sind Helden schonmal. Vielleicht besteht ja noch Hoffnung. Eine Frage hab ich aber: Alleine zum Konzert? Was gehtn ab?
Die sind so peinlich. und die musik ist so trashiger pop. Lustig. ich glaub denen ist die kohle ausgegangen, daß die sich schon wieder in diese Outfits schmeißen und ihre ollen kamellen nochmal aufbraten. Und soli werden überschätzt. Lemmy Kilmister sagt: ein Solo darf höchstens so lange dauern, wie das geräusch, das eine Bierflasche beim öffnen macht.
i was made for loving you baby, you were made for loving me! i cant get …
ok lassen wir das! wäre gerne dabei gewesen… man man man… die 3. erfolgreichte band aller zeiten (beatles und stones haben noch mehr platten verkauft wobei für meinen geschmack die beatles nicht so zählen) also die zweit erfolgreichte band aller zeiten neben den stones
gibts noch fotos?
Da haben ja die SS-Runen prima zum Veranstaltungsort – (Untersturmführer Hanns-Martin-Scheyer-Halle) gepasst. ![]()
um 14:16
Jenny: Sehr bemerkenswert fand ich auch, dass viele Fans sich aus Liebe zur Band ihre Motörhead-, Manowar- oder (uh!) Lenny-Kravitz-Shirts angezogen haben. Das ist wahre Verbundenheit.
Wieso es solche Menschen nur immer auf jedem Konzert gibt?! ich versteh das ja nicht…. aber naya vielleicht ist das rock‘n'roll^^
auf jedenfall hoffe ich mal auf eine wort- und gestenreiche Beschreibung am Samstag 
Jenny: Eine starke Vorgruppe, die Masse jubelte. Nicht.
mochten die from first to last nicht?
allein wegen denen lohnt sich sowas doch schon, kiss wären mir dabei egal gewesen
aber solange es spaß gemacht hat ist ja alles gut :]
Henning:
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Da fehlen sogar dem Henning die Worte – unglaublich.
Zuckerbäckerin: Er hatte ja einen Sitzplatz…
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Opa!
beeblebrox: Eine Frage hab ich aber: Alleine zum Konzert? Was gehtn ab?
Ich war nicht alleine.
bogus:
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tux: gibts noch fotos?
Nö … aber selbst wenn, hätte man eh nicht viel gesehen, da ich eigentlich alles nur über die Leinwand verfolgen konnte.
Zfen: Swx and the City, KISS … Wechseljahre?
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„Swx“ … Du auch?
Matthias: Cool, ein KISS Konzert ist sicher spaßig.
Auf jeden Fall.
Marc: Da haben ja die SS-Runen prima zum Veranstaltungsort – (Untersturmführer Hanns-Martin-Scheyer-Halle) gepasst.
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In der Tat.
Mona: auf jedenfall hoffe ich mal auf eine wort- und gestenreiche Beschreibung am Samstag
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Ich werde tanzen und singen …
beta: mochten die from first to last nicht?
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Die hießen „Cinder Road“.
Ansonsten wartet man ja eigentlich auf die eigentliche Band, da will man doch nichts von der Vorgruppe wissen.
Jenny: Die hießen „Cinder Road“.
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ich frag mich gerade, welches kiss-konzert das denn dann war, das fftl supportet haben o.o
beta: ich frag mich gerade, welches kiss-konzert das denn dann war, das fftl supportet haben o.o
Helmüt: … hattest du dieses Mal jemanden dabei, nicht so wie beim Helden Konzert.
Hm, nein, ich war bei jemandem dabei. Bei mir geht keiner mit. 
Das wusste ich ja gar nicht, dass Du so ne harte Rockerbraut bist! Mannomannn… aber gut, dass Du KISS verlinkt hast, die meisten werden sicher dabei nur an Bravo und Dr. Sommer denken. 
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