Wenn der Regen aufs Dachfenster trommelt, muss ich an Bananen denken. Das war schon immer so. Seit ich klein bin. Keine Ahnung, warum.

(Boah, mit was für Gedanken ich mich um diese Uhrzeit herumschlage. Dabei habe ich eigentlich schon geschlafen. Bis um 1:17 Uhr. Da habe ich einen Anruf bekommen. Abgesehen davon sehe ich so schlecht … irgendwie treffe ich die Tasten aber auch ohne Kontaktlinsen, trotz jeder Weigerung, das Zehn-Finger-System zu benutzen. Nächtliche Höchstleistungen sind das … und je länger ich den Text wiederholt durchlese, desto undeutscher klingt er. Ich sollte schlafen gehen.)

Ein Kollege hat mir vorhin erklärt, wie ich von der Agentur zur nächsten Post komme. Bin also raus, einmal im Kreis gelaufen und wieder am Startpunkt angekommen. Mach jetzt erst mal Mittag.

Aber immerhin habe ich während meines kleines Rundgangs die Straße entdeckt, nach der mich vor kurzem eine junge, schlecht Deutsch sprechende Japanerin gefragt hat. Und die ist nur eine Straße von der Agentur entfernt.

Man lernt ja nie aus.

Ich bin gestern erst mal heimgekommen, und war heilfroh, dass Mitbewohner F. von Reis auf Tiefkühlpizza umgestiegen ist. Deswegen hab ich mich hingelegt, mir ’ne Pizza aufn Rücken geworfen und meinem malträtierten Körper etwas Erholung gegönnt.

Ach ja, falls sich wer wundert: Ich habe Sonnenbrand. Immer noch. Also, seit gestern. Das ist ein sehr seltenes Phänomen bei mir, deswegen dachte ich gestern beim Kochen auch, dass die Herdplatte an ist. Als das Wasser aber nach zehn Minuten immer noch nicht gekocht hat, ist mir aufgefallen, dass die Platte gar nicht an war, sondern nur mein Arm heiß. :nixwiss

Aber zurück zum Ort des Peins: dem Pfingstmarkt in meinem kleinen Dörfchen. Morgens um zehn bin ich schon aufgestanden. Da war sogar der Hamster meines Bruders noch wach, dessen selbstgebautes Gehege größer als mein Zimmer ist.
Die Autos haben schon am Ortsende geparkt, weil im Ort kein Platz mehr war oder eben Parkverbot. Ich glaube, der Pfingstmarkt ist neben dem Faschingsumzug eines der bestbesuchtesten Feste hier im Dörfchen, da kommen alle von sehr weit und teilweise auch schon sehr früh her, um alten Trödel zu ergattern, ist also eine sehr gute Einnahmequelle für alle Vereine und Kruscht-Verkäufer. Sonst kommen die Leute nur samstags zu unserem heiß begehrten Bäcker, bei dem man dann noch völlig umsonst in zwei Minuten den neuesten Klatsch und Tratsch mitbekommt.

Warum hier so viele herkommen ist eine berechtigte Frage. Also ich persönlich komme ja, um zu essen … :nixwiss Aber das wird nicht der Grund sein, der auf die Mehrheit der Besucher zutrifft.
Es gibt hier seit zig Jahren eigentlich immer das Gleiche, und immer am selben Standort. Wenn ich also heute auf den Markt gehe, weiß ich genau, wo der Mensch seinen Stand mit seinem sehr genialen Obstschäler stehen hat, den er den alten Omas seit Millionen von Jahren erfolgreich andreht. Ich kenne jeden Pommes-Stand (und wo sie am günstigsten und am teuersten sind, wo sie am besten schmecken und wo nicht), weiß, wo man Klobürsten herbekommt, Schmuck, Handtaschen, Dekozeug, Reizwäsche, Hundefutter, Socken, Kruscht … und wo das Karussel steht. Ich bin jedes Jahr auf diesem Markt. Ich kenne ihn in- und auswendig.

Nun ja, bin also gegen elf Uhr morgens mit meinem Vater, der mit der Musikkapelle bis zwei Uhr mittags spielen sollte, zum Rathaus gelaufen, und hab mich mit meinen Pommes und der Cola auf die sonnige Bierbank gesetzt – ganz vorne hin, in die Groupie-Abteilung, deren Durchschnittsalter um die sechzig war – und hab den Märschen und Polka gelauscht. Drei Stunden. Nach drei Stunden ist mir dann aufgefallen, dass ich unnatürlich rot bin und mich als Grill für rote Würste anbieten könnte. Muss ja immer Wege finden, an Geld zu kommen. Angeborenes wirtschaftliches Denken. Niiicht.

Und weil ich ja so überhaupt nicht das Sonnenkind bin, habe ich auch keine Sonnencreme zu Hause. Und weil der Sonnenbrand nicht genug war, bin ich eine Stunde mit dem Hund Gassi. Barfuß. Und hatte zusätzlich Blasen an den Fußsohlen. An beiden. Und jetzt bin ich körperlich eingeschränkt und habe komische rote Muster auf der Haut. Ich finde, das ist ein sehr guter Start in die beginnende Arbeitswoche.

Habe mein Geld dann heute mal in Sonnencreme investiert, um so etwas in Zukunft zu vermeiden. Sehr sinnig, wie ich finde. (Sinniger als sein Geld auf dem Trödelmarkt rauszuwerfen. Hab tatsächlich nur (Papas) Geld für Pommes, Cola und ’n Spezi ausgegeben.) Sonnencreme kann man bei dem Wetter ja nie genug haben. Ist für Kinder, Lichtschutzfaktor 40. Sollte reichen.

Und die Packung bis zum nächsten Pfingstmarkt. Hoff ich. Muss ja Geld sparen. Angeborenes wirtschaftliches Denken. Niiicht.

Da es unter der Woche echt verdammt schwer ist, nach dem Arbeiten noch genügend Sonne abzubekommen, habe ich das Wochenende voll ausgenutzt.

Am Samstagmorgen erst mal eine Runde auf den Balkon gelegen, mittags eine Runde an den Neckar geflaggt, bisschen herumgelaufen („Vanja Du Nutte“ hat übrigens Zuwachs bekommen) und abends dann auf einem Geburtstag gewesen, der auch draußen stattfand.

Heute fahre ich nach Hause zu meinem Vater, um halb zehn ist dann noch ein kleines Wiedersehen mit zwei ehemaligen Klassenkameradinnen und am Montag ist Pfingstmarkt, das beste Fest in meinem kleinen Dorf. :freu
Und da das Wetter am Montag auch so schön sein wird, freue ich mich umso mehr, mit meinen Pommes und meiner Cola auf Bierbänken sitzen zu können und den Klängen der Blasmusik lauschen zu dürfen. Vielleicht kann ich auch Romy und Lars dazu überreden.

Absolutes Home-Feeling.

Der Klupo

Manchmal werde ich ganz nostalgisch, wenn ich in der Stuttgarter Gegend irgendwo ein Göppinger Nummernschild sehe. (Alte Heimat und so.) Heute aber war ich doppelt nostalgisch, denn dieses Auto mit Göppinger Kennzeichen kannte ich. Der Klupo (= Klo und Lupo, keine Ahnung, wer sich diesen Scheiß damals ausgedacht hat).

Wenn eine ehemalige Klassenkameradin mit ihrem Klupo quasi vor meiner Haustüre parkt, ohne zu wissen, dass ich hier wohne … Und wenn ich mir überlege, wie oft wir mit diesem Klupo zum Burger King gefahren sind, um Pommes zu holen …

(Ah. Nein. Ich werde melancholisch ..!)

Zufälle gibt’s.