So. Nach dem neulich erfolgreich überstandenen Frühjahrsputz von Mitbewohner S. hier nun ein paar Schnapsschüsse Schnappschüsse:
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Letztes Wochenende war ich daheim bei meinem Vater, was unter anderem auch daran lag, dass wir Besuch da hatten, den man nicht oft sieht. Was wiederum daran liegt, dass der Besuch aus Amerika kommt, und Flüge heutzutage nicht gerade günstig sind. Aber meine Tante und mein Onkel haben fleißig Punkte gesammelt.
So kam ich Samstag also an. Mein Onkel hat mich erst gar nicht erkannt, und stellte sich artig vor, bis er merkte, dass ich ja jemand bin, den er kennt (oder kennen sollte). Na ja, hab ich ihm jetzt auch nicht übel genommen. Das letzte Mal war ich auch ein paar Jahre jünger und hatte nicht so viel Metall im Gesicht. Ich kann mich aber noch auch an die Zeit erinnern, als mein Onkel noch braunes Haar hatte … aber man wird halt auch älter mit dem Alter, ne.
Immerhin hat mich meine Tante gleich wieder erkannt. Meine Tante sieht – im Gegensatz zu meinem Onkel – immer noch gleich aus. Das tut sie allerdings schon seit vierzig Jahren. Sagt zumindest mein Papa, und der muss es ja wissen. Meine Tante spricht auch relativ gut Deutsch Schwäbisch. Das Vokabular meines Onkels beschränkt sich lediglich auf „Allmachtsdackel“, „ja“ und „noi“.
Meine Tante kauft nach Ankunft in Deutschland immer eine Kiste Volvic-Wasser. Damit kocht sie dann Tee. Das gewöhnt man sich wohl so an, wenn das Wasser aus dem Hahnen sonst immer nach Chlor schmeckt. Außerdem gibt es nur Landliebe-Milch. Und zwar aus Flaschen, keinesfalls Tetra Paks. Sehr wichtig. Wichtig ist auch der Sleepy-Time-Tee, der mit dem Bären drauf. Hab ich seit dem Wochenende jetzt auch. Trink ich immer morgens im Geschäft. Aber ich glaube, der ist eher für abends. Heißt ja auch Sleepy-Time-Tee und nicht Working-Time-Tee. Zumindest sollte man während der Arbeit nicht unbedingt sleepy sein.
Abends haben wir dann eine Runde Kniffel gespielt. Meine Tante hat das Spiel glaub ich überhaupt nicht verstanden. Trotzdem war sie letztendlich auf Platz drei von fünf. Und ich war Letzter.
Viel toller als Kniffel fand mein Onkel sein iPhone. Das hatte er dabei. (Ja, habe ich das dann auch mal gesehen, ne.) Interessanter war sein Jesus-Foto. Mein Onkel ist Gipser. Und nachdem er mal fertig war mit arbeiten, und auf den Boden schaute, den Gips sah und so Farben drauf, fotografierte er es. Als er das Farbmuster-Misch-Masch später betrachtete, sah er Jesus in dem Bild. Für mich sah das eher aus wie eine Kuh. Aber gut. Muss man wohl gläubig dazu sein.
Gut war, dass wir immer daheim gegessen haben. Weil das Essengehen mit meinem Onkel echt übel ist. Man startet an einem Restaurant, das ist dann grundsätzlich nicht gut genug, geht dann weiter von einem zum anderen und landet dann letztendlich doch wieder beim ersten Restaurant. Ich weiß nicht, ob es für dieses Verhaltensmuster eine Erklärung gibt, außer vielleicht eine sportliche. Aber ich muss ja auch nicht alles verstehen.
Am Sonntag bin ich dann nach Hause gefahren. Als ich mir eine Zeitschrift gekauft habe, die Verkäuferin mir einen schönen Tag wünschte, dachte ich erst, ich sei im Ausland. Bis ich gemerkt habe, dass ich ja in Deutschland bin und die da ja Deutsch reden. Passiert mir immer, wenn englischsprachige Verwandte da sind. Da fließt das Englisch quasi durch meine Adern, bis ich gar nicht mehr merke, dass ich eigentlich sonst immer Deutsch rede.
Jedenfalls war es mal wieder sehr schön, meine Tante und meinen Onkel zu treffen. Hoffe, das nächste Treffen findet etwas früher statt. Nicht erst wieder fünf Jahre später.
Und mein Regenschirm liegt in der Agentur. Was sagte ich gestern kurz vor Feierabend noch zu mir selbst? … Ach ja – genau. „Regenschirm mitnehmen? Nee. Regnet morgen doch eh nicht.“
Da kommt man nach Hause, und Mitbewohner S. macht Großputz. Das zerstört jetzt schon irgendwie mein ganzes Weltbild.
Muss unbedingt aufs Stuttgarter Frühlingsfest und rosa Zuckerwatte essen.
(Untertürkheim ist toll. Dank der S-Bahn-Fahrten weiß ich immer, wann der VfB in Stuttgart spielt und wann das Frühlingsfest und der Wasen ist.)
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