Ich war ja noch nie so pedantisch, dass ich Lebensmittel weggeworfen habe, nur weil sie kurz vor dem Mindesthaltbarkeitsdatum standen oder schon ein paar Tage abgelaufen waren. Vorgestern habe ich also auch die seit sieben Tagen abgelaufene Milch verbraucht, die zu allem Überfluss auch schon eine Weile geöffnet war.

Das Ergebnis war ein sehr schöner Tag danach, der sich bis zum späten Nachmittag die meiste Zeit auf der Toilette abgespielt hat. Kann ich echt nur jedem empfehlen, muss unbedingt auf die To-Do-Lebensliste drauf.

Fazit: In Zukunft immer schön pingelig sein, das kann einem schon den halben Tag retten.

Die Tauben wollen die Weltherrschaft an sich reißen! Zeugen berichten aus aller Welt von einem schrecklichen Aufstand der Tauben.

R., 22, aus W.: „Heute dachte ich wirklich ich hab während der Arbeitszeit getrunken. Alles fing harmlos an. Eine Messe stand an, das hieß Messestand ins Auto der Kollegin schaffen. Gesagt getan. Wir also zu dritt den Messestand ins Auto gehieft bzw. zu zweit. Dann ich hab brav den Karton mit den Messearikeln gehalten (war wirklich Schwerstarbeit!). Dann geschah es!
Irgendetwas fiel vom Himmel und direkt in meinen Karton. Um uns herum überall Tauben. Der erste Gedanke: Ach du Kacke! Ja, wortwörtlich. Ich dachte, ich heiße nun nicht mehr Mädchen für alles, sondern Mädchen für Taubenkacke. Aber so war es nicht. Meine Kollegin stellte, schlau wie sie ist, fest, dass es sich um Brotkumen handelte. Ich mein, klar, Leute schmeißen Brotkrumen vom Fenstersim, damit die Tauben, die ja nicht schon fett genug sind, wohl genährt werden. Aber so war es nicht. Denn als ich nach oben blickte, und eigentlich eine ältere Dame vermutet hatte (oder die Kreuzworträselady, aber das ist eine andere Geschichte) sah ich es! Es war keine ältere Dame. NEIN! Es war die Taubenanführerin die vom Fenstersim Brotkrumen an seine Anhänger verteilte! Ich fand das echt schockierend … Vorallem, wenn ich es nicht besser wüsste, hätte ich vermutet, dass die Taube hämisch gelacht hat …“

Jenny, 22, aus S.: „Völlig konzentriert saß ich an meinem Arbeitsplatz. Ich starrte auf meinen Mac, meine Arbeit, als sich plötzlich rechts von mir etwas bewegte. Das ist sehr seltsam, denn rechts von mir gibt es nichts, das sich wirklich bewegen könnte, schließlich befindet sich dort nur mein Fenster, und das im vierten Stock.
Doch ich wurde dieses Beobachtungsgefühl nicht los. Und dann sah ich es! Eine Taube. Sie saß auf dem Fenstersims und schaute von außen durch das Fenster. Sie gurrte mir zu und wackelte mit ihrem Kopf, als sie den Fenstersims entlang ging. Ich hatte ein mulmiges Gefühl in der Bauchgegend. Wahrscheinlich das Laugenbrötchen von heute Morgen. Ich hatte das Gefühl, sie wollte mir etwas sagen, etwas Bedeutendes. So was wie … „Ich bin Jesus!“ oder „Den Yeti gibt es wirklich!“ – Aber nichts dergleichen geschah. Dann breitete sie ihre Flügel aus und flog davon.“

Wie wohl fast keiner von Euch weiß, bin ich ein großer Fan der Band „Wir sind Helden“. Und weil das so ist, hat mir meine Mama letztes Jahr zum Geburtstag für den 19. April 2008 eine Karte für das Konzert in Augsburg geschenkt (an dieser Stelle noch mal ein großes „Danke, Mama!“). Und da hier in meiner näheren Umgebung niemand, ja, NIEMAND diese Band sonst regelmäßig hört, bin ich dort auch alleine hin.

Angekommen Punkt neunzehn Uhr an der Kongresshalle fühlte ich mich deshalb auch etwas deplaziert. Wahrscheinlich sah ich so deprimiert aus, dass die jungen Damen mir – nach Entwertung der Eintrittskarte – einen Glückskeks angeboten hatten. Dafür sollte ich lächelnd den Glückskeks in die Kamera halten. Nach dem Foto verabschiedeten sie mich mit den Worten: „Na, glücklich sieht aber anders aus!“ Dabei habe ich mein Bestes gegeben. :nixwiss

Gegen neunzehn Uhr zweiundzwanzig war ich in der Halle. Die Halle war sicherlich nicht groß. Es wirkte dadurch aber alles irgendwie familiär. Vor allem weil die Fangemeinde aus stinknormalen Leuten bestand. So richtig normal. Normal! Keine Emos, keine Gangster, alles stinknormale Leute. (Die eine Frau da, die zu der Helden-Musik wie auf House-Musik getanzt hat (!), zählt nicht mit!) Ich meine … hallo? Wo gibt es das heute noch? Man muss sich ja da draußen nur mal umschauen. Das war er. Der Platz meiner heilen Welt. Ich wusste, dass ich ihn irgendwann finden würde! Hach.

Um acht kam dann die Vorband. Keine Ahnung, wie die sich nannten, ich glaube die kamen aus Paris, weiß ich aber auch nicht mehr sicher. Sangen aber auf Englisch. Das klang ganz gut. Aber so bald die anfingen zu sprechen, war da nix mehr zu verstehen. Franzosen und Englisch. Passt ja auch mal gar nicht zusammen.

Nachdem die Vorband einige Songs performt hatte, war es dann so weit … nach einer weiteren halben Stunde kamen endlich die Helden auf die Bühne. Und ich will dazu auch eigentlich gar nicht viel sagen, … außer: Es war so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Einfach sympathische, witzige Menschen, super Stimmung und alles, was dazugehört. (Und die Judith, die redet ja sooo niedlich, hihi!) Zwei Stunden live super Musik. – Gut, zugegeben, die letzten fünf Minuten habe ich nicht mehr wirklich mitbekommen. Weil ich plötzlich das Gefühl hatte, dass ich dem kleinen Jungen vor mir gleich über den Kopf kotze und dabei ohnmächtig werde, so voll multitaskingmäßig. Multitasking in allen Ehren, aber bin ich dann erst mal raus aus dem warmen, stickigen Saal und hab mich körperlich regeneriert und danach gleich mal mein restliches Geld für ein T-Shirt und ein Poster ausgegeben. Jetzt bin ich bis zum nächsten Gehalt zwar so was von illiquid, aber immerhin habe ich etwas zum Anziehen.

Nach dem Fast-Zusammenbruch bin ich dann auch los zum Augsburger Hauptbahnhof, setzte mich bis zur Abfahrt meines Zuges nach München auf eine beheizte (!) Steinbank und philosophierte über die Eingangshalle des Hauptbahnhofs. Warum da die Steinbänke beheizt sind und so. Echt luxuriös.
Ich hätte da einschlafen können, so gemütlich war’s. Aber wie das eben so ist im Leben, hält man sich selten lange an den schönen Plätzen des Lebens auf, und deshalb bin ich ab zu meinem Zug, steige ein, völlig zufrieden. So saß ich dann da … bis mir einfiel, dass ich mein Poster auf der schönen warmen Steinbank liegen gelassen hatte.

Völlig gehetzt schaue ich auf die Uhr. Vier Minuten. Würde ich das schaffen? Egal! Sporty Jenny sprintet also los, zurück, Richtung Eingangshalle (zumindest die ersten fünfzehn Sekunden). Dann lief ich nur noch schnell. Zur Bank. Poster noch da. Poster geholt. Zurück pseudo-gesprintet. In Zug gehechtet. Zug fährt los. Innerlich jubelnd. Scheiße aussehend. Egal, ich hab das Poster zurückerobert! Und als ich dann völlig fertig um ein Uhr bei meiner Mutter in München ankam, noch Dampfnudeln bekam, war ich wunschlos glücklich.

Heute ging es dann mit dem ICE zurück nach Stuttgart. Ein ICE ist schon was Cooles, finde ich. Hat sogar Radio und so. Deswegen habe ich bis Ulm Antenne Bayern gehört und als es dann wieder zurück nach Baden-Württemberg ging und alles rauschte, habe ich umgeschalten auf den Klassik-Sender wo die quasi alle Klassiker der Klassik abgespielt haben. Als Bolero kam hab ich mich gefreut wie Schnitzel. Weil wenn Bolero kommt, weiß man, es kommt tatsächlich die nächsten fünfzehn Minuten nur gute Musik, nämlich Bolero. Und als Bolero zu Ende war, war ich schon fast wieder daheim. Echt ’ne coole Sache.

Insgesamt war das ein sehr gelungenes Wochenende, und wenn die nächste Helden-Tour startet, bin ich ganz klar dabei! Ausgerüstet mit Kotztüte und einem Mini-Ventilator.

Ich war heute schon viel unterwegs: von Stuttgart nach Augsburg, mehrstündiger Zwischenstop, von Augsburg nach München. Morgen geht’s dann wieder von München zurück nach Stuttgart. Wenn ich nach Ankunft noch geistig in der Lage dazu bin, gibt es einen ausführlichen Bericht und sogar Bilder (in saumäßig schlechter Qualität, weil ich so gut im Fotografieren bin – lohnt sich also unbedingt, den Beitrag zu lesen/anzuschauen). Ansonsten ist der Inhalt des Berichts: Meine unglaublichen sportlichen Fähigkeiten und meine unglaublich positive Ausstrahlung. Da helfen auch Glückskekse nicht mehr – aber trotzdem: danke.

So, und jetzt geh ich ins Bett. Gute Nacht!

Wenn man sich zwei Tage lang die Haare nicht kämmt, sieht man gleich viel natürlicher aus.