Der vorgestrige Tag begann so gut. Nämlich mit dem Gehalt. Und weil ich mich schon den ganzen Tag von Salzstangen und grünen Bohnen ernährt hatte, dachte ich mir, muss mal wieder was Richtiges her. Also bin ich um kurz nach halb acht los zum Aldi, um mir zwei Packungen Knuspertaschen und eine Packung Pommes rauszulassen, plus Ketchup.
Zu Hause angekommen, überglücklich und sehnsüchtig die Knsupertaschen in der Tasche anstarrend, starrte ich auf die Tür und mir fällt auf, dass da doch was fehlt. Nämlich mein Schlüssel.
Blöderweise hat mir diesmal auch keiner aufgemacht. Da stand ich also, mit meiner Tiefkühlkost und Ketchup in der Tasche, und keiner machte mir die Türe auf. Hab dann bei der netten Dame im ersten Stock geklingelt, um wenigstens in den Hausflur zu kommen. Dort stand ich auch gut. Nach mehrmaligem Klingeln hat mir leider immer noch keiner geöffnet. Nachdem ich angerufen habe, auch nicht.
Kurz nach acht. Ich habe es mir inzwischen auf dem Hausflur vor der Türe gemütlich gemacht und einigen Leuten via SMS von meinem Leid erzählt (wenn man nichts zu tun hat wird man ziemlich kommunikativ (es gingen rund zwanzig SMS drauf für den Abend)). Da saß ich nun, die Taschen voll mit Essbarem, im Hausflur, und hatte Hunger. (Welch Ironie des Lebens.) Also, dachte ich mir, bestell ich mir doch erst einmal eine Pizza.
Den Flying Pizza-Service in Wangen kenn ich, weil der Flyer mal in der Toilette herumlag. Ich mag den Pizza-Service. Das liegt unter anderem daran, dass die sich als Erste nicht über die Türkenstraße-in-Untertürkheim-Sache lustig gemacht haben. Das hat denen richtig viele Bonus-Punkte verschafft. Abgesehen davon … kenne ich hier auf die Schnelle keinen anderen Pizza-Service. Also dachte ich mir, ich bestellt dort was.
Die Nummer habe ich dann vom tux bekommen. (Danke noch mal dafür.) Ich habe mir folglich erst mal eine Vier-Käse-Pizza rausgelassen. (Also, im Eigentumsvorbehalt sozusagen, ohne die Sache schon zu haben. Wobei das dann auch kein Eigentumsvorbehalt ist. Gilt das überhaupt bei Sachen wie Pizza (im Restaurant oder so)? Wieso komme ich überhaupt auf Eigentumsvorbehalt? (Ach, ist ja auch egal! (WG prägt.)))
Kurz nach halb neun. Meine Mutter hat mich angerufen, und wollte mich dazu anstiften, böse Verbrecher-Tricks auszuprobieren, wie zum Beispiel die EC-Karte zwischen Tür und Türrahmen zu schieben. Ich hab sie gerügt, wie so so etwas vorschlagen könne, sei ja nicht gerade rechtmäßig. Dabei habe ich das davor schon ausprobiert, allerdings mit meiner AOK-Karte, die jetzt ziemlich mitgenommen aussieht. Gebracht hat das alles aber nichts.
Nachdem meine Mutter mich angerufen hat, hat der Henning angerufen, der meinte, er kommt mal vorbei. Da hatte ich natürlich nichts dagegen, schließlich mag Henning kein Käse, und würde mir deshalb auch nicht meine Pizza wegessen.
Kurz nach neun: Henning kommt an. Etwas später der Pizza-Mann mit meiner Pizza. Ich freute mich tierisch, vor allem, weil ich dann quasi gleich noch ein Mittagessen für den nächsten Tag hatte. Schließlich habe ich die Pizza nicht ganz gegessen, ausgefuchst wie ich bin.
Kurz vor zehn Uhr. Hoffnung aufgegeben, dass noch jemand kommt. Ich habe mir deshalb bei meinem persönlichen Obdachlosenheim eine Übernachtungsmöglichkeit verschafft und meine Tiefkühlkost verstaut. Hier noch mal vielen lieben Dank an meine persönliches Obdachlosenheim!
Am nächsten Tag rief ich ab elf Uhr morgens in regelmäßigen Abständen zu Hause an. Etwas später, als ich die Hoffnung mit dem Telefon aufgegeben habe, schrieb ich eine Mail an Mitbewohner S., wann er denn zu Hause sein würde, um mir die Türe zu öffnen. Mitbewohner S. schrieb mir auch prompt und sachlich zurück.
Kurz nach halb sieben am Abend. Ich habe Glück. Ich bin wieder in meinem Zimmer! … Mitbewohner S. erzählt mir, er sei den Tag davor die ganze Zeit zu Hause gewesen. Ich war aber zu glücklich, um ihm böse zu sein und ihm vorzuwerfen, dass er mal ganz derbe auf seinen Ohren saß. Ich saß ja gestern schließlich auch ganz derbe auf meinem Gedächtnis. Und: Man muss auch verzeihen können.
Abschließend kann ich nur meinen Papa zitieren. Der sagt immer zu mir: „Was man nicht im Kopf hat, das hat man in den Füßen.“ Und ich finde, da hat er wie immer Recht.
Der Beitrag wurde am Freitag, den 25. April 2008 um 21:46 Uhr veröffentlicht und wurde unter Retrospektive, Ärgernis abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf deiner Seite einrichten.
15 Reaktionen
dann hast du ja gut was erlebt in der zeit und verhungert bist du auch nicht – dann ist ja alles gut :]
um 09:03
Schlüssel vergessen. Du Schussel.
Aber irgendwie habe ich sowas geahnt, wenn auch nicht genau gewußt wie die liebe Helmut. Solange du nicht draussen im Regen kampieren musstest und insgesamt nochwas erlebt hast, zieh am besten Folgendes Fazit: Wieder was gelernt und ohne größere Schäden überstanden – perfekte Menschen sind schließlich langweilig. 
*löl* na dann pass auf das dir das nicht dieses jahr zu silvester passiert. ach im übrigen habe ich zum beispiel einen zweitschlüssel vorm haus versteckt, falls ich meinen vergesse!
zum sind meine Elter in 5 Minuten zu Fuß erreichbar. ist mir, bzw. meinem Schatz auch schon passiert. Einmal bin ich dabei mit ner Leiter und einem gekippten Fenster selber bei mir eingebrochen
Geht problemlos und seit dem schließe ich die Fenster wenn ich die Wohnung (hoffentlich mit Schlüssel) verlasse.
um 14:38
Wer noch nie vor der eigenen verschlossenen Haustür stand, hat was verpasst in seinem Leben
um 17:59
jeannie: Wer noch nie vor der eigenen verschlossenen Haustür stand, hat was verpasst in seinem Leben
sehe ich genauso. und perfektionisten sind langweiler.
als ich mich mal ausgeschlossen hatte, bin ich über vordach und balkon in die wohnung im 2. stock geklettert. glücklicherweise war sommer und die balkontüre offen. ansonsten kann ich nur warnen: schlüsseldienste sind teuer, besonders an wochenende und feiertagen 
Mensch das kenn ich irgendwoher.
Bei uns ging es aber mit der EC Karte 
Praktisch aber auch etwas beängstigend wie schnell unsere Tür aufgeht Ô.o
@ Anna: Oh ja XD das hatte ich auch schon… und mein Dad hatte die Tür mit einen zug der EC-Karte auf
*angst* aber ich glaub das passiert so gut wie jeden (der die zuzieht) abschließen hilft aber dagegen 
WoW soviel erleben manche Leute in ihrem ganzem Leben nicht wie du in zwei Tagen^^
und hat die Pizza am nächsten Tag noch geschmeckt ?
Henning: Ich hab übrigens meinen Schlüssel eigentlich immer in meiner Jackentasche.
Ich habe zur Zeit recht selten Jacken an.
beta: dann hast du ja gut was erlebt in der zeit und verhungert bist du auch nicht – dann ist ja alles gut :]
Richtig!
Kathi: *löl* na dann pass auf das dir das nicht dieses jahr zu silvester passiert.
Hatten wir auch schon, allerdings nicht die Haustüre, sondern die zur Wohnung. Ich glaube, wir haben die Scheibe aus der Türe genommen.
beeblebrox: Wieder was gelernt und ohne größere Schäden überstanden – perfekte Menschen sind schließlich langweilig.
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So sieht’s aus.
Helmüt: Mensch kenn ich den Pansen gut
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Das macht mir Angst. Ziemlich sogar.
TiCar: zum sind meine Elter in 5 Minuten zu Fuß erreichbar.
Bei mir wär’s etwas weiter.
Gott sei Dank wohne ich in einer WG!
jeannie: Wer noch nie vor der eigenen verschlossenen Haustür stand, hat was verpasst in seinem Leben
Definitiv.
krisz: ansonsten kann ich nur warnen: schlüsseldienste sind teuer, besonders an wochenende und feiertagen
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Danke für den Tipp.
Anna: Praktisch aber auch etwas beängstigend wie schnell unsere Tür aufgeht Ô.o
Ich hab mal gesehen, wie einer mit einem Löffel die Türe aufgemacht hat. DAS war echt beängstigend.
Sayuri: *angst* aber ich glaub das passiert so gut wie jeden (der die zuzieht) abschließen hilft aber dagegen
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Schätze auch, dass das am sichersten ist. Nervt aber wenn man zu dritt zusammenwohnt und man immer die Türe aufschließen muss beim Reinkommen.
Resistant-X: und hat die Pizza am nächsten Tag noch geschmeckt ?
Besser als am Vortag. 
Resistant-X: und hat die Pizza am nächsten Tag noch geschmeckt ?
Die schmeckt sogar drei Tage später noch lecker.
Der Flying ist übrigens eine Minute von mir entfernt. Samstags gibt es immer Party-Pizza für zwölf fünfzig. Nur so als Tip, falls du dich mal länger aussperrst. 
[…] Wrack. Notgedrungen ziehe ich auch ins Treppenhaus. Schön kühl, und seit ich mich damals ausgesperrt habe habe ich auch festgestellt, dass es da ganz gemütlich ist. Der Beitrag wurde am […]
[…] Minuten eingesperrt (so hilflos fühlte ich mich zuletzt, als ich mich mal wieder von daheim ausgesperrt hatte), habe ich ja auch nicht geahnt. Schön ist natürlich auch, dass wir das […]
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um 22:19
LOL Der war zu Hause als wir da vor der Tür saßen und über das Leben philosophierten?
Hauptsache jetzt ist wieder alles gut.
Ich hab übrigens meinen Schlüssel eigentlich immer in meiner Jackentasche. Das hilft zumindest solange es einigermaßen kalt draußen ist, weil ich dann nie ohne Jacke rausgehe. Demnächst wird der Schlüssel dann wohl wieder in der rechten Hosentasche Platz nehmen müssen.