… weiß man, was man daran hat.

Ich war ganz perplex, als ich die Google-Seite nicht erreichen konnte, und musste doch echt mal länger überlegen, was für andere Suchmaschinen es auf der Welt eigentlich noch gibt. :nixwiss

Dabei wollte ich nur nach Suppen-Rezepten googlen – und die bekommt man theoretisch auch ohne Google. Scheiß Gewohnheit.

Es gibt mindestens 18734 schönere Beschäftigungen, als bei irgendeinem Arzt abzuhängen. Und bei Ärzten war ich in letzter Zeit öfters. Beim Zahnarzt, bei Ken. Zu meiner Hausärztin hab ich es dennoch nicht geschafft, als ich mir Anfang Februar wie ein drei-Schachteln-pro-Tag-Raucher die Seele aus dem Leib gehustet und zwei große Lidl-Tüten übers Wochenende vollgerotzt habe. Nee, geht ja auch vorbei, ne. Braucht man kein Arzt.

Ich bin zumindest bei ’ner Erkältung nie zum Arzt gegangen. Wozu? Bisschen Schal anziehen, Tee trinken und gut ist. Hat bis jetzt auch immer ganz gut geholfen, abgesehen davon, dass ich eigentlich nie oft krank war in meinem Leben. Mein Immunsystem ist super. Hab als Kind vom Lande oft im Dreck und mit Gülle gespielt. Ich bin gewappnet fürs Leben da draußen.

… Aber als Stadtkind verweichlicht man ja.

In den letzten knappen fünf Wochen ging der Husten nie ganz weg. Anfangs entwickelte er sich zurück, war kurzzeitig auch wieder weg, trat dann eines nachts aus mir unbekannten Gründen auf einem Geburtstag Mitte Februar wieder auf. Seit gestern machte mein Ohr dann dicht, und ich lief völlig wahrnehmungslos gegen Wände und durch die Gegend. – Mann, was so ein Ohr sonst für eine Arbeit leistet! Ich konnte es kaum glauben.

Also bin ich heute auf zu meiner Hausärztin, die immer so freundlich ist, mich irgendwo zwischen ihre ganzen Termine zu quetschen. Sie schaute mir in das Ohr, in den Mund, faselte irgendwas von leichter Rötung und Mittelohrentzündung, schleimlösenden Mittel, verschrieb mir Antibiotika und drückte mir eine Überweisung und die Adresse für den Hals-, Nasen- und Ohrenarzt in die Hand. (Ich war das letzte Mal beim HNO-Arzt als ich sieben oder acht war. Und da auch nur, weil sich mein Bruder was in die Nase gesteckt hat, was nicht in die Nase gehört.) Da ging ich auch schnurstracks hin. Halbtaub laufe ich keinen Tag länger rum.

Dort angekommen (ich bin immer wieder begeistert von meinem sich immer weiterentwickelndem Orientierungssinn!) quetschte mich die Helferin sehr ungern noch morgens zwischen die ganzen Omas, aber ich meinte nur: „Ich hab doch Zeit.“ Und die Wartezeit war nicht wesentlich länger als die Stunde bei Ken, als ich auf dem Sofa im Behandlungszimmer eingepennt bin. Ich fühlte mich auch ganz wie bei Mama und Papa zu Hause, als ich nicht mit dem Nachnamen aufgerufen wurde, sondern mit „Jennifer, bitte räum doch die Spülmaschine aus!“.

Die Ärztin erinnerte mich mal wieder daran, welch seltsamen Wesen sie eigentlich waren. Hatte Züge einer bösen Hexe aus einem Märchen – mit diesem Ding, das sie um den Kopf geschnallt hatte (ihr wisst schon, dieses weiße runde Objekt mit Loch in der Mitte). Begrüßte mich auch gar nicht, schnauzte dann noch kurz die junge auszubildende Arzthelferin im ersten Lehrjahr an, bevor sie sich mir und meinem Ohr zuwandte. Befasste sich dann fix mit meinem Problem, spülte mir mein Ohr frei und meinte: „Na, wenn sie sonst nichts brauchen, dann entlasse ich Sie jetzt.“ Ich fühlte mich hörtechnisch wie neu geboren.

Dennoch sehe ich immer noch so aus wie ich mich fühle: einfach beschissen.

Mrz

01

 

Schön, wenn die Eltern das gleiche Geburtsjahr haben: Im Januar war die sehr gelungene 50er-Feier meines Vaters, heute die meiner Mutter. Ich mag runde Geburtstage: gutes Essen und die Fresskörbe, die man da grundsätzlich geschenkt bekommt. Ich durfte alles, was ich mochte mitnehmen, und musste zwei Wochen lang nicht einkaufen gehen.

Denn so unkonventionell die Feiern an sich auch sein mögen, die Geschenke bleiben irgendwie immer die gleichen: Fresskörbe und Sekt. Mein Vater könnte mit den Sektflaschen noch zig Silvester feiern.