nachdem ich jetzt relativ lange nichts mehr von mir hören ließ, wird es mal wieder Zeit. Dass ich wenig geschrieben habe, lag unter anderem daran, dass ich mir wegen diversen privaten Umständen eine neue Bleibe gesucht habe, was mit relativ viel Zeitaufwand und wenig Internet verbunden war. Letztendlich kann ich Euch sagen: nachdem mein Bruder fast von einer Stadtbahn umgenietet wurde, weil er an Stellen gefahren ist, an denen er nicht hätte fahren sollen, wir mein Zeug ausgeladen haben (wie kann man eigentlich fast gar nix haben und dann doch so viel!), bin ich doch gut in meinem neuen Zuhause angekommen, einer WG in Stuttgart-Untertürkheim, mit zwei männlichen Mitbewohnern. Einen kenne ich noch nicht mal, arbeitet zu sehr seltsamen Zeiten.

Seit Mittwoch wohne ich also hier.

Ausgefuchst wie ich ja so bin, habe ich mir natürlich auch den Weg von hier zur nächsten Stadtbahn auf vvs.de angeschaut, mir eingeprägt – und bin am nächsten Tag irgendwo im Nirvana herumgeschlappt. Zumindest dachte ich mir dann, als ich am Neckar ankam, dass da bestimmt keine Stadtbahnen fahren. Bin dann also in die entgegengesetzte Richtung gelaufen, las schon von weitem auf einer roten Backsteinmauer „Vanja du Nutte“ und fühlte mich schon viel zielsicherer. Ich habe dann die nächste Bahn gefunden und bekommen. Kam etwas zu spät zur Arbeit.

So schön ist die Strecke zur Arbeit leider nicht mehr, was unter anderem daran liegt, dass die Bahn durch den hässlichen Stadtteil Stuttgart-Wangen fährt. Urghs.

Von Untertürkheim selbst habe ich noch nicht viel gesehen. Ich weiß, dass fünf Minuten weiter weg das Rathaus ist, acht Minuten weit weg das Hallenbad und irgendwo daneben das Inselbad ist. Irgendwie so was wie ein Freibad mit Rutschen und Spaß und so. Ich müsste theoretisch mal abchecken, wo hier der nächste Aldi/Lidl ist, damit ich mir die wichtigsten Dinge kaufen kann: Ketchup und Zahnpasta. Eventuell auch noch einen Backofenreiniger, in dem Ding mach ich so keine Pommes. Und am besten auch noch etwas, womit man das Abflussrohr in der Dusche einigermaßen abflussbereit bekommt.

Mein Zimmer ist ziemlich klein. Glaube rund zehn Quadratmeter groß. Passte mein alter Schrank nicht rein. Habe keinen neuen. Lebe mometan aus dem Koffer, was Kleidung betrifft. Und aus Kartons, was alles außer Klamotten betrifft. Hab mein Regal vergessen. Muss ich noch holen. Und dem Mitbewohner klar machen, dass ich bohren muss, obwohl er es mir verboten hat. Na, wird schon.

Nächste Woche, eine Schulwoche (=Zeit), werde ich hier den Backofen putzen und den Staubsauger auspacken. Und das Bad putzen. Dann mit Parfum mein Revier markieren. Dann werde ich mich vielleicht heimisch fühlen.

Apropos heimisch fühlen: Egal wo ich wohne, irgendwie ist es immer das gleiche Gefühl. Wenn ich von hier ausziehe, werde ich es auch nicht bereuen oder dem nachtrauern. Ich habe bis jetzt keinem Heim nachgetrauert. Nicht mal wirklich dem, in dem ich fast einundzwanzig Jahre gewohnt habe. Nur den Menschen dort. Ich glaube, meine richtige „Heimat“ habe ich noch nicht gefunden. Oder ich bin einfach rastlos. So sicher bin ich mir da irgendwie nicht.

***

Trautes Heim …

8. Februar 2008 um 21:46 Uhr

Ego & I, Retrospektive, WG-Leben

23

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23 Kommentare

Jenny: wie kann man eigentlich fast gar nix haben und dann doch so viel!

Das kenn ich nur zu gut. Und das mit der Heimat geht mir auch ähnlich. Ich komm dich mal besuchen. :yes:


Hui das sind ja Neuigkeiten. Puh.
Das Inselbad ist übrigens direkt am Neckar. Ich bin
da häufig gelaufen, da hinten. :)


das mit dem backofen is doch gut… is doch fastenzeit ;)
aber das hört sich ja mal nich soo prickelnd an… aber ich glaub das wird schon.


in untertürkheim ist deutschlands profitabelste automanufaktur beheimatet.

viel glück in deinem neuen leben.


UT ist ganz nett – war da allerdings noch nie tagsüber :)
In der Nähe vom Rathaus ist doch meines Wissens auch das Kulturhäusle – wo gelegentlich mal nett Impro-Theater ist *grins*.

Und Wangen hat immerhin das LKA, wenn’s mal rockiger sein soll. Und S-Ost ist nicht mehr so weit, wo sich ein Großteil der Stuttgarter Kultur abspielt. Und Esslingen (Dieselstraße & SCobar).

Die guten Seiten machen Stuttgart schön.


Achherjeh du ärmste. Ich werd den stress dieses Jahr auch haben in eine eigene Bleibe ziehen zu müssen, da ich meine Ausbildung auch fertig habe, das wird noch spaßig… Aber dann hattest du ja mit viel aufwendigeren Problemen zu kämpfen als ich… wünsche dir alles gute… Hoffe die Männer sind wenigstens anständig wenn nich sagste denen kriegen se ärger mit den Bloggern ;) vor allem haue von mir. Ey immerhin hab ich mal einen gehaun der hatte ne Woche später noch nen Handabdruck im Gesicht :kls


Hört sich nicht alles so gut an :sad:
Aber du machst das schon


erstmal pommes machen, dann wird das schon werden ^^


Sollen wir dir ein Überlebenspäckchen schicken?


Hört sich wirklich nicht sooo gut an. Auf der anderen Seite, ich find ne Veränderung immer ganz gut. Irgendwie ist das ja auch wieder nicht schlecht für einen. Bin inzwischen auch in meiner wasweißichwievielten Bleibe und irgendwie entwickelt man sich zum Nomaden. Meine Erfahrung ist übrigens, dass sich der Eindruck wie wenig Zeug man hat, sich langsam an die Tatsächliche Menge angleicht. Also umgedreht. Man lässt Zeug hinter sich :D


Wieso verbietet Dir Dein einer Mitbewohner das Bohren? Hat der einen Schatten, lass Dich nicht einschüchtern!


hört sich ja alles nicht so toll an :/ hm ich hoffe du lebst dich in deiner neuen wg schnell ein und kommst mit den mitbewohnern klar. ich glaub, ich könnte nicht alleine mit männern leben… obwohl es wahrscheinlich auch spaß machen würde, die chefin zu spielen ;) ich wünsche dir viel glück mit allemb :yes:


@tts
Naja, ist ja möglich, dass der Vermieter das untersagt hat oder so? :nixwiss


Henning: Ich komm dich mal besuchen. :yes:

Kannst Dich zwischen Tür und Bett stellen. :nixwiss

André: Das Inselbad ist übrigens direkt am Neckar. Ich bin da häufig gelaufen, da hinten. :)

Vielleicht trifft man sich ja mal?

tux: das mit dem backofen is doch gut… is doch fastenzeit ;)

:liaf

tux: aber das hört sich ja mal nich soo prickelnd an… aber ich glaub das wird schon.

Das hoffe ich auch.

bogus: in untertürkheim ist deutschlands profitabelste automanufaktur beheimatet.

Yay.

bogus:
viel glück in deinem neuen leben.

Danke.

Heiko: Die guten Seiten machen Stuttgart schön.

Die muss man aber auch kennen. :)

Kathi: Ey immerhin hab ich mal einen gehaun der hatte ne Woche später noch nen Handabdruck im Gesicht :kls

lol.

Helmüt: Aber du machst das schon

Klar.

beta: erstmal pommes machen, dann wird das schon werden ^^

Backofen ist geputzt. Pommes gekauft. Jetzt hab ich nur keinen Hunger. So was.

Helmut: Sollen wir dir ein Überlebenspäckchen schicken?

Au ja fein. :freu

Jules: Meine Erfahrung ist übrigens, dass sich der Eindruck wie wenig Zeug man hat, sich langsam an die Tatsächliche Menge angleicht. Also umgedreht. Man lässt Zeug hinter sich :D

Ich komme nicht ganz mit … oO

tts: Wieso verbietet Dir Dein einer Mitbewohner das Bohren? Hat der einen Schatten, lass Dich nicht einschüchtern!

Na ja, er meinte, müsste nicht sein. Hat er recht. Hier sind überall Löcher.

Michi: ich glaub, ich könnte nicht alleine mit männern leben…

Mhm. Geht alles. Ist zwar unordentlich, aber zickenfrei. ;)

Henning: Naja, ist ja möglich, dass der Vermieter das untersagt hat oder so? :nixwiss

Der Vermieter ist der Bruder von einem Mitbewohner. Aber das liegt wohl daran, dass es hier schon viele Löcher gibt.


Jenny: Der Vermieter ist der Bruder von einem Mitbewohner.

Uh, so ne Konstellation kann ganz schön ins Auge gehen. Kann. Muss aber nicht.


„dass ich mir wegen diversen privaten Umständen eine neue Bleibe gesucht habe“

Das ist doof. Manchmal glaube ich, dass es am besten ist, wenn jeder in seiner Wohnung bleibt, damit man nicht am Ende auf der Straße sitzt, weil die Combo „Job weg-Beziehung weg-kein Geld“ unverhofft eingetreten ist. Denn irgendwann ist man zu alt für eine WG und dann wird es eng – und nicht immer kann/will man zu den Eltern zurück.

Gemischte WGs fand ich ganz praktisch, weil sich beide Seiten keine Klischees (Haare im Ausguss, dreckige Geschirrberrge) ans Bein binden lassen wollen. Und dann sind sie schon etwas diziplinierter.


Henning: Uh, so ne Konstellation kann ganz schön ins Auge gehen. Kann. Muss aber nicht.

Wenn ich bald wieder umziehe, weißte Bescheid. :nixwiss

Marc: Manchmal glaube ich, dass es am besten ist, wenn jeder in seiner Wohnung bleibt, damit man nicht am Ende auf der Straße sitzt, weil die Combo „Job weg-Beziehung weg-kein Geld“ unverhofft eingetreten ist.

Ich denke auch, dass das am besten ist. Bei aller Liebe: Man weiß ja eh nie wie es ausgeht, ob man ewig zusammenbleibt und so Sachen. Dann sich lieber etwas Unabhängigkeit in Form einer eigenen Bleibe verschaffen. Da ist man im Notfall auf der sicheren Seite.

Marc: Gemischte WGs fand ich ganz praktisch, weil sich beide Seiten keine Klischees (Haare im Ausguss, dreckige Geschirrberrge) ans Bein binden lassen wollen. Und dann sind sie schon etwas diziplinierter.

Na? Bis jetzt erfüllt sich das Klischee „Männer sind unordentlich“ ja ganz gut, und „Frau putzt“. Obwohl ich eigentlich gar nicht dem Klischee entspreche. Gab schon einige, die gelacht haben, als ich erzählte, ich hätte Küche und Bad geputzt.


Ganz einfach: Du ziehst oft um, und je öfter Du umziehst, desto weniger Zeug hast Du, weil Du irgendwann keinen Bock mehr hast, soviel einzuräumen. Ich gebe zu, war nicht sooooo verständlich :D :yes:


Jenny: Ich denke auch, dass das am besten ist. Bei aller Liebe: Man weiß ja eh nie wie es ausgeht[…]

Da bin ich stark anderer Meinung. Ich halte das Zusammenziehen für eine wichtige Stufe in einer Partnerschaft. Natürlich ist da ein Risiko – und man kann es weglassen und dann halt in der ‚Vorstufe‘ verbleiben.

Der Nachteil daran ist, dass man halt eben in einer Vorstufe verbleibt.

Liest man mir an, dass ich theoretisiere?


Jules: Ganz einfach: Du ziehst oft um, und je öfter Du umziehst, desto weniger Zeug hast Du, weil Du irgendwann keinen Bock mehr hast, soviel einzuräumen. Ich gebe zu, war nicht sooooo verständlich :D :yes:

Ah. Okay. Jetzt habe ich es verstanden. Ja. Ich glaube ich sollte einfach mehr wegwerfen. Wer braucht schon Deko?

Heiko: Da bin ich stark anderer Meinung. Ich halte das Zusammenziehen für eine wichtige Stufe in einer Partnerschaft. Natürlich ist da ein Risiko – und man kann es weglassen und dann halt in der ‚Vorstufe‘ verbleiben.

Hm. Das muss dann halt jeder für sich entscheiden. Ich sehe das auch irgendwie so … aber ich bin gespalten. Eben das Risiko – das bleibt. Und das stört mich irgendwie. Da lebe ich doch lieber in der Vorstufe.


Hi jenny, äh, du kennst mich zwar nicht, aber ich lese irgendwie dauernd deinen Blog. Finde den sehr nett, hat mich schon oft aufgeheitert :wink: Muss mich ja aus Höflichkeit mal vorstellen, damit du weißt wer alles dein Zeug hier liest :yes: (Die smilies sind übrigens einfach geil). Also, äh: Julia, 22, studiere in HD. Und irgendwie denk ich bei deinem Blog immer „Ha, ich bin nicht die Einzige, der es so geht!“ <- Danke dafür :-D
Hoffentlich geht es dir bald besser!


jenny mit einem bohrer beim bohren.
du verzeihst mir hoffentlich, dass ich mir das jetzt recht lustig vorstelle :)


Jenny: Hm. Das muss dann halt jeder für sich entscheiden. Ich sehe das auch irgendwie so … aber ich bin gespalten. Eben das Risiko – das bleibt. Und das stört mich irgendwie. Da lebe ich doch lieber in der Vorstufe.

Hmm, ich finde das Zusammenziehen zu einem gewissen Zeitpunkt schon wichtig. Und irgendwann (iiiiirgendwann, steht bei mir auch noch lange nicht an) möchte man ja ggf. auch heiraten oder ein Kind bekommen… alles lieber weglassen, um sich keinem Risiko auszusetzen? Bevor ich mit meinem Exfreund zusammengezogen bin, hat jeder abgewunken, weil wir uns noch nicht wirklich lange kannten. Die Beziehung hielt dann drei Jahre. Klar sagt einem der gesunde Menschenverstand immer ein bisschen zu warten, bevor man „größere Dinge“ gemeinsam angeht, die auch blöd für einen ausgehen können,. aber das Leben schlägt einem so oft ein Schnippchen und deshalb kategorisch Risiken auszuschlagen halte ich für Quatsch. Just my 2 cents


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