Als ich heute gegen fünf endlich aus der Schule kam, mir Pommes holte und am Cannstatter Bahnhof genüsslich aß, während ich auf meine S-Bahn wartete, stand neben mir ein älterer Herr, der ständig „Pieks!“ sagte, wenn ich eine Pommes mit meiner grünen Plastikgabel aufspießte.
Was da manchmal für Gestalten herumlaufen in dieser Stadt.
Heute begann die vielversprechende Projektwoche an der Schule. Ich hab mich ja darauf schon im Vorfeld wie Schnitzel gefreut.
Es geht darum, in der Woche einen Kalender zu gestalten – also, vom fotografierten Bild bis zum fertigen Kalender für zwölf Monate. Der wird von allen Mediengestaltern in Gruppen gestaltet und von den Druckern im Haus gedruckt. Und anders als bei den ganzen anderen Noten, ist die Projektkompetenz-Note die einzige, die uns „praktisch“ bewertet und nicht nur beurteilt, wie gut wir auswendig lernen können (bewertet also das, worauf es im Beruf eigentlich ankommt – aber die gute alte Theorie ist ja auch überaus wichtig und so …). Also ran an den Speck.
Wir wurden je nach Kompetenz einer Gruppe zugeordnet – ich landete in Gruppe sechs von insgesamt sechs mit der Aufgabe „Layout/Typo“. Das Rahmenthema war auch echt ein berauschendes: Odyssee (Odys’see, die; -,-n Irrfahrt, lange, mit vielen Hindernissen verbundene Reise). Yay.
Wir hatten dann ab circa neun Uhr bis Viertel nach eins Zeit, uns zu überlegen, was wir darstellen wollen. Natürlich strotzten die Ideen bei einem so gigantisch geilen Thema ohne Ende und wie Sau. Niiicht.
Deswegen redeten wir anfangs über platzende Welpen, Pornos und irgendwas anderes, was ich inzwischen vergessen habe, bis uns die Idee kam (die natürlich noch nicht verraten wird). Um elf waren wir dann tatsächlich fertig mit unserem genialen Entwurf. Wir redeten wieder über platzende Welpen, Pornos und schossen dämliche Fotos mit Papierschiffchen auf dem Kopf, was natürlich alles zum Konzept gehörte.
Da wir die letzte Gruppe waren, kamen wir natürlich nicht gleich als erste Gruppe um Viertel nach eins dran. Wir warteten. Und warteten. Viertel nach zwei. Wir spielten Spiele wie „Wörter, die mit F anfangen, aufzählen“. Viertel nach drei. Wir sangen Anime-Themes und Songs aus Disney-Filmen. Viertel vor vier. Endlich dran sein! Eine Viertelstunde brauchen, fertig sein. Super Sache.
Morgen sind wir eine ganze Weile unterwegs, um Fotos für den Kalender zu schießen. Mittwoch werden die Bilder bearbeitet, das Layout entworfen und am Donnerstag muss alles stehen. Wir sind alle höchst optimistisch.
Und weil’s so schön ist, mein Highlight des Tages: Ich habe mir endlich rote Chucks gekauft!
Als ich das erste Mal eingekauft habe, bin ich zum Plus gefahren, Haltestelle „Eszet“. Ich belächel ja des Öfteren diverse Stadtbahn-Haltestelle-Namen und frage mich, wo die eigentlich herkommen. (Es gibt ja in Stuttgart viele Haltestellen, die die dämlichsten Namen haben, die bestimmt irgendwie alle rational erklärbar sind („Uff-Kirchhof“, „Himmelsleiter“ oder das „Bubenbad“, und ich weiß bis heute noch nicht was „Bopser“ eigentlich bedeuten soll), aber das nur nebenbei.) Aber der Zufall sollte mir zur Hilfe kommen.
Nun ja, heute dachte ich mir, dass ich mich mal intensiv mit meiner neuen Heimat Stuttgart-Untertürkheim beschäftigte. Also über Wikipedia. Ich meine, was verbindet man mit Untertürkheim? Daimler. Klar. Aber weiß man, dass dort auch das Unternehmen Eszet ansässig war (und zwar ganze zwei Jahre vor Daimler!)? Nö. Dabei hat bestimmt schon fast jeder diese Eszet-Schnitten in der Hand gehabt oder sogar gegessen (die wurden zwar erst später hergestellt, aber es geht ums Prinzip!). Echt skandalös!
Jetzt wissen es immerhin ein paar Leute mehr – und ich habe für heute durch meine Aufklärung eine gute Tat getan.
… Danke für Eure Aufmerksamkeit! … Und „spread the knowledge“. Oder so.
Da geht man nur mal eben fix einkaufen, kommt zurück, und auf einmal stehen zwanzig bis dreißig Polizeiautos in Untertürkheim am Bahnhof.
Bombendrohung oder hab ich was nicht mitbekommen?
Halb zwei. Gute Zeit um zu bloggen.
Erstens: Morgen fahren keine Stadtbahnen und keine Busse. Sehr geile Sache. Alles für die Sportlichkeit!
Zweitens: Mit dem Glätteisen zu bügeln funktioniert fast so gut wie mit dem Bügeleisen Haare zu glätten. Etwas unhandlich ja, und man kommt nicht problemlos an alle Stellen. Aber doch, mein Hemd sah gestern ganz ordentlich aus.
Drittens: Ich habe gesund eingekauft. Bohnen, Spinat, Kartoffeln und Fertig-Spaghetti Äpfel. Vitaminschock.
Viertens: F. hat vier Packungen Reis in seinem Schrank! Der kriegt noch Schlitzaugen.
Fünftens: Ich hab meine Pflanzen mit Hohes C gegossen.
So. Kurz nach halb zwei. Zeit, endlich ins Bett zu gehen.
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