Die Blogwelt und ich
Damals, vor knapp drei Jahren, habe ich angefangen zu bloggen. Bloggen war damals gefühlsmäßig nicht unbedingt so verbreitet wie heute, es gab viele kleine, private Blogs, und mit der Zeit wuchs das.
Als ich letztes Jahr Wordpress installierte, bloggte ich immer intensiver, ich entdeckte neue Blogs, schrieb dort Kommentare und fand die Blogwelt toll.
Toll fand ich auch meine Statistiken. Ich fand es interessant zu wissen, wer mich verlinkt, interessant, mit welchen Suchbegriffen die Leute zu mir stoßen und natürlich auch, wie viele Leute meinen Blog besuchten. Und ich mochte diese Dienste, die einem Statistiken aufzeigten. Es war interessant.
Aber mit der Zeit hat sich eine richtige Abneigung entwickelt. Gegen diese Blogs, die alles tun, um Hits zu erlangen. Die versuchen, über die passenden verlinkten Begriffe, durch Verlinkungen auf ihre Seite ein höheres Ranking zu bekommen. Die einen Beitrag nicht einfach so schreiben, wie es ihnen in den Sinn kommt, sondern sich bestimmte Schlüsselwörter heraussuchen, und diese dann in ihren Beitrag einbauen. Blogs, die mit YouTube-Videos ihren Content auffüllen. Blogs, die sich haufenweise gegenseitig bei Technorati auf die Favoritenliste setzen.
Klar, gibt es Leute, die kommerzielle Blogs betreiben, und von dem Geld leben. Davon gibt es inhaltlich bestimmt auch gute. Aber ich stehe nicht auf Blogs, die des Geldes wegen betrieben werden. Wenn auch mit Sicherheit ein Stück Liebe und Passion dahintersteckt. Es sind Beiträge, die geschrieben werden müssen. Es ist für mich nicht dasselbe, wie Beiträge, die aus einer Laune heraus geschrieben werden.
Ich war nie ein regelrechter Statistik-Freak. Ja, klar, mag ich Statistiken. Aber ich habe mir nie Themen überlegt, wie ich Leute auf meine Seite locken kann.
Klar freue ich mich über Besucher, die mich lesen. Und klar freue ich mich über Kommentare. Klar freue ich mich über Verlinkungen. Ich freue mich, wenn mich einer bei Technorati zu den Favoriten hinzufügt oder meinen Beitrag bei Blogscout scoutet. Und ich freue mich vor allem, weil alles, was hier statistisch passiert, nicht von mir beeinflusst wurde durch bewusste Verlinkungen oder Schlüsselwörter, sondern weil andere es so wollen. Und das freut mich.
Ich bin froh, hier meinen Kreis kleiner Blogger zu haben, die ich lese, weil ich ihr kleines Leben interessant finde. Und die mich lesen, weil sie meines vielleicht interessant finden. Und nicht, weil wir uns gegenseitig Hits bringen.
Restmüll, Station57 & Co.
12 Reaktionen
Ich kann verstehen, was Du meinst. Ich habe auch schon Artikel als Google-Futter geschrieben. Aber die Leser, die darüber kommen, sind Eintasgfliegen. Dann gibt es eine kurze Spitze in der Zugriffsstatistik und danach flacht es wieder ab.
Ich kanns nicht ab das Leute auf Teufel komm raus ihre Blogs optimieren müssen um Hits zu kriegen. Ich schreibe lieber, wie mir der Schnabel gewachsen ist. Wem es gefällt, der liest es und wer es langweilig findet, na der soll woanders sein Glück suchen.
Mit der Zeit hat man dann seinen festen Leserstamm, wie man vor allen an den Kommentaren merkt. Auf die geht man dann auch mal gerne ein.
Also, mach weiter so wie bisher. 
wohl richtig. ich bin bei technorati nicht gesigned, mein blog ist deshalb auch 0,00$ wert. na und? scheiß drauf. ich behaupte ein ziemlich spezielles blog zu führen, daß nicht von „ich bin bogus, mache dies und das, kondoliert mir dazu. jede woche neu“ lebt. ich schreibe nicht in regelmäßigen abständen, schreibe nicht nur nettes und es macht mir nichs aus zu polarisieren. bei mir trennt sich die spreu vom weizen und ich bin mit der spreu zufrieden.
ich bin auch persönlich straight forward und deshalb werde ich auch online keine hand vor den mund nehmen. ich schätze es trotzdem wenn leute sagen, daß ihnen der beitrag gefallen hat oder das foto oder whatever. wenn ich bill kaulitz erwähne, dann zum reinen spaß. ich glaube, daß es in meiner suchstatistik noch nie aufgetaucht ist. wenn ich wüsste was die leute so suchen, könnte ich ja mal endlich erfolgreich werden.
Ach Jenny, damit sprichst Du mir aus dem Herzen und kommst mir gleichzeitig zuvor. Seit ein paar Tagen schlummert ein Beitrag in meinem Dashboard und wartet auf den Mut und die Inspiration veröffentlicht zu werden. Aber ich bin noch nicht so weit.
Jedenfalls habe ich bemerkt, dass ich diesem Strom, den Du kristisierst, in letzter Zeit hin und wieder auch gefolgt bin und dies nicht mehr möchte.
Vielleicht nehme ich Deinen Beitrag als Anlass, den Artikel doch noch zu veröffentlichen.
Liebe Grüße Dany
Ähhh, komisch bei meinem Kommentar steht, ich hätte am 15.08.2007 um 0:44 Uhr meinen Senf hier hereingeschrieben. Dabei sind es bei mir 16:44 Uhr am 14.08.
Ich befinde mich entweder in der Zukunft oder in einem Paralleluniversum, was ich beides als sehr spannend empfinden würde…
Ach Jenny… meinen Segen hast Du!
Wie ich beim Blick auf dein Blogroll sehe, da steht auch was von Fehler mußt mal gucken, hast du wohl auch die endlosen Mails erhalten wegen Linktausch, nervig und aufdringlich wie ich finde
Ansonsten stimme ich dir zu immer nur Sachen schreiben mit den richtigen Wörtern für Hits Nein danke ich kann net mal Tags benutzen weil ich net weiß wie es geht, ich bin eben doch zu alt
Ich kann auch nur zustimmen. Vor allem eben was den allgemeinen Ranking-Wahn angeht.
Es gibt so viele Aktionen nach dem Motto „Verlinke/Favorite mich und ich verlinke/favorite dich“ – aber irgendwie verfehlt das doch den eigentlichen Sinn der Sache.
Ich find deine Einstellung zum Bloggen jedenfalls super
Google-Optimierung ist wieder eine ander Sache, ich werde auch gern gefunden wenn es passt und da viele Leute Google nutzen, ists auch ein guter Weg, neue Leser zu finden, die zufällig auf den Blog stoßen und hängenbleiben. Solange man es eben nicht auf Teufel komm raus und nur der Hits wegen betreibt. Genauso ists mit dem bezahlten Blogging – man testet ein Produkt, schreibt darüber einen Eintrag und wird von der Firma dafür bezahlt (& kennzeichnet den Eintrag dementprechend), so weit, so gut. Das finde ich gar nicht mal so verwerflich. Seinen Blog aber mit bezahlten Werbeeinträgen zuzumüllen, das ist genauso dämlich wie sich für Geld das Logo einer Firma auf die Stirn zu tätowieren.
Riiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiichtig, Jenny!
Besser hätte ich es auch nicht sagen könne. Ich habe auch als Statistik-Freak begonnen, habe aber außer Kommentare bei anderen absetzen nicht viel getan, um Hits zu bekommen. Jetzt, nach ca. 5 Monaten liegen meine Besucherzahlen so bei „50 eindeutige Zugriffe“ pro Tag. Das mich dann doch schon glücklich (obwohl ich wahrscheinlich eher zu den schlechter besuchten Weblogs gehöre), weil ich sehe, dass es so einen kleinen Kern gibt, der gerne verbeischaut und ab und zu auch mal antwortet.
Das ist Motivation für mich, weiter zu machen. Und hey, ich habe noch nie so lange ein Weblog geführt wie jetzt… Danke auch dafür!
[…] post by Jenny and software by Elliott […]
Danke für Eure Worte.

Das sind wahre Worte, die ich voll unterstütze. Auch in mienem Blog liegt mir die Message mehr als alles andere am Herzen.
Ich lese deinen Blog auch regelmäßig und gern.