16. Februar 2007

Dörfliches

Heute war ich mit meiner Schwester beim Friseur. Als wir fertig waren mit Haare schneiden, dachten wir uns, dass wir mal eben zum Bäcker gehen könnten um uns ’ne Brezel ’raus zu lassen (und Süßkram, aber das ist ja zweitrangig).
Bei uns gibt es zwei Bäckereien im Ort. Und deshalb hatten wir da auch zwei ganz tolle Alternativen, wir konnten uns kaum entscheiden!

Bäcker 1:
Pro: In dem Bäcker sind besonders die Brezeln sehr beliebt, weil die echt besser schmecken als die von dem anderen Bäcker, weshalb die Leute samstags teilweise von etwas weiter weg herkommen um ihre Brezeln da zu holen.
Aber: In der Regel zwei bis drei Verkäuferinnen mittleren Alters, und das sind unglaubliche Tratschtanten. Leider dauert es aufgrund des Tratsches immer eeeewig, bis man überhaupt mal etwas bekommt.
Ergo: Wieder Bock, das Neueste aus Deinem Heimatdorf mitzubekommen, mit Vorliebe Gerüchte und – falls möglich – möglichst dramatische? Hier gibt’s das immer für total umsonst. Falls Du die Frage mit „ja“ beantwortet hast – das ist Dein Bäcker! (Besonders auch beliebt bei den Omas, die morgens nix Besseres zu tun haben als mit den Bäckertanten zu tratschen.)

Bäcker 2:
Pro: Es geht echt ruckizucki… Man geht da ‚rein, bestellt, bekommt es, geht ’raus und man ist fertig. Das dauert, je nach Kundschaft, zwei bis sieben Minuten.
Aber: Gut, die freundlichsten Leute sind’s da nun echt nicht, und bessere Brezeln haben die jetzt auch keine.
Ergo: Soll’s schnell gehen? Dann ist das ihr Bäcker. Keine Tratschtanten, keine alten Omas. (Besonders praktisch für gehetzte Muttis am Morgen und Business-Menschen, die mal eben „schnell“ was holen müssen.)

Wir haben uns erst für Bäcker 1 entschieden, weil wir erstens dachten, dass mittags gegen vier Uhr keine alten Omas die Verkäuferinnen besetzen und zweitens, weil wir ein paar gute Brezeln wollten.
Sind also in Bäcker 1 gestiefelt. Ah, Feind 1 entdeckt. Einige Sekunden observiert, Fakt: Mutti um die 45 Jahre, die gerade 17455 Brezeln und 2334 Wecken Brötchen bestellt. Feind 2: Oh nein, alte Oma! Observation: Unnötig – man sah ihr die Geschwätzigkeit quasi schon von hinten an.

Entschluss: Zack und weg zu Bäcker 2.

Schließlich liefen wir glücklich und gesättigt nach Hause. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann tratscht die Oma noch bis heute.


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3 Reaktionen

Hehehe, witzige Geschichte. Ich wär wohl auch zu Bäcker 1 gegangen. Erstens kann es ja auch interessant sein, was sie erzählen und zweitens kann man versuchen dem ewig langen Gespräch auszuweichen. Wenn dann allerdings vor einem selbst so Tratschmenschen stehen, ist das natürlich schwierig.

Aber wichtiger war ja eh, dass der Friseur gut war. Mit der Frisur muss man länger leben als mit der Brezel.

jaja da ist’s bei euch ja nicht anders wie bei uns *gg aber ich wäre auch zu 1 gegangen obwohl alte Omas da gewesen wären

Aber um 16 Uhr sind doch die letzten verzweifelten Omas wegen Kaffeestückchen fürs Kaffeekränzchen unterwegs. Ganz gefährliche Uhrzeit.

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