Zugegeben. Die deutsche Sprache kann schon sehr verwirrend sein mit ihren vielen grammatikalischen Regeln. Zu den schwersten Grammatikregeln zähle ich persönlich die Zusammen- und Getrenntschreibung und im Zusammenhang damit schiebe ich gleich die Groß- und Kleinschreibung hinterher. Das sind einfach zig tausend Regeln, die nicht mal leicht zu verstehen sind, aber na ja, die zuständigen Leute geben sich ja immerhin konstant Mühe, die deutsche Sprache zu vereinfachen (?).
Trotzdem gibt es Dinge, die man selbst in der deutschen Sprache kennen und können sollte: zum Beispiel die Sache mit dem Apostroph. Heute also Lektion I – die Apostrophen und wie man sie anwendet und vor allem wie nicht. Lernt das – behebt Eure Grammatikdefizite – für den Weltfrieden! Oder so.
REGEL 1: So sieht’s aus und nicht so sieht´s aus!
Wobei ich hier noch mal betonen muss, dass ein Apostroph erzeugt wird, indem man die Umschalt- und #-Taste betätigt. Und dass der Apostroph keinesfalls ein Akzent ist wie der Akut beziehungsweise der accent aigu, der unter anderem auf dem DekolletĂ© oder dem Ausruf OlĂ© zu finden ist. Noch wüschter wird’s beim Gravis oder accent grave – wie beim peu Ă peu – da sieht das Ganze schon fast vergewaltigt aus.
Merke: Ein Akzent ist kein Apostroph! Das ist nicht nur falsch, sondern sieht auch noch verdammt scheiße aus. Ich bekomme jedes Mal Herzrasen und stehe kurz vor dem Herzstillstand wenn ich so was sehe.
REGEL 2: Hier bitte einen Apostroph!
Beim Genitiv (drückt Besitzverhältnis aus): Endet ein Name etwa auf s, ss, ß, tz, z oder x, Wird der Apostroph nach dem Namen gesetzt. So ist Sandra Alex’ Freundin und nicht Heinz’ Freundin. Und wenn Alex‘ Freundin Sandra Heinz auf einmal toller findet als Alex, so ist Sandra dann Heinz‘ Freundin und nicht Alex‘ Freundin. Klar soweit? Anders verhält sich das mit den Namen, die nicht auf die obenen angegebenen Buchstaben enden, hierzu mehr in Regel 3.
Ein Apostroph ist ebenso nötig, wenn man im Wortinnern etwas weglässt, beispielsweise M’Gladbach für Mönchengladbach oder D’dorf für Düsseldorf.
REGEL 3: Hier bitte keinen Apostroph!
Niemals ein Apostroph setzen bei der Zusammensetzung einer Präposition (um, unter, über, neben…) und einem Artikel (der, die das), wie beispielsweise um + das = ums oder bei + dem = beim. Es heißt nicht um’s Haus, sondern ums Haus. Es heißt nicht über’s Auto sondern übers Auto.
Auch immer wieder falsch gemacht: der Apostroph beim Genitiv. Es heißt nicht Jenny’s Pommesbude sondern Jennys Pommesbude. Sandras Freund Alex und nicht Sandra’s Freund Alex.
Ganz schlimm sind Leute, die beim Plural (Mehrzahl) einen Apostroph vor das s setzen. Merke also: Es sind Autos, nicht Auto’s und CDs, keine CD’s! … Buah.
Was stellen wir fest? Im Prinzip so wenige Regeln, wie man es machen sollte, und so viele, wie man es nicht machen sollte… dass sie Leutchen immer alles komplizierter machen als es ist.
REGEL 4: Total komisch – aber gut! Wo man den Apostroph weglassen sollte.
Diese Regelung kannte ich auch noch nicht, aber man lernt ja nie aus. Bei der ersten Person Singular (ich) wird das wegfallende e am Ende eines Verbs nicht mehr durch einen Apostrophen ersetzt. Also nicht mehr ich geh’ aus dem Fenster springen sondern ich geh aus dem Fenster springen.
Ebenso wird beim Imperativ (Befehlsform) bei der zweiten Person Singular (du) das e am Ende eines Verbes nicht mehr einen Apostrophen ersetzt. Ergo: Geh weg! anstatt Geh’ weg! Gefällt mir persönlich ja nicht, sieht irgendwie so leer aus.
REGEL 5: Hier kann man. Muss aber nicht!
Wenn das Pronomen es zu einem s verkürzt wird, kann man einen Apostrophen benutzen, muss aber nicht. So gilt Sandra macht’s mit Heinz links wie auch Sandra machts mit links. Erste Methode ist aber durchaus gängiger und mein Word scheint mit der super Regelung auch nicht so vertraut so sein, die zweite Option wird nämlich als Fehler angekrickelt.
Der Apostroph kann ebenfalls benutzt werden, wenn die unbestimmten Artikel ein/eine ersetzt werden sollen: Du bist ’n fescher Typ oder haste mal ’ne Mark?
Was ich mal recht unlogisch finde, ist, dass man bei einer Gewerbeeröffnung ein Schild mit Genitiv so anbringen kann: Rosi’s Gaststube oder Willi’s Biergarten. Oben knallhart verboten, aber da wo’s unter anderem zu Essen und Trinken gibt wieder Ausnahmen machen. Ich weiß auch nicht. Deutsche Sprache nicht nur schwere, sondern auch manchmal unlogische Sprache.
So – fertig, nicht mal so schwer, oder? Für diese Aufklärung sollte ich für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen werden.
Der Beitrag wurde am Dienstag, den 9. Januar 2007 um 02:53 Uhr veröffentlicht und wurde unter Klugschiss abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf deiner Seite einrichten.
18 Reaktionen
Hmm, ich weiß nicht, ich weiß nicht, irgendwie fühle ich mich angesprochen. Nun ja, falls ich es schaffen sollte, mir diese Regeln alle zu merken und auch richtig anzuwenden, dann werde ich Dich für Friedensnobelpreis vorschlagen, oder wenigstens für den Literaturnobelpreis. Stockholm ist schließlich auch eine schöne Stadt.
Sehr lehrreicher Eintrag. Ich bin begeistert. Spontan fiel mir gerade dazu ein, dass immer noch viel zu viele Unternehmen AGBs oder AGB’s oder sogar AGB`s haben. Es heißt AGB = Allgemeine Geschäftsbedingungen und nicht AGBs für Allgemeine Geschäftsbedingungens
um 13:22
@artikel „bei + dem = dem“
@marcel: ja, darüber rege ich mich schon nicht mehr auf, macht der deutsche ja überall und irgendwann wird es dann einfach als richtig definiert. oder sagst du nicht LKWs, PKWs, PCs usw. ?
Muss ich mir das merken?
Chrissy: Muss ich mir das merken?
Als Koch? Nur wenn du mal ne Speisekarte schreiben musst. Besonders wichtig sind dann zum Beispiel Ei`s oder aber auch Horsdeuvre`s ![]()
Danke, soeben habe ich wieder etwas gelernt.
Ob ich mich im akuten Fall daran halten werde ist eine andere Sache.
Wow! Man lernt wirklich nie aus.
Danke fürs posten. Ich werd mir das gleich mal ausdrucken °gg°
Schon peinlich, wenn man die eigene Muttersprache nicht wirklich beherrscht °oops° Deutsche Sprache, schwere Sprache
VG, Consuela
reh: ja, darüber rege ich mich schon nicht mehr auf, macht der deutsche ja überall und irgendwann wird es dann einfach als richtig definiert. oder sagst du nicht LKWs, PKWs, PCs usw. ?
Wenn ich spreche, sage ich das z.B. des Öfteren, in schriftlicher Form versuche ich das immer zu vermeiden. Passiert aber immer wieder, dass ich LKWs schreibe o.Ä.
Helmüt: Muss ich mir das merken?
Kannst Du doch eh nicht!
um 20:44
der Dativ ist dem Genitiv sein Tod
oder war das andersrum, bei soviel klugscheisserei kann ich nicht mehr denken
Jenny: Der Apostroph kann ebenfalls benutzt werden, wenn die unbestimmten Artikel ein/eine ersetzen werden sollen
Würde man hier nicht eher ersetzt schreiben?
Würdest du in den kommenden Lektionen auch bitte auf die S-Schreibung eingehen? Ich finde es grauenhaft (vor allem, wenn es ums „dass“ nach einem Beistrich geht)
PS: Ich bin im Besitz einer ganz besonderen Lizenz – ich darf so viele Fehler machen wie ich mag 
Dominic: Würde man hier nicht eher ersetzt schreiben?
Stimmt. Kommt davon wenn man gegen halb vier in der Nacht anfängt Beiträge zur Rechtschreibung zu schreiben und dann selbst Fehler rein haut.
Dominic: Würdest du in den kommenden Lektionen auch bitte auf die S-Schreibung eingehen? Ich finde es grauenhaft (vor allem, wenn es ums “dass” nach einem Beistrich geht)
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S-Schreibung? Doppel-s, normales s und ß? Was ist ein Beistrich?
Dominic: PS: Ich bin im Besitz einer ganz besonderen Lizenz – ich darf so viele Fehler machen wie ich mag
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Nicht hier. Hier herrscht strenge Zensur!
Sehr löblich, Jenny! Mir dreht sich ja genauso der Magen um, wenn ich sowas sehe. Insbesondere die „Apostroph’s“, aber auch das Deppenleerzeichen oder auch Deppen Leer Zeichen. Ganz grauenhaft!
Da habe ich auch mal einen Artikel drüber geschrieben.
Sehr fein.
@ AGB
im Plural ist auch AGBen erlaubt.
Jenny: S-Schreibung? Doppel-s, normales s und ß? Was ist ein Beistrich?
I’m sorry, my fault. Ihr Deutschen kennt den ja noch gar nicht :0
Ein Beistrich ist ein Komma: ,
Jenny: Nicht hier. Hier herrscht strenge Zensur!
Uncool
S-Schreibung: In Anbetracht der Tatsachen, dass ich mich damit nur noch mehr verwirren würde, wenn ich mehr darüber nachdenken würde welchen Teil ich davon wohl bevorzugen würde… ach egal; ist auch nicht so wichtig. Manche lernen es, manche nicht. 
Auch auf die Gefahr hin dass sich in meinem Kommentar jetzt Apostrophe (is‘ das der richtige Plural von Apostroph oder kommt da noch’n N dahinter?) befinden und ich mich gleich wieder blamiere oder dir graue Haare beschere muss ich meinen Senf hier hinterlassen und sagen: Schön geschrieben und auf jeden Fall ’nen Bookmark wert.
Ob das jetzt allerdings dazu führt dass ich in Zukunft grammatikalisch korrekte Beiträge blogge is‘ allerdings fraglich.
um 20:05
sehr scheiße da bin ich sogar besser
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18 Meinungen








09
um 08:30
Das sind nur vier Regeln und die kann ich mir schon nicht merken. Warum muss der Deutsche alles so verdammt verkomplifizieren? Angefangen mit Rechtschreibung und Grammatik, über ein oder zwei Kreuze bei Wahlen bis hin zu dem Unfug mit den Steuergesetzen.
Aber: Wen juckt`s