Diamantene Hochzeit
Ferien – die Zeit, in der man bis in den frühen Morgenstunden aufbleibt, einfach nichts oder jedenfalls nichts Sinnvolles tut und sich trotz allem grundsätzlich zu Tode langweilt. Und nun ja, jetzt ist die erste Woche herum, ich habe mich auch gelangweilt – nix Spektakuläres passiert hier, außer dass in unserem Dörfchen ein Brandstifter herumging und fünf Scheunen abgefackelt hatte. Das Schlimme an den bisherigen Ferien war ja, dass ich zwar wieder fast immer früh morgens ins Bett bin, aber nie richtig bis zum nächsten Abend ausschlafen konnte, weil morgens immer irgendwas war, wofür man quasi mitten in der Nacht (so gegen dreizehn, vierzehn Uhr) aufstehen musste.
Der gestrige Grund war die diamantene Hochzeit meiner Großeltern – sechzig Jahre verheiratet. Da fragt man sich echt, ob nach sechzig Jahren wirklich noch Liebe da ist oder man einfach keine Lust mehr hat, sich nach zig Jahren Ehe scheiden zu lassen so vom Aufwand her und so. Zumindest frage ich mich das als geprägtes Scheidungskind und Pessimist Realist.
Trotzdem freue ich mich natürlich für meine Großeltern, dass sie es so lange miteinander ausgehalten haben. Der ganze ‚Gottesdienst’ war auch echt der Erträglichste meines Lebens – alles Wichtige innerhalb einer halben Stunde erledigt. Ganz lustig fand ich auch den japanischen Pfarrer – Pfarrer Phan – der sich dauernd versprochen hatte. Er begann den Gottesdienst mit „Und jetzt singt zu Beginn erstmal… der Liederkranz, oder was sind die Leute dort oben sonst?“ und beendete ihn mit „Finito – das heißt Ende. Und jetzt… gehen sie.“ Dazwischen kam bisschen beten, bisschen segnen, Fürbitten vorlesen und die ständig falsche Betonung vom Namen meiner Oma, und dann war das Ganze schon erledigt. Und das bei den Katholiken!
Danach ging es in ein Gasthaus. Die erste halbe Stunde langweilte ich mich dort zu Tode. Was wohl daran liegt, dass die Verwandtschaft entweder zig Jahre älter ist als ich oder um einiges jünger, sprich: Ich keinen richtigen Gesprächspartner fand. Nach der halben Stunde wandte ich mich halt doch den ganz Kleinen der Sippschaft zu, und malte aufgrund mangelnder Farbauswahl lilane Pinguine mit roten Bäuchen auf grünen Eisschollen. Nach einziger Zeit erkannten diese Kiddies (Cousins, Großcousins oder wie auch immer wir verwandt sind) mein Talent und wollten ständig irgendwelche Tiger und Löwen von mir gezeichnet haben. Noch nie in meinem Leben derartiges gezeichnet, aber kleine Kinder sind so leicht zufrieden zu stellen, habe ich gemerkt. Da war eben der Tiger ein Tiger, obwohl er meiner Meinung nach eher wie eine missratene Dogge aussah.
Und plötzlich war es halb acht, und ich musste feststellen, dass ich viereinhalb Stunden irgendwelche Figuren oder Tiere für meine Cousins/Großcousins/Schlagmichtot gezeichnet hatte. Und dabei nicht mal wirklich aktiv was gegessen. Schließlich musste ich immer mit drei Kindern gleichzeitig unterhalten und stets drei Bilder auf einmal zeichnen.
Das Einzige, das ich mit nach Hause nahm, war ein einigermaßen voller Magen, eine drückende Blase und drei Bilder auf denen jeweils FÜR JENNY drauf stand, mal mit einem verkehrt herum geschriebenen J oder einem verkrüppelten Y, das mehr einem X ähnelte.
So. Was ich damit sagen wollte: Wenn mich am Freitag – also heute – einer vor vier Uhr mittags weckt, ist er tot!
Retrospektive
18 Reaktionen
*jenny ein z klau*
–reh–
Also, der Pfarrer klingt witzig. Wenn ich mal diamantene Hochzeit habe, kann der auch kommen. Muss der sich aber gut frisch halten. 
André: Ich mag solche Feste, da gibts immer viel zu futtern
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Kam da nicht so dazu… Ich sollte Erzieherin werden!
reh: *jenny ein z klau*
Du hast mir letzens ein ‚nicht‘ geschenkt. Da darfste das ‚z‘ haben!
Henning: Wenn ich mal diamantene Hochzeit habe, kann der auch kommen. Muss der sich aber gut frisch halten.
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Mal sehen wie frisch Du bist nach sechzig Ehejahren. 
@Jenny
Vermutlich frischer als dieser Pfarrer dann ist. *g*
Guten Morgen 
Ne nur Spaß schlaf mal weiter
60 Jahre das ist heftig und oft ist es doch die Liebe die sie zusammen hält
GUTEN MORGEN JENNY!!!
Meine Großeltern feierten vor kurzem auch ihre Diamantene Hochzeit, dass ist wirklich schon eine tolle Sache.
Ich will auch schlafen *wiederinsbettkrabbel*
Jetzt sollte ich doch glatt anrufen …. MUHAHAHA
hört sich ja sehr spannend an das ganze 
Hoizge: hört sich ja sehr spannend an das ganze
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Nix für schwache Gemüter. 
Ich frage mich, wo ihr die Zeit her nehmt, euch ständig zu langweilen?
Sei ess drum: Gratulation an deiner Großeltern. Deine eingangs gestellte Frage bzgl der Liebe nach so vielen Ehejahren: die stelle ich mir auch hin und wieder. Bei manchen glaube ich zu wissen, dass da noch Liebe/Respekt vorhanden ist, bei vielen scheint es idT mehr die Gewohnheit und ein Arrangement zu sein. Zweckverbindungen meine ich aber auch bei Paaren zu sehen, die noch lange nicht so lange zusammen sind. Aber das ist ohnehin anmaßend, böse Gedanken.
Hmm. Wenn ich mal heiraten sollte, kann ich froh sein, wenn die Ehe überhaupt 10 Jahre übersteht. Selbst den 50. Hochzeitstag könnte ich nur dann erleben, wenn ich tatsächlich über 80 werden sollte…
Na toll, nun bin ich zum Jahreswechsel depressiv 
Och Ferien sind doch toll. Schlüssel umdrehen und schlafen – bis zum Abend *g*
Ich war vor nem dreiviertel Jahr auch auf ner diamantenen Hochzeit. Das ist wirklich was besonderes. Zum Glück gab es dazu keinen Gottesdienst. Dafür aber ganz viel zu essen. Der Pfarrer kam in diesem Fall einfach zu den Großeltern meines Freundes nach Hause. Das nenne ich mal Service. Irgendwer von der Stadt war auch noch da. So ist das eben in kleinen Ortschaften (Brunsbüttel in Schleswig-Holstein, kennt hier wahrscheinlich niemand).
Falls ich mal heiraten sollte, schaffe ich es bestimmt nicht bis zur diamantenen…
Brunsbüttel kenn ich nur, weil da ein Atomkraftwerk steht…
Ich brauche fuerbitten fuer die diamantene hochzeit und sonst gar nichts !!!!!!!!
@helene
Das ist ja blöd. Hier gibt’s nämlich viel mehr.

damn …
dass es so etwas noch gibt
Ich mag solche Feste, da gibts immer viel zu futtern